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Steindl-Rast: Weihnachten ist ein Aufruf zur Furchtlosigkeit

Glasbild eines Engels
Benediktinermönch in Linzer Kirchenzeitung: Nicht nur Christen sehnen sich nach echter Menschlichkeit - "Selbstmörderische" Tendenz der Welt nur mit Vertrauen zu überwinden
Orden
21.12.2016, 13:07 Uhr Österreich/Kirche/Gesellschaft/Krise/Konflikte/Orden/Steindl-Rast
Linz, 21.12.2016 (KAP) Das Weihnachtsgeschehen geht nach den Worten des Benediktinermönchs David Steindl-Rast nicht nur Christen an: "Gerade in der heutigen Zeit sollten wir uns bewusst sein, dass wir etwas feiern, was Menschen seit Jahrtausenden gefeiert haben, nämlich die Hoffnung auf ein Kind, das eine neue Weltordnung bringt", so der Ordensbruder im Interview mit der Linzer Kirchenzeitung. Die christliche Tradition sehe die Erfüllung dieser Sehnsucht in der Geburt von Jesus Christus, der den Weg zum Frieden im privaten wie auch gesellschaftlichen Leben aufzeige.

"Wer heute nicht Angst hat, muss blind sein", so die ernüchternde Gegenwartsanalyse des Ordensmannes. Die vertraute Zivilisation sei "an ihr Ende geraten", die Welt "überall in Sackgassen" und "in die Enge getrieben"; in vielerlei Hinsicht sei die Gesellschaft sogar "selbstmörderisch" geworden. Als Beispiele führte Steindl-Rast hier die Umweltsituation, die Aufrüstung mit Atomwaffen oder auch die Gefährdung der Demokratie durch Populismus an.

Als mögliche negative Reaktion auf die unvermeidbare Angst beschrieb der Bestsellerautor die Furcht: Sie sei der "Anfang von allem, was in unserer Gesellschaft und im Privatleben schiefläuft": Sie mache aggressiv, befeuere die hohen Rüstungsausgaben und lasse Geiz, Neid, Habsucht und Rivalität entstehen. Auch die Machtpyramide der Gesellschaft entspringe der Furcht, schließlich gelte: "Man will uns Furcht machen, denn wer sich fürchtet, lässt sich leicht manipulieren."

Ganz im Gegensatz dazu stehe die weihnachtliche Engelsbotschaft "Fürchtet euch nicht!": Schließlich gebe es auch die Option, mit Mut und Vertrauen auf schwierige Situationen zuzugehen, betonte Steindl-Rast. Nötig seien dafür ein Vertrauensvorschuss und Verzicht auf Verdächtigungen, sowie Gespräch, Friedensbereitschaft, Zusammenarbeit und Teilen. "Wir dürfen dabei Angst haben, aber wir können mit Lebensvertrauen jede Angst, jede Enge, jede Krise überstehen", so der Benediktinermönch. Das gelte für die Gesellschaft ebenso wie für das Leben des Einzelnen.

Die Geburt Christi sollte man daher feiern, indem man sich "mit allen Menschen verbindet und versöhnt", so der Rat des Benediktiners. Letztlich würden sich nämlich alle Menschen nach "wahrer Menschwerdung und echter Menschlichkeit" sehnen. Die große Chance des Weihnachtsfestes bestehe darin, gemeinsam zu Feiern und Frieden herzustellen, wo sich Unfriede eingeschlichen habe. So gelinge es, in der "unmenschlichen Gesellschaft" ein "echtes Menschsein zu verwirklichen".
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