Mittwoch 13. Dezember 2017
myKathpress LOGIN

8. Dezember: Schönborn erinnert an "einmalige Geschichte" Marias

Wiener Erzbischof leitet am 8. Dezember große Immaculata-Feier mit Lichterprozession durch die Innenstadt
07.12.2017, 11:22 Uhr Österreich/Kirche/Religionsfest oder Feiertag/Mariensäule/Schönborn
Wien, 07.12.2017 (KAP) Der Adventfeiertag "Mariä Empfängnis" am 8. Dezember ist "ein Fest der Dankbarkeit für Maria", hat Kardinal Christoph Schönborn in seiner "Heute"-Kolumne am Donnerstag betont. "Mit Maria beginnt etwas ganz Neues. Sie wird die Mutter Jesu werden. Sie ist wohl die berühmteste Mutter. Nicht nur im Christentum wird sie verehrt, auch im Islam wird sie geschätzt. Viele finden bei ihr Geborgenheit und Trost", so der Wiener Erzbischof.

In der Wahrnehmung vieler sei der 8. Dezember allerdings ein "seltsamer" Feiertag - "arbeitsfrei, und doch sind die meisten Geschäfte offen, also ein arbeitsfreier Einkaufstag", schreibt Kardinal Schönborn. Doch das Fest der Kirche gelte jenem Tag, an dem die Eltern der Maria von Nazareth, Joachim und Anna, das Kind Maria gezeugt und empfangen hätten. Neun Monate später, am 8. September, werde dementsprechend "Mariä Geburt" gefeiert.

"Ich frage mich, warum wir nicht den Tag unserer Empfängnis feiern. Denn mein Leben hat ja nicht bei meiner Geburt begonnen, sondern neun Monate davor, bei meiner Empfängnis. Aber selten sagen einem die Eltern, wann das war", so der Wiener Erzbischof. Er erinnerte, dass mit jeder Empfängnis "eine einmalige Geschichte, ein neues Leben", beginne.

Kardinal Schönborn leitet am 8. Dezember die große Wiener Immaculata-Feier mit einer Lichterprozession, die durch die Innenstadt führt. Der Beginn des Umzugs ist um 16 Uhr bei der Mariensäule auf dem Platz Am Hof. Von dort ziehen die Mitfeiernden - darunter mehrere hundert Ministranten und Fackelträger aus der ganzen Erzdiözese - mit Blasmusik-Begleitung über den Graben zum Stephansdom. Nach dem Einzug in den Dom mit der Maria-Pocs-Ikone folgt eine Marienvesper mit abschließendem Pontifikalsegen.

350 Jahre Mariensäule Am Hof

Sowohl die Wiener Mariensäule wie auch die Aufwertung des schon seit dem 1. Jahrtausend begangenen Mariä-Empfängnis-Tages gehen in Österreich auf den Dreißigjährigen Krieg zurück. Kaiser Ferdinand gelobte 1645, als die protestantischen Schweden vor der Toren Wiens standen, die besondere Verehrung der Unbefleckten Empfängnis in seinen Ländern in Form eines öffentlichen Feiertages sowie die Errichtung einer Gnadensäule - sofern die Gefahr abgewendet würde, was auch geschah.

Die erste Säule am Hof wurde 1647 errichtet, ebenso wurde der 8.Dezember-Feiertag eingeführt. Der Sohn Kaiser Ferdinands, Kaiser Leopold I., schenkte siebzehn Jahre später die Marmorsäule dem Hofkammerpräsidenten Georg Ludwig Graf von Sinzendorf, der die Säule nach Wernstein am Inn (OÖ) verschiffen und dort aufstellen ließ.

Leopold I. veranlasste dann die Errichtung einer neuen Mariensäule Am Hof. Diese wurde nach Entwürfen von Lodovico Ottavio Burnacini in Bronze gegossen, den Unterbau fertigten Carlo Martino Carlone und Carlo Carnevale. Die Einweihung erfolgte vor genau 350 Jahren, am 8. Dezember 1667.

Zu Mariä Empfängnis finden österreichweit Festgottesdienste statt, die in den Domkirchen von den Bischöfen geleitet werden. Den besonderen Bezug der Diözese Linz zu Mariä Empfängnis bringt die Messfeier um 10 Uhr im Linzer Mariendom zum Ausdruck. Der Bau des Doms wurde 1855 durch den Linzer Bischof Franz Joseph Rudigier aus Dank für die "Mariä Empfängnis-Bulle" ("Ineffabilis Deus") vom 8. Dezember 1854 veranlasst. Die Linzer Pontifikalmesse um 10 Uhr wird von Diözesanbischof Manfred Scheuer geleitet. Sie ist verbunden mit der Weihe des neuen Altars.

Gefeiert wird am 8. Dezember "die ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria" - so der volle Wortlaut der Bezeichnung des Hochfestes. Gemeint ist mit dem Glaubensgut, das auch als "Unbefleckte (Immaculata) Empfängnis Marias" umschrieben wird, nicht etwa die Jungfrauenschaft der Gottesmutter, sondern ihre besondere Erwählung. Maria ist von Gott auserwählt, die Mutter des Erlösers Jesus Christus zu sein. Erst am 8. Dezember des Jahres 1854 wurde das Glaubensgut der so genannten "Unbefleckten Empfängnis Marias" durch die Bulle "Ineffabilis Deus" zum Dogma. Papst Pius IX. verstand die Dogmatisierung als einen Akt der Gottesverehrung und des Marienlobes.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Moralische und politische Unterstützung für verfolgte Christen"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    AKV-Präsident Helmut Kukacka: "Ich erwarte von neuer Bundesregierung, dass sie das Thema 'Christenverfolgung' auf die Agenda der europäischen Politik bringt"

    12.12.2017, 19:11 Uhr
    Interview beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "Christen werden weltweit verfolgt wie nie zuvor und der Westen sieht untätig weg"

    12.12.2017, 19:09 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt

    Missio-Nationaldirektor Wallner: "In Europa ist der Glaube schwach geworden"

    12.12.2017, 19:08 Uhr
    Statement beim Fackelzug für verfolgte Christen durch die Wiener Innenstadt
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2017 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/