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Philosoph Habermas: Verdanke Theologen Metz wichtige Impulse

Jürgen Habermas
Sammelband zu Ehren des 90. Geburtstages von Johann Baptist Metz enthält u.a. einen persönlichen Brief von Jürgen Habermas an den Begründer der Neuen Politischen Theologie
Theologie
12.09.2018, 12:20 Uhr Deutschland/Philosophie/Kirche/Leute/Habermas/Theologie/Metz
Münster-München, 12.09.2018 (KAP) Jürgen Habermas, der wohl bedeutendste deutsche Philosoph der Gegenwart, verdankt wesentliche Impulse seines Denkens in den vergangenen 20 Jahren dem Theologen Johann Baptist Metz. Das räumte Habermas in einem Brief an Metz ein, in dem er dem Theologen zu dessen 90. Geburtstag am 5. August gratulierte. In den vergangenen beiden Dekaden hatte Habermas sich vor allem an Fragen des "nachmetaphysischen Denkens" abgearbeitet und dabei die bleibende Relevanz säkular übersetzter religiöser Erfahrungen und Begriffe für die Philosophie betont. Er sei im Rückblick auf persönliche Begegnungen und Auseinandersetzungen mit Metz überrascht gewesen, "zu erkennen, dass es die produktivsten Anstöße Ihrer Theologie gewesen sind, die meine Gedanken in diese Richtung gelenkt haben", räumte Habermas nun ein.

Der Brief erschien dieser Tage in dem Sammelband "Theologie in gefährdeter Zeit", in dem 150 Freunde und Weggefährten dem Begründer der Neuen Politischen Theologie gratulieren und Gedanken im Anschluss an die Theologie Metz' formulieren.

Habermas blickt in dem Brief auf verschiedene Begegnungen mit Metz zurück - erstmals in Berührung gekommen sei er mit dessen theologischem Werk Anfang der 1970er Jahre im Kontext einer vom damaligen Metz-Schüler und späteren Hamburger Erziehungswissenschaftler Helmut Peukert angestoßenen philosophisch-theologischen Debatte über theologische Elemente in philosophischen Handlungstheorien. Ausdrücklich erwähnt Habermas auch das 2006 erschienene Werk "Memoria Passionis", welches er als "die reife Summa" von Metz bezeichnet. Persönliche Begegnungen während der Ferienzeit etwa im oberbayrischen Litzldorf, wo Metz während der Ferien Gottesdienste feierte, hätten ihm darüber hinaus "eine Ahnung davon" vermittelt, "was 'Kirche' bedeuten kann", erinnert sich der Philosoph.

Unter den Autoren des Sammelbandes findet sich viel akademische Prominenz - von Hans Küng über Jürgen Moltmann, Hans Maier, Hermann Lübbe, Thomas Söding, Elisabeth Schüssler-Fiorenza, Klaus Berger bis hin zu Jon Sobrino und Martha Zechmeister. Aus Österreich haben die Theologen Johann Reikerstorfer, Wolfgang Treitler, Clemens Sedmak, Roman Siebenrock, Hans-Joachim Sander, Christa Schnabl, Wolfgang Palaver und Ulrich Körtner sich in die Reihe der Gratulanten gefügt. Glückwünsche kommen außerdem von den Bischöfen Felix Genn (Münster), Heinrich Mussinghoff (früherer Bischof von Aachen), Friedrich Ostermann (emeritierter Weihbischof von Münster) und Ludwig Schick (Bamberg).

Das Buch "Theologie in gefährdeter Zeit. Stichworte von nahen und fernen Weggefährten für Johann Baptist Metz zum 90. Geburtstag" wurde von Hans-Gerd Janßen, Julia D.E. Prinz und Michael Rainer herausgegeben. Es ist im LIT-Verlag erschienen und kostet 39,90 Euro (ISBN 978-3-643-14106-4).
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