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Orient-Experte fordert mehr Besuche bei Nahost-Christen

Begründer der "Initiative Christlicher Orient", Prof. Hollerweger, in "Kirche bunt"-Interview: Bei Wallfahrten ins Heilige Land nicht nur die kirchlichen Stätten sondern auch die Menschen aufsuchen
07.12.2017, 12:48 Uhr Österreich/Kirche/Nahost/ICO/Hollerweger
St.Pölten, 07.12.2017 (KAP) Mehr Solidarität und Hilfe für die Christen im Nahen Osten hat einmal mehr der Gründer der "Initiative Christlicher Orient" (ICO), Prof. Hans Hollerweger, eingemahnt. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" betonte Hollerweger, dass die Christen im Nahen Osten am "Wurzelboden des Christentums" leben würden. Das sei ihre große Bedeutung. Der Orient-Experte plädierte u.a. für mehr Wallfahrten ins Heilige Land, die nicht nur den kirchlichen Stätten, sondern vor allem der Begegnung mit den Christen gewidmet sind. Es brauche Signale, "dass wir die Christen im Orient nicht allein lassen und dass wir uns um sie kümmern. Das wäre wichtig - für die Christen und auch für die Politiker dort!"

Ende der 1980er-Jahre lernte Hollerweger zufällig die verbliebene christliche Gemeinden des "Tur Abdin" in der Südosttürkei kennen und war sofort fasziniert von den Menschen sowie den alten Kirchen und Klös­tern, wie er berichtete. Bewegt habe ihn damals die Aussage eines Bürgermeisters: "Niemand kümmert sich um uns, niemand besucht uns, wir fühlen uns verlassen." Die Situation in Ostanatolien sei damals so gewesen, dass alle vermögenden Christen das Land verließen und sich der Westen für die prekäre Situation der Zurückgeblieben nicht interessierte.

Der heute 87-jährige Hollerweger gründete 1989 die "Initiative Christlicher Orient" (die anfangs noch "Freunde des Tur Abdin" hieß). Er nahm sich vorerst vor allem der bedrängten christlichen Gemeinden im "Tur Abdin" an und weitete später den Einsatz auf den gesamten Orient aus. Er leitete die ICO bis 2014.

Hollerweger hob im "Kirche bunt"-Interview u.a. den starken Glauben der Orient-Christen hervor. "Die Christen im Orient stehen zu ihrem Glauben in einer ihnen häufig feindlich gesinnten islamischen Umwelt. In Ländern, in denen der Sonntag nicht arbeitsfrei ist, versammeln sie sich unter großen Schwierigkeiten nach der Arbeit am Sonntagabend. Sie scheuen sich nicht, sich in der Öffentlichkeit zum christlichen Glauben zu bekennen. Ihr Mut und ihr eindeutiges Bekenntnis, ihr Zusammenhalt in überaus lebendigen Gemeinden haben mich beeindruckt und geprägt." Er sei deshalb auch zuversichtlich, dass die Christen im Orient eine Zukunft haben.

Nichtsdestotrotz habe er im Laufe der Jahre auch einige Christen kennengelernt, die als Märtyrer gestorben sind - darunter vier Bischöfe, einen Priester und im "Tur Abdin" drei Bürgermeister, mit denen er oft die Lage in ihren Dörfern besprochen hatte. Nachsatz: "Das vergisst man nicht."

(Infos: "www.christlicher-orient.at";)
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