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Papst und Oberhaupt der Assyrischen Kirche würdigen Ökumene

Franziskus und irakisches Kirchenoberhaupt unterzeichnen gemeinsame Erklärung - Aufruf zu mehr Anerkennung der Christen im Nahen Osten - "Christen wollen nicht als 'geschützte Minderheit' oder tolerierte Gruppe behandelt werden, sondern als vollwertige Bürger"
09.11.2018, 16:36 Uhr Vatikan/Irak/Kirche/Ökumene/Papst
Vatikanstadt, 09.11.2018 (KAP) Das religiöse Oberhaupt der Apostolischen Kirche des Ostens, Mar Gewargis III., ist am Freitag mit Papst Franziskus im Vatikan zusammengetroffen. Bei ihrem Treffen würdigten sie die bisherigen Ergebnisse der Ökumene und riefen zu mehr Anerkennung der Christen im Nahen Osten auf.

In einer gemeinsamen Erklärung, die der Vatikan veröffentlichte, forderten Papst und Patriarch, dass Christen im Nahen Osten als normale Bürger ihrer Länder gelten sollten: "Christen wollen nicht als 'geschützte Minderheit' oder tolerierte Gruppe behandelt werden, sondern als vollwertige Bürger". Zusammen mit anderen trügen Christen wesentlich dazu bei, dass der Nahe Osten "ein Ort von Toleranz, gegenseitigem Respekt und Annahme" werde.

Am dem Weg der Anerkennung der Christen im Nahe Osten sei der interreligiöse Dialog immer notwendiger, wenn er mit einer Haltung von Offenheit, Wahrheit und Liebe geführt werde, so der Papst und das irakische Kirchenoberhaupt. Ein solcher Dialog sei das beste Mittel gegen Extremismus.

Zur Ökumene versicherten sie, dass "verschiedene Bräuche und Kirchenordnungen keinesfalls Hindernisse auf dem Weg zu Einheit" sind. Ebenso seien "unterschiedliche theologische Ausdrucksweisen oft eher ergänzend als gegensätzlich".

Mar Gewargis III. steht seit 2015 an der Spitze der orientalischen Kirche mit nach Schätzungen 400.000 Christen, die hauptsächlich im Iran und Irak leben. 2016 traf er erstmals mit Franziskus zusammen; vergangenen Juli nahm der Patriarch an einem Gebetstreffen mit dem Papst im süditalienischen Bari teil.

Die Apostolische Kirche des Ostens, oft auch Assyrische Kirche genannt, ist die Kirche des alten Perserreiches. Formal ist Mar Gewargis III. der 121. Katholikos-Patriarch von Seleukia-Ktesiphon, der sassanidischen Hauptstadt des Iran südlich des heutigen Bagdad. In Lehre und Liturgie steht diese Kirche der mit Rom verbundenen chaldäischen Kirche nahe.
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