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Erzbischof Lackner informiert über Abschluss der Visitation

Erzbischof Franz Lackner, Salzburg
Pressekonferenz mit dem Apostolischen Visitator am Freitag um 10 Uhr im Salzburger Bischofshaus - Gurker Domkapitel nahm nicht Einsicht in Bericht
Diözese Gurk
14.03.2019, 17:45 Uhr Österreich/Kirche/Medien/Apostolische.Visitation/Lackner
Salzburg, 14.03.2019 (KAP) Die von Papst Franziskus angeordnete Apostolische Visitation in der Diözese Gurk steht vor dem Abschluss. Das hat die Erzdiözese Salzburg am Donnerstag in einer Presseaussendung mitgeteilt und gleichzeitig zu einer Pressekonferenz mit Erzbischof Franz Lackner eingeladen. Der Apostolische Visitator wird schon morgen Freitag, um 10 Uhr, im Salzburger Bischofshaus (Rupertussaal, Kapitelplatz 2, 5020 Salzburg), den Medien zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit dem Visitationsteam werde man "über den Abschluss der Arbeit - wie am Beginn der Visitation - die Öffentlichkeit informieren."

"Konkrete inhaltliche Visitationsergebnisse werden, wie bereits angekündigt, nicht kommentiert", hält Erzbischof Lackner in der Aussendung fest. "Der Bericht der apostolischen Visitation in der Diözese Gurk-Klagenfurt wird in diesen Tagen nach Rom geschickt", heißt es zur weiteren Vorgangsweise.

Am 14. Jänner hatte Erzbischof Lackner mit der Visitation in der Diözese Gurk begonnen, die sich auf die Zeit seit 2008 bis einschließlich der Sedisvakanz bezieht. Er wurde dabei unterstützt vom Feldkircher Bischof Benno Elbs und einem Team, zu dem der steirische Caritasdirektor Herbert Beiglböck, der Grazer Spitalsdirektor Christian Lagger, der Münchner Kirchenrechtler Helmuth Pree, die Salzburger Ordinariatskanzlerin Elisabeth Kandler-Mayr und Lackners Mitarbeiter Martin Seidler und Heidi Zikulnig gehörten. Neben Gesprächen mit der Kärntner Diözesanleitung, dem Domkapitel und zahlreichen kirchlichen Verantwortungsträgern hielt der Salzburger Erzbischof auch allgemeine Sprechtage ab.

Keine Einsichtnahme des Domkapitels

Das Gurker Domkapitel hat nicht in den Visitationsbericht Einsicht genommen, weil das dafür vorgelegte Procedere für das Domkapitel "nicht akzeptabel" war. Das erklärte die Diözese Gurk am Donnerstag in einer Stellungnahme. Die Einsichtnahme der Kärntner Diözesanspitze in den Bericht der Apostolischen Visitation hätte am Donnerstagnachmittag in Salzburg erfolgen sollen.

Das Domkapitel gab zwei Hauptgründe für die nicht erfolgte Einsichtnahme an: So sei am Beginn der Apostolischen Visitation vom Visitationsteam zugesagt worden, dass das Gurker Domkapitel nach Fertigstellung des Visitationsberichtes "entsprechend den Standards eines Rechnungshofberichtes, die eine mindestens mehrtägige Begutachtungsphase vorsehen, die Möglichkeit zur Stellungnahme erhält". Die dann vom Visitationsteam ursprünglich eingeräumten zweieinhalb Stunden für Einsichtnahme und Stellungnahme stünden daher im Widerspruch zu dieser zugesagten Vorgangsweise. Zudem stehe die vom Visitationsteam in diesem Zusammenhang dem Gurker Domkapitel auferlegte Verschwiegenheit gegenüber der Öffentlichkeit im Widerspruch zu dem bei Beginn der Visitation vereinbarten Mindestmaß an Kommunikation relevanter Ergebnisse "nach außen" nach Fertigstellung des Visitationsberichtes.

"Auf Ersuchen des Gurker Domkapitels, wegen der oben genannten Punkte das geplante Procedere zu ändern, hat der Apostolische Visitator zwar die Möglichkeit eingeräumt, diese Einsichtnahme auf mehrere Stunden ausdehnen zu können, was aber nichts am grundsätzlichen Vorbehalt des Domkapitels ändert", heißt es in der Erklärung aus Klagenfurt weiter.

Zudem habe das Gurker Domkapitel Kenntnis davon, dass Bischof Alois Schwarz in der Visitation nur als "Zeuge" geführt werde. Das lasse vermuten, dass hauptsächlich die Zeit der Sedisvakanz geprüft wurde. "Zusammenfassend entsteht der Eindruck, dass die Visitation den Kriterien der Transparenz und Fairness überwiegend nicht gerecht wird und daher auch die Objektivität nicht bestätigt werden kann", wird in der Stellungnahme festgehalten. Gleichzeitig wird darauf verwiesen, dass unabhängig vom Inhalt des Visitationsberichtes "für das Gurker Domkapitel der Abschlussbericht der Arbeitsgruppe Bistum vom 11. Dezember 2018 und das Pressestatement des Domkapitels vom 18. Dezember 2018 uneingeschränkt Richtigkeit und Gültigkeit" hätten.

Auf Anfrage von "Kathpress" beim Apostolischen Visitator verwies dessen Sprecherin, Heidi Zikulnig, auf die für Freitag festgesetzte Pressekonferenz mit Erzbischof Franz Lackner und dem Visitationsteam in Salzburg. Man werde im Rahmen dieses Medientermins auf die Stellungnahme des Gurker Domkapitels eingehen.
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