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Schönborn: "Beste und offenste Synode, die ich je erlebt habe"

Kardinal Schönborn spricht beim Festakt '50 Jahre Bischofssynode'
Weiters Hoffnung auf gemeinsamen Weg der Synode bei Geschiedenen-Thema - Feldkircher Bischof Elbs: Kirche muss bei Scheidung auf Versöhnung setzen
Synode
19.10.2015, 11:38 Uhr Vatikan/Kirche/Familie/Scheidung/Synode/Schönborn/Elbs
Wien-Vatikanstadt, 19.10.2015 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hat den bisherigen Verlauf der Weltbischofssynode zu Ehe und Familie als "die bei weitem beste und offenste Synode, die ich erlebt habe", gelobt. Durchaus sei es "gut so", dass bei der Bischofsversammlung gestritten und heftig debattiert werde, erklärte der Wiener Erzbischof in einem am Freitagabend ausgestrahlten Interview mit dem Radiosender Ö1 zum Ende der zweiten Woche der Versammlung im Vatikan. Mit der Methode der Synode sei er "überaus zufrieden".

Unterschiedliche Auffassungen gebe es unter den Synodenteilnehmern vor allem beim Umgang mit dem Scheitern, speziell bei der Ehescheidung. Hier würden die beiden Positionen - die eine von den Bischöfen, die die Kirchenlehre der Unauflöslichkeit der Ehe bewahren wollten, und die anderen von jenen, die von realen Erfahrungen ihrer seelsorglichen Praxis ausgingen - manchmal "aufeinanderprallen", so Schönborn. Er selbst hoffe, dass bis zum Ende der Versammlung ein gemeinsamer Weg gefunden werde.

Zuversicht für eine gemeinsame "theologisch und pastoral verantwortbaren Lösung" für wiederverheiratete Geschiedene hat Bischof Benno Elbs, signalisiert. Er persönlich hoffe auf eine Einzelfall-Regelung, bei der man die jeweilige Situation des Paares bzw. der Familie genau ansehe und konkrete Wege der Versöhnung anstrebe, so der zweite an der Synode teilnehmende katholische Bischof aus Österreich in einem Interview mit katholisch.de.

"Bei einer Trennung oder Scheidung werden viele Menschen verletzt. Damit ein Betroffener zur Kommunion gehen kann, ist eine Versöhnung mit der Situation - vielleicht auch mit den Kindern, dem Partner oder der Partnerin - notwendig", so Elbs. Dies sei dogmatisch richtig und auch pastoral sinnvoll. "Wir brauchen nicht nur eine Theologie der Vernunft, sondern auch eine Vernunft des Herzens", betonte der Feldkircher Bischof.

In der deutschsprachigen Kleingruppen im Rahmen der Synode seien bisher jene Themen behandelt worden, wo am ehesten Konsens zu erwarten war - wie etwa zur Theologie der Ehe oder zur Bedeutung der Familie für die Menschen, berichtete Elbs. Kritische Fragen stünden nun erst in der dritten Woche auf dem Programm.

Als "Wink mit dem Zaunpfahl" bezeichnete der Bischof, der auch ausgebildeter Psychotherapeut ist, die Papstrede zum 50-jährigen Jubiläum der Bischofssynode am Samstag. Franziskus habe darin die Verantwortung der regionalen Bischofskonferenzen hervorgehoben sowie die Notwendigkeit, gemeinsam auf das Evangelium zu hören. Für ihn selbst stehe fest, dass der Papst aus dem "großen Fundus" der Vorschläge der Synode, die ja nur ein Beratergremium ohne theologische Autorität sei, "etwas Wertvolles für die Menschen" machen werde, erklärte Elbs.
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