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Armenier-Gedenktag: Auseinandersetzung um Mahnmal in Köln

Skulptur zum Gedenken an Opfer des Völkermords an den armenischen Christen im Osmanischen Reich soll wieder entfernt werden
17.04.2018, 15:00 Uhr Deutschland/Völkermord/Geschichte/Konflikte/Mahnmal
Köln, 17.04.2018 (KAP) Die Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Völkermords an den armenischen Christen im Osmanischen Reich ab 1915 hat in Köln zu einer heftigen Auseinandersetzung geführt. Am Sonntag hatte die Initiative "Remembering Genocide" am linken Ufer der Hohenzollernbrücke im Kölner Stadtzentrum eine 1,80 Meter hohe Skulptur der Künstler Stefan Kaiser und Max Scholz enthüllt, die jetzt wieder entfernt wird.

Die Pyramide trägt an der Spitze einen gekerbten Granatapfel als Symbol des Völkermords, die Inschrift auf Deutsch, Armenisch, Türkisch und Englisch lautet: "Dieser Schmerz trifft uns alle". Der Kölner Stadtrat beschloss am Montag, dass das Mahnmal "sofort" entfernt werden müsse, weil keine Genehmigung vorliege. Außerdem gebe es bereits ein Armenier-Mahnmal in Form eines im November 2017 gesegneten Kreuzsteins auf dem Friedhof Lembacher Weg.

Mit rund 5.000 Gemeindemitgliedern hat Köln die größte armenische Gemeinde Deutschlands. Die Mitglieder unterstützen mehrheitlich das Brückenkopf-Denkmal. Denn sie vertreten die Ansicht, dass der Opfer des Völkermords nicht auf einem Friedhof, sondern in der Öffentlichkeit des Alltags gedacht werden sollte. Weil es in Köln auch eine starke Präsenz türkischer Immigranten gibt, kursiert in armenischen Kreisen die Version, die Kölner Stadtverwaltung habe mit ihrem Vorgehen gegen das Mahnmal an der Hohenzollernbrücke türkischen Pressionen nachgegeben.

Weltweit wird in den Tagen rund um den 24. April des Völkermords an den Armeniern gedacht, wobei in vielen Beiträgen auch Verweise auf Genozide der Gegenwart bzw. allerjüngsten Vergangenheit getätigt werden. Der 24. April 2018 ist der 103. Jahrestag der Verhaftungsaktion der osmanischen Geheimpolizei unter den Mitgliedern der armenischen Elite in Konstantinopel. Die Aktion bildete den Auftakt für die Vernichtung von mindestens einer halben Million Armeniern. In Armenien findet aus diesem Anlass am kommenden Dienstag eine große Gedenkfeier am Mahnmalkomplex Zizernakaberd statt.
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