Montag 23. April 2018
myKathpress LOGIN

Gemeinschaft "Regnum Christi" erarbeitet neue Statuten

Sprecher: Diskreditierter Gründer Marcial Maciel Degollado kann kein Vorbild mehr sein
17.04.2018, 14:51 Uhr Italien/Vatikan/Kirche/Orden/Regnum.Christi
Rom, 17.04.2018 (KAP) Um aus dem dunklen Schatten ihres Gründers herauszukommen, erarbeitet die katholische Gemeinschaft "Regnum Christi" (RC) derzeit neue Statuten. Bei einer Generalversammlung, die noch bis Mittwoch in Rom stattfindet, beraten Delegierte einen Rahmen für die vier Zweige der Gemeinschaft, der ein gleichberechtigtes Verhältnis von Priestern und Laien ermöglichen soll. Zudem sollen die neuen Statuten verhindern, dass erneut ein System von Lügen und Missbrauch entstehen kann, wie es der 2008 gestorbene Gründer Marcial Maciel Degollado aufgebaut hatte.

Nach dem Bekanntwerden von Sexualstraftaten Maciels im Jahr 2009 und anschließender Inspektion durch den Vatikan hatte Papst Benedikt XVI. (2005-2013) die gesamte Ordensleitung ausgetauscht. Seit 2013 haben die vier Zweige der Gemeinschaft - "Legionäre Christi", gottgeweihte Frauen und Männer sowie die Laien - jeweils eigene neue Statuten erarbeitet. Diese werden derzeit in Rom in einen gemeinsamen Rahmen gefasst, der die 2004 von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) genehmigten Statuten ersetzen soll.

Nach Aussage von Karl-Olaf Bergmann, Delegierter und Sprecher der Gemeinschaft in Deutschland, ist im Rahmen des Kirchenrechts vor allem eine gleichberechtigte Einordnung der Laien schwierig. Das zeige sich auch darin, dass nach außen hin vor allem die Priestergemeinschaft "Legionäre Christi" bekannt sei.

Die zweite Schwierigkeit des mehrjährigen Reformprozesses bestehe darin, das geistliche Profil der Gemeinschaft zu sichern, ohne auf den diskreditierten Gründer zurückzugreifen. Maciel könne keinerlei Vorbild mehr sein, so Bergmann. Bei einer zweiten Generalversammlung im November sollen die neuen Statuten nach Bestätigung durch den Vatikan verabschiedet werden.

Zur Gemeinschaft "Regnum Christi" gehören nach eigenen Angaben derzeit weltweit knapp 1.600 Legionäre Christi (Priester, Novizen und Ordensleute), rund 570 gottgeweihte Frauen und 80 gottgeweihte Männer sowie etwa 31.500 Laien.

Der mexikanische Seminarist Marcial Maciel Degollado (1920-2008) hatte 1941, kurz vor seiner Priesterweihe, eine Kongregation gegründet, aus der die "Legionäre Christi" und das "Regnum Christi" hervorgingen. Gegen Ende seines Lebens und nach seinem Tod wurde bekannt, dass Maciel als Priester nicht nur mehrere Kinder hatte, sondern auch mehrfachen Missbrauchs schuldig war.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • Sr. M. Michaela Pfeiffer-Vogl: "Internationalität bereichert Klösterreich"

    11.04.2018, 13:52 Uhr
    Pressekonferenz des Vereins Klösterreich

    Sr. Franziska Bruckner: "Orden sind in ihrer DNA immer schon international, das zeichnet sie aus"

    11.04.2018, 13:51 Uhr
    Pressekonferenz des Vereins Klösterreich

    Sr. Franziska Bruckner: "Kultur, Begegnung und Glaube ist weit mehr als Wellness"

    11.04.2018, 13:51 Uhr
    Pressekonferenz des Vereins Klösterreich

    Abt Maximilian Neulinger: "Die Mona Lisa des 12. Jahrhunderts in Österreich findet sich in Stift Lambach"

    11.04.2018, 13:50 Uhr
    Pressekonferenz des Vereins Klösterreich
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2018 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/