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Fünf Jahre "Laudato si"

Löwenzahn
© kathpress/Pernsteiner
Laudato si
18.06.2020, 13:00 Uhr

Vielbeachtete Umwelt- und Sozialenzyklika von Papst Franziskus wurde 2015 veröffentlicht

Fakten
Fünf Jahre ist es her, dass Papst Franziskus der Welt seine Umwelt- und Sozialenzyklika "Laudato si" ("Sei gepriesen"; die Anfangsworte des Gebets "Sonnengesang" von Franz von Assisi) vorgelegt hat. Veröffentlicht wurde sie dann am 18. Juni 2015 in acht Sprachen - wenige Monate vor der Pariser Weltklimakonferenz.

Viel spricht dafür, dass der Text als das wichtigste Lehrschreiben seines Pontifikats in die Geschichte eingehen wird. Mit seiner Enzyklika "Über die Sorge für das gemeinsame Haus" - so der Untertitel - zeichnet Franziskus ein nüchternes und zugleich von christlicher Hoffnung getragenes Bild einer gefährdeten Schöpfung. Es gelte den "Schrei der Schöpfung" mit Hilfe jüngster wissenschaftlicher Forschungsergebnisse zu hören und Wege zu suchen, um "aus der Spirale der Selbstzerstörung herauszukommen", so der Appell des Papstes. Die zentrale Frage des Dokuments lautet: "Welche Art von Welt wollen wir denen überlassen, die nach uns kommen, den Kindern, die gerade aufwachsen?"

Diese Frage beschäftigt beileibe nicht nur die katholische Kirche. Kaum eine bedeutende Organisation oder politische Kraft, die sich nicht der Worte des Papstes bedient, wenn es um Nachhaltigkeit, Umwelt und Klimaschutz geht. Begriffe wie "ökologische Schuld" oder "Wegwerfkultur" sind in den allgemeinen Sprachschatz übergegangen. Das hat Franziskus den Ruf eines "grünen" Papstes beschert, der für die reichen Industrienationen eine höchst unbequeme Botschaft vermittelt: Ein effizienter Kampf gegen Umweltzerstörung und Klimawandel sei nur möglich, wenn der wohlhabende Teil der Menschheit seinen Konsum einschränkt und den Lebensstil grundlegend ändert. In "Laudato si" wird Umweltschutz untrennbar verknüpft mit der Forderung nach weltweiter sozialer Gerechtigkeit: Die Auswüchse des Kapitalismus, Flüchtlingsströme, Menschenrechte und nicht zuletzt den Lebensschutz kann man nach seiner Auffassung nicht losgelöst davon betrachten.

Auch in Österreich sorgte die Enzyklika für einen starken Widerhall: Alle Diözesen setzten konkrete Schritte zur Umsetzung - durch Beschlüsse zum Umstieg auf erneuerbare Energien, zu einer sozialen Beschaffungsordnung, durch Nachhaltigkeitsleitlinien u.a. Umweltverantwortliche auf Diözesan- und Pfarrebene nehmen sich des Themas konkret an und hoffen auf Impulse in Richtung Nachhaltigkeit auch durch die Corona-Krise. Uns es bleibt noch viel zu tun...
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