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Schönborn: Im orthodoxen Kirchenkonflikt nicht Partei ergreifen

Pressekonferenz mit dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz zum Ende der Herbstvollversammlung am 9. November 2018 in Wien
Kardinal hofft auf starke "Einheitskräfte" in der Orthodoxie - Als katholische Kirche weiterhin bewährte Freundschaft zu allen orthodoxen Kirchen pflegen
09.11.2018, 16:11 Uhr Österreich/Kirche/Konflikte/Orthodoxie/Schönborn
Wien, 09.11.2018 (KAP) Kardinal Christoph Schönborn hofft, dass in der Orthodoxen Kirche "die Einheitskräfte stärker sein werden als jene der Spaltung". Die aktuelle Situation sei "dramatisch und höchst bedauerlich", so der Kardinal, er sei jedoch trotzdem zuversichtlich, dass der Konflikt friedlich gelöst werden könne. "Jedenfalls beschäftigt uns die Sache sehr", so Schönborn wörtlich auf Anfrage im Rahmen der Pressekonferenz zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am Freitag in Wien. Zugleich warnte der Kardinal davor, dass die katholische Kirche in dem Konflikt einseitig Partei ergreift. - Der Konflikt um eine unabhängige orthodoxe Kirche in der Ukraine hat zum Abbruch der Kirchengemeinschaft zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel geführt.

Schönborn unterstrich die guten Beziehungen der katholischen Kirche zu allen orthodoxen Kirchen in Österreich; nicht zuletzt auch durch die Stiftung Pro Oriente. Für die nahe Zukunft sei auch eine Begegnung der katholischen und orthodoxen Bischofskonferenzen angedacht, kündigte der Kardinal an.

Von Seiten der katholischen Kirche könne man wohl nur für eine friedliche Lösung beten. Es gelte, in dem innerorthodoxen Konflikt möglichst nicht einseitig Partei zu ergreifen, sondern die bewährte Freundschaft mit allen orthodoxen Kirchen zu pflegen, so Schönborn. In diesem Sinne verstehe er auch seine anstehende Begegnung mit dem serbisch-orthodoxen Patriarchen Irinej. - Der Kardinal wird Samstagabend im Rahmen seines Belgrad-Besuchs mit dem Patriarchen zusammentreffen.

Der eigentliche Grund seiner Belgrad-Reise sei freilich das Gedenken zum Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, so Schönborn weiter. Er wird am Samstagvormittag mit dem katholischen Belgrader Erzbischof Stanislav Hocevar und dem österreichischen Militärbischof Werner Freistetter einem Gedenkgottesdienst in der katholischen Kathedrale von Belgrad vorstehen. Am frühen Nachmittag (13 Uhr) findet auf dem Friedhofskomplex des Novo Groblje (Neuer Friedhof) die eigentliche Gedenkfeier statt. Schönborn wiederholte im Rahmen der Pressekonferenz einmal mehr seine Überzeugung, dass Serbien 1914 mit der Kriegserklärung durch Österreich-Ungarn Unrecht getan wurde. Aus diesem Grund habe er sich sehr bewusst dafür entschieden, zum Gedenken an das Weltkriegsende nach Belgrad zu reisen.
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