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Anschlag in Wien

Wien, 9.11.2020, Jerusalemstiege
© Paul Wuthe / Kathpress
09.11.2020, 17:16 Uhr

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, appellierte an die Bevölkerung, auf Gewalt und Hass nicht mit Panik oder gar neuem Hass zu antworten

Fakten
Mit Entsetzen und tiefer Betroffenheit haben österreichische Bischöfe und Kirchenvertreter auf die islamistische Terrorattacke reagiert, die am 2. November, in Wien stattgefunden hat. Bei dem Anschlag am Allerseelentag hatte ein Attentäter vier Menschen getötet und zahlreiche weitere verletzt.

Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, appellierte an die Bevölkerung, auf Gewalt und Hass nicht mit Panik oder gar neuem Hass zu antworten. "Hass schürt nur neuen Hass" - und dies sei ebenso der falsche Weg, auf die schrecklichen Ereignisse der Nacht zu reagieren, wie in Panik zu verfallen, "denn wer in Panik gerät, ist immer in Gefahr, diese Panik weiter zu tragen". Ähnlich äußerten sich auch die anderen österreichischen Bischöfe und sprachen darüber hinaus den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus.

Fassungslos und entschlossen zugleich zeigte sich auch der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner: "Welch irregeleitete, menschenverachtende Ideologie war da am Werke? Wahllos in friedlich versammelte Menschen zu schießen. Gläubige Menschen müssen diese Tat im Namen Gottes verurteilen, sich innerlich mit der ganzen Geistes- und Glaubenskraft dagegen stemmen." Und Lackner weiter: "Wir beugen uns nicht der Gewalt und werden nicht in die Alltäglichkeit flüchten."

Ähnlich äußerten sich auch die anderen österreichischen Bischöfe und sprachen darüber hinaus den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Im Stephansdom wurde am Abend des 3. November ein im TV übertragener Gedenkgottesdienst mit Vertretern der Kirchen, Religionen und der Politik gefeiert. Um 12 Uhr war ein Wien-weites Glockenläuten zu hören. Außerdem fanden Trauergottesdienste in weiteren Städten Österreichs statt.

"Wir bitten um den Segen und Frieden für die Verstorbenen, Verwundeten, Trauernden und das ganze Land", sagte Kardinal Schönborn bei der Gedenkfeier im Stephansdom. Die bewährte Einheit und der Zusammenhalt der Religionen in Österreich dürfe nicht zerstört werden, appellierte der Kardinal. Friede sei nie ein fertiges Produkt, sondern ein Netzwerk vieler einzelner Aufmerksamkeiten, von entsprechenden Umgangsstilen, etwa auch vom Verzicht auf Hasspostings oder dem Schüren von Vorurteilen.

Schönborn dankte den vielen Institutionen in Österreich; von der Exekutive über die Verwaltung, das Gesundheitswesen, die Justiz bis zur Regierung. In einer Krise zeige sich, ob die Institutionen funktionieren würden. Und dafür gelte es Danke zu sagen. Sie würden Ordnung und damit Sicherheit und Frieden bieten.

Dem Gottesdienst standen neben Kardinal Schönborn, der lutherische Bischof Michael Chalupka, der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis), der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Ümit Vural, sowie die Vizepräsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde, Claudia Prutscher, vor. Die Vertreter der Kirchen und Religionen sprachen Gebete und entzündeten Kerzen für die beim Anschlag Getöteten.
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