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Kärnten (3) - Beiglböck: Keine wirtschaftliche Gefahr für Bistum

Der Caritasdirektor der Diözese Graz-Seckau bei einer Pressekonferenz zum Abschluss der Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt am 15. März 2019 in Salzburg
15.03.2019, 13:05 Uhr Österreich/Kirche/Wirtschaft/Kärnten/Bistum/Beiglböck/Visitation
Salzburg, 15.03.2019 (KAP) Ein wesentlicher Teil der Visitation der Diözese Gurk-Klagenfurt betraf das wirtschaftliche Gebaren des bischöflichen Mensalgutes. Hier lauteten die Vorwürfe auf Misswirtschaft und eine unsachgemäße Verwendung der Mittel durch den früheren Kärntner Bischof Alois Schwarz. Eine gewisse Entwarnung gab nun im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitagvormittag in Salzburg der langjährige steirische Finanzkammerdirektor und nunmehrige Caritasdirektor Herbert Beiglböck als Teil des Visitationsteams: Es gebe "keine wirtschaftliche Gefährdung des Bistums" und auch keine missbräuchliche Verwendung von Kirchenbeiträgen, "aber die Notwendigkeit, bestehende Ordnungen konsequent umzusetzen". Vor allem sehe man "ein hohes Verbesserungspotenzial für die wirtschaftliche Führung des Bistums", so Beiglböck.

Zugleich habe die Visitation aufgezeigt, dass die kirchliche Vermögensverwaltung insgesamt "weiterentwickelt" werden müsse. Die "belastenden Erfahrungen" aus Kärnten müssten nun ein Anstoß sein, "Maßnahmen für die gesamte Kirche in Österreich zu setzen, die einen transparenten, zeitgemäßen und verantwortungsvollen Umgang mit Vermögen sichern", so Beiglböck.

Gegenstand der Prüfung durch das Visitations-Team sei laut Beiglböck vornehmlich das Bistum gewesen. Für den geprüften Zeitraum der Jahre 2007 bis 2017 weise das Bistum demnach ein ausgeglichenes Ergebnis aus, wie es auch durch einen vom Domkapitel beauftragten Wirtschaftsprüfer für die Jahre 2016 und 2017 bestätigt wurde. Auffällig sei indes ein häufiger Wechsel von Geschäftsführern in diesem gesamten Zeitraum - insbesondere in den letzten vier Jahren -, sowie eine "sehr hohe Personalfluktuation im Unternehmen".

Gespräche u.a. mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Bildungshaus St. Georgen/Längsee hätten ein "schlechtes Betriebsklima", ein "großes Maß an Misstrauen" sowie "Unordnung und fehlende Strategie" als mögliche Ursachen für die Missstände zu Tage gefördert.

Nicht Gegenstand der Visitation waren laut Beiglböck die beiden diözesanen Selbstanzeigen sowie die laufenden staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen zum Vorwurf der Untreue.

Causa kirchenrechtlich überregional bedeutsam

Einen Einblick in die kirchenrechtlichen Verwicklungen gab der dem Visitations-Team angehörende Münchner Kirchenhistoriker Prof. Helmuth Pree. Gerade in so verfahrenen Situationen und aufgeheizten Diskussionslagen wie in Kärnten sei es schließlich das Kirchenrecht, welchem die Aufgabe zukomme, die Dinge "sachlich und objektivierend" zu ordnen und so einen "Beitrag zur Versachlichung und Entspannung" zu leisten.

Man habe daher unzählige Dokumente, Protokolle, Erlasse, Dekrete, Regelungen und Rechtsgeschäfte auf ihre kirchenrechtliche Relevanz und Korrektheit geprüft, die insbesondere mit dem bischöflichen Mensalgut in Verbindung stehen. Die Schwierigkeit bestehe bei dieser Prüfung darin, dass im geltenden Kirchenrecht von 1983 ("Codex Iuris Canonici") keine expliziten Regelungen für die Mensalgüter mehr vorhanden sind, die hier zur Anwendung kommen könnten. Die Grenzen zwischen der diözesanen Vermögensverwaltung und dem zulässigen unabhängigen Handeln des Bischofs im Blick auf sein Mensalgut seien daher auch fließend.

"Wir haben uns dieser Frage gestellt und ich wage zu behaupten, dass die Lösungen, die wir in dieser wichtigen Frage für die Diözese gefunden haben, Bedeutung weit über Kärnten hinaus haben wird", so Pree - allerdings ohne weitere Details zu dieser Lösung zu nennen.
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