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Papstreise im Zeichen von Migration und Ökumene

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Papstreise
07.12.2021, 15:41 Uhr

Schwerpunkt zum Besuch von Franziskus auf Zypern und in Griechenland

Fakten
Der Umgang mit Flüchtlingen in Europa und der Dialog zwischen der katholischen und den orthodoxen Kirchen prägen die Reise von Papst Franziskus nach Zypern und Griechenland. Die Visite von 2. bis 6. Dezember war die 35. Auslandsreise des Pontifex. Am 5. Dezember besuchte Franziskus zusammen mit der griechischen Präsidentin Katerina Sakellaropoulou ein Flüchtlingslager auf der Insel Lesbos. Das sichtlich bewegte Kirchenoberhaupt warf der Weltgemeinschaft vor, das Elend und die Hilflosigkeit von Migranten zu ignorieren. "Ich bitte euch, lasst uns diesen Schiffbruch der Zivilisation stoppen", so der Papst.

Der Papst würdigte die Aufnahme von Flüchtlingen in Griechenland. Zugleich ging er hart mit der EU ins Gericht. Es gebe in Europa immer noch Menschen, "die so tun, als ginge sie dieses Problem nichts an". Immer noch gebe es Hotspots, wo Migranten und Flüchtlinge unter grenzwertigen Umständen lebten, ohne dass sich für sie eine Lösung abzeichne. "Es ist traurig, wenn als Lösung vorgeschlagen wird, mit gemeinsamen Ressourcen Mauern zu bauen, Stacheldrahtzäune zu bauen", so Franziskus.

Ähnlich hatte sich der Papst bereits in Zypern, der ersten Station seiner Reise, geäußert. Bei einem ökumenischen Gebet mit Migranten in der Hauptstadt verurteilte er den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten in der "entwickelten Welt" als eine "schwere Krankheit". Franziskus kündigte an, in den kommenden Wochen 50 Migranten nach Rom ausfliegen zu lassen.

Die Bewohner Zyperns rief Franziskus zum Dialog mit der Türkei auf. Dies sei nicht einfach, aber der einzige Weg zur Versöhnung. Die 1960 von Großbritannien unabhängig gewordene Republik Zypern ist seit 1974 geteilt. Der Norden wurde nach teils gewaltsamen Spannungen von türkischen Truppen besetzt.

Einen weiteren Schwerpunkt der Reise bildete der Austausch mit Vertretern der orthodoxen Kirchen. Sowohl auf Zypern als auch in Griechenland warb der Papst dafür, angesichts der großen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen, vor denen die Welt stehe, verstärkt mit einer Stimme zu sprechen. Bei einem Treffen mit Spitzenvertretern der griechisch-orthodoxen Kirche in Athen bat Franziskus "Gott und meine Brüder und Schwestern" um Vergebung für Fehler der Vergangenheit. "Das Unkraut des Misstrauens hat unsere Distanz vergrößert, und wir haben aufgehört, Gemeinschaft zu pflegen", sagte der Papst wörtlich.

Sowohl in Athen als auch in Nikosia feierte Franziskus Gottesdienste mit der katholischen Minderheit vor Ort. Auf Zypern warb er vor und 10.000 Gläubigen im größten Stadion der Insel für eine Erneuerung christlicher Geschwisterlichkeit. "Wenn wir unter uns gespalten bleiben; wenn jeder nur an sich selbst oder an die Seinen denkt; wenn wir uns nicht zusammentun, nicht miteinander reden, nicht gemeinsam gehen, können wir von unserer Blindheit nicht vollständig geheilt werden", sagte Franziskus. "Als 'Wir' zu denken, zu sprechen und zu handeln und dabei den Individualismus und die Anmaßung der Selbstgenügsamkeit hinter sich zu lassen", sei charakteristisches Merkmal einer kirchlichen Gesinnung.
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