Mittwoch 13. Dezember 2017
myKathpress LOGIN

Vatikan und Palästinenser gründen interreligiöse Arbeitsgruppe

Papst: Religionsvertreter in Palästina sollen Dialog suchen - Heiliges Land "par excellence das Land des Dialogs zwischen Gott und der Menschheit"
06.12.2017, 14:54 Uhr Vatikan/Palästina/Papst/Religion/Diplomatie/Konflikte
Vatikanstadt, 06.12.2017 (KAP) Der Vatikan und die Palästinensische Autonomiebehörde haben eine gemeinsame interreligiöse Arbeitsgruppe gegründet. Wie der Vatikan am Mittwoch mitteilte, wurde ein entsprechendes Abkommen tags zuvor besiegelt. Die neue Arbeitsgruppe wird getragen vom Päpstlichen Rat für interreligiösen Dialog und der Palästinensischen Kommission für interreligiösen Dialog.

Geleitet wurde das Treffen von den Präsidenten der jeweiligen Einrichtung, Kardinal Jean-Louis Tauran und Scheich Mahmoud Al-Habbash. Habbash ist auch Oberster Richter des Palästinensischen Autonomiegebietes. Der palästinensischen Delegation gehörte außerdem Adnan Al-Husseini, palästinensischer Gouverneur von Jerusalem, an. Als weiterer palästinensischer Vertreter nahm Issa Kassissieh, Botschafter beim Heiligen Stuhl, an den Beratungen teil.

Papst Franziskus empfing am Mittwoch die Mitglieder beider Delegationen in Audienz. Dabei rief er zum Dialog der Religionen und der Zivilgesellschaft auf. Voraussetzung und Ziel dieses Dialogs seien gegenseitiger Respekt, damit "allen Menschen, wo immer sie sich befinden, ihre Rechte zuerkannt werden".

Franziskus betonte, für die Kirche sei es "immer eine Freude, Brücken des Dialogs mit Gemeinschaften, Menschen und Organisationen zu bauen". Für Christen sei das Heilige Land "par excellence das Land des Dialogs zwischen Gott und der Menschheit". Dabei verwies er auch auf die Erwähnung der Ankündigung der Geburt Jesu im Koran.

Die vatikanisch-palästinensische Arbeitsgruppe solle auf einen "aufrichtigen Dialog zugunsten aller Teile der palästinensischen Gesellschaft" hinarbeiten, so der Papst. Dabei erinnerte er an die Herausforderungen der christlichen Minderheit, vor allem angesichts der Abwanderung. Er betonte zugleich, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schenke den Christen besondere Aufmerksamkeit und erkenne deren Stellung und Rolle in der palästinensischen Gesellschaft an.

In der folgenden Generalaudienz in der vatikanischen Audienzhalle ging der Papst auch auf die drohenden Spannungen angesichts einer möglichen Verlegung der US-amerikanischen Botschaft nach Jerusalem ein. "Ich kann meine tiefe Besorgnis nicht verschweigen", sagte Franziskus. Er hoffe, dass sich "Weisheit und Klugheit durchsetzen". Weiter richtete er einen "dringenden Appell" an alle, den Status quo der Stadt und die Resolutionen der Vereinten Nationen zu respektieren.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Moralische und politische Unterstützung für verfolgte Christen"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Ich erwarte von neuer Bundesregierung, dass sie das Thema 'Christenverfolgung' auf die Agenda der europäischen Politik bringt"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "Christen werden weltweit verfolgt wie nie zuvor und der Westen sieht untätig weg"

    12.12.2017, 19:09 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "In Europa ist der Glaube schwach geworden"

    12.12.2017, 19:08 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2017 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/