Mittwoch 13. Dezember 2017
myKathpress LOGIN

Interpretation von "Amoris laetitia"-Fußnote jetzt offiziell

Papstschreiben 'Amoris laetitia'
Schlüsseltexte zum möglichen Weg zur Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion in Einzelfällen im Apostolischen Amtsblatt veröffentlicht - Franziskus lässt Interpretation argentinischer Bischöfe und sein Lob dazu als "authentisches Lehramt" promulgieren
Familiensynode
06.12.2017, 11:10 Uhr Vatikan/Papst/Glaube/Familie/Gesetz/Theologie/Amoris.laetitia
Vatikanstadt, 06.12.2017 (KAP) Papst Franziskus versteht den von argentinischen Bischöfen in Folge seines Lehrschreiben "Amoris laetitia" gezeichneten Weg zur möglichen Zulassung Wiederverheirateter zur Kommunion in Einzelfällen sowie seine eigene zustimmende Antwort darauf als Teil seines Lehramtes. Ein entsprechender Brief des Papstes vom September 2016 und die argentinische Orientierungshilfe wurden dieser Tage in der Online-Version des Vatikan-Amtsblattes ("Acta Apostolicae Sedis"/AAS) veröffentlicht, und zwar verbunden mit dem Zusatz von Kardinalstaatsekretär Pietro Parolin, dass die Texte "authentisches Lehramt" seien. Beide Dokumente beschreiben Voraussetzungen, Einstellungen, Anliegen und mögliche Vorgehensweisen für Seelsorger, die Ehepaare in komplexen, schwierigen Lebensphasen begleiten.

"Amoris laetitia" wurde von Papst Franziskus im April 2016 nach zwei Bischofssynoden zu den Themen Ehe und Familie veröffentlicht. Am 5. September 2016 publizierten die Bischöfe der Seelsorgeregion Buenos Aires eine Orientierungshilfe für ihre Priester. Der Titel "Grundlegende Kriterien für die Anwendung des achten Kapitels aus 'Amoris laetitia'". Das achte Kapitel behandelt vor allem die Seelsorge für Paare in schwierigen Lebenslagen.

Inhaltlich besagt die Orientierungshilfe der argentinischen Bischöfe Folgendes: Kein "unbeschränkter Zugang zu den Sakramenten" für Katholiken in jedweden Lebensumständen; Rücksicht auf Empfindlichkeiten in Pfarrgemeinden; Festhalten an der Lehre der Unauflöslichkeit der Ehe; Ermutigung von wiederverheirateten Geschiedenen zu sexueller Enthaltsamkeit oder einer Teilnahme am kirchlichen Leben ohne Sakramente - und, in Einzelfällen sowie nach einem "Weg der Unterscheidung" zusammen mit einem Geistlichen, die Möglichkeit, die Hilfe der Sakramente der Versöhnung und der Eucharistie zu suchen.

Ebenfalls am 5. September 2016 schrieb Franziskus dem zuständigen Bischof Sergio Alfredo Fenoy und lobte das Werk. Er finde in der Handreichung den Sinn seines umstrittenen Kapitels von "Amoris laetitia" vollauf erfasst, wo es um das "Begleiten, Unterscheiden und Integrieren" in schwierigen Lebenssituationen gehe. "Es gibt keine anderen Interpretationen", schrieb Franziskus kurz und bündig.

Spätes Reskript wegen Heftigkeit der Debatte

Beide Dokumente, die Orientierungshilfe wie auch das Antwortschreiben des Papstes, finden sich seit wenigen Tagen in der Online-Ausgabe der "Acta Apostolicae Sedis" vom Oktober 2016. Die gedruckte Ausgabe liegt noch nicht vor.

Durch Veröffentlichung in den AAS werden allgemeine kirchliche Gesetze promulgiert, treten also in Kraft. In den vatikanischen Akten stehen aber auch Reden, Briefe oder Berichte über Ereignisse. Je nach Gattung haben die Texte unterschiedliche Bedeutung.

In diesem Fall bemerkenswert ist ein "Reskript aus einer Audienz bei Seiner Heiligkeit", unterzeichnet von Kardinalstaatssekretär Parolin. Ein Reskript ist eine Art Verwaltungsakt zur Regelung von Rechtsfragen in Einzelfällen. In der Materie, die bei der Audienz behandelt wurde, habe "der Papst entschieden, dass die vorgestellten beiden Dokumente durch Veröffentlichung auf der vatikanischen Website und in den 'Acta Apostolicae Sedis' als authentisches Lehramt promulgiert werden".

Dass das Datum des Reskripts von Kardinal Parolin in den AAS-Akten vom Oktober 2016 mit dem 5. Juni 2017 angegeben ist, ist nicht ungewöhnlich. Die Erstellung des Amtsblattes zieht sich über Monate hin; Texte müssen mehrfach kontrolliert, zum Teil übersetzt werden. Und so kommt es vor, dass die gedruckten Akten des Jahres 2016 erst Anfang 2018 erscheinen.

In der Zwischenzeit können in der Online-Ausgabe Ergänzungen vorgenommen werden. Das späte Reskript vom Juni 2017 ist wohl auch ein Ergebnis der heftigen Debatte, in der das eigentliche Anliegen des Papstes bereits dutzendfach von Theologen erklärt worden ist.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Moralische und politische Unterstützung für verfolgte Christen"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Ich erwarte von neuer Bundesregierung, dass sie das Thema 'Christenverfolgung' auf die Agenda der europäischen Politik bringt"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "Christen werden weltweit verfolgt wie nie zuvor und der Westen sieht untätig weg"

    12.12.2017, 19:09 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "In Europa ist der Glaube schwach geworden"

    12.12.2017, 19:08 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2017 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/