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Kirche und Corona-Impfung

Corona-Impfung
© Erzdiözese Wien / Schönlaub
Covid-Impfung
07.12.2021, 16:13 Uhr

Eine zeitlich befristete Impfpflicht als "letzte Möglichkeit" zur Bekämpfung der Pandemie ist in den Augen von Österreichs katholischen Bischöfen "zulässig". Polarisierungen in der Gesellschaft solle man mit einer "heilsamen Abrüstung der Worte und Gesten", Versöhnungsbereitschaft und Gebet begegnen 

Fakten
Schützen, heilen und versöhnen: Zu diesen Grundhaltungen ruft die Kirche in Österreichs inmitten der vierten Welle der Corona-Pandemie auf. In einer gemeinsamen Erklärung (6.12.2021) legen die Bischöfe den Gläubigen die Covid-Schutzimpfung dringend nahe: Ein breiter Konsens in der Wissenschaft sehe diese als einen "unerlässlichen Beitrag" zum Schutz vor schwerer, lebensbedrohlicher Erkrankung. Auch das Gesundheitssystem und alle, die aus anderen Gründen Intensivmedizin bräuchten, seien auf eine möglichst hohe Impfquote angewiesen. "Impfen ist ein Akt der Nächstenliebe", erinnern die Bischöfe an ein Zitat von Papst Franziskus.

Zur kontrovers diskutierten Frage der von der Bundesregierung angekündigten Impfpflicht wollen die Bischöfe "kein detailliertes Votum abgeben": Eine Stellungnahme für den Gesetzesentwurf werde man nicht geben, um die schon bestehenden Polarisierungen in der Gesellschaft nicht zu verstärken. Erst wenn alle anderen Möglichkeiten zum Schutz der Bevölkerung ausgeschöpft seien, halten die Bischöfe diesen "schwerwiegende Eingriff in die körperliche Integrität und Freiheit" des Einzelnen jedoch für "zulässig". Ob diese Voraussetzungen für eine derartige Pflicht über einen beschränkten Zeitraum vorliegen, müssten die Regierenden entscheiden, die in diesem Fall auch Ausnahmen vorsehen und rechtliche Konsequenzen in "angemessenem Rahmen" halten sollten.

Auch die Ordensgemeinschaften, die Ordensspitäler, zahlreiche kirchliche und katholische Einrichtungen sowie Theologinnen und Theologen hatten sich zuletzt für die Impfung ausgesprochen. Von vielen Seiten wird zugleich für eine neue Gesprächskultur geworben. "Zuhören ist heilsam", heben denn auch die Bischöfe in ihrer Stellungnahme hervor. Friedliches Zusammenleben brauche unbedingt Respekt vor gegensätzlichen Meinungen und unterschiedlichen Standpunkten, wie freilich auch "grundsätzliche Akzeptanz von gesetzlichen Vorgaben, die im Interesse des Gemeinwohls getroffen werden müssen".
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