Sunday 19. May 2019
myKathpress LOGIN

Kirchenstreik von "Maria 2.0" an hunderten Orten

Bis Samstag protestiert Bewegung "Maria 2.0" gegen männerdominierte Kirche und für Zugang von Frauen zu Weiheämtern in katholischer Kirche - Bis kommenden Samstag sollen Frauen kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste verrichten - Deutsche Bischofskonferenz zeigte sich gesprächsbereit, lehnte aber Kirchenstreit ab
12.05.2019, 12:36 Uhr Deutschland/Kirche/Streik/Frauen
Münster, 12.05.2019 (KAP/KNA) An hunderten Orten Deutschlands haben katholische Frauen an diesem Wochenende einen Kirchenstreik begonnen. Bis Samstag protestiert die Bewegung "Maria 2.0" gegen eine männerdominierte Kirche und für den Zugang von Frauen zu den Weiheämtern in der katholischen Kirche. Die Initiative von fünf Münsteranerinnen hat sich zu einer bundesweiten Protestwelle entwickelt. Auch die beiden großen katholischen Frauenverbände kfd und KDFB unterstützen die Aktionswoche.

Bis kommenden Samstag sollen Frauen kein Gotteshaus betreten und keine ehrenamtlichen Dienste verrichten. Am Sonntag fanden vielerorts Gottesdienste in Eigenregie vor den Kirchentüren statt - ein Statement für eine Erneuerung der Kirche angesichts des Missbrauchsskandals, für veränderte Machtstrukturen und die Aufhebung der Zölibatspflicht für Priester.

Eine genaue Zahl, wie viele Teilnehmerinnen und teilnehmende Gruppen es gibt, können die Initiatorinnen nicht nennen. Schätzungsweise nähmen an der "Graswurzelaktion" aber mehrere hundert Initiativen teil, so Lisa Kötter aus Münster. Dort hat es am Sonntag eine zentrale Mahnwache auf dem Domplatz gegeben. Auch in Freiburg hat eine Gruppe von Katholikinnen zu einer Demo für mehr Gleichberechtigung aufgerufen - parallel zur Priesterweihe im dortigen Münster.

"Unsere Geduld ist am Ende", sagte die frühere KDFB-Vizepräsidentin und heutige stellvertretende Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Claudia Lücking-Michel, dem ZDF. "Wir haben nicht mehr viel Zeit." Ihre Kinder und Freunde fragten sie, wie sie einer Organisation angehören könne, die Frauen ausschließe.

Die Deutsche Bischofskonferenz zeigte sich gesprächsbereit, lehnte aber den Kirchenstreik ab. "Die deutschen Bischöfe verstehen die Unruhe" und sehen Änderungsbedarf", sagte Pressesprecher Matthias Kopp dem ZDF. Dies werde auch im Vatikan so wahrgenommen. Reformen könne es aber nur "Stück für Stück" geben. "Wir brauchen einen Dialog", sagte Kopp. Streik sei nicht das richtige Mittel.

Konservative Gruppierungen und Internetportale wie das Forum Deutscher Katholiken übten massive Kritik an dem Streik. Die Forderung von "Maria 2.0" widerspreche dem Schreiben "Ordinatio sacerdotalis" von Papst Johannes Paul II. Dort sei endgültig festgelegt, dass die Kirche keine Vollmacht habe, Frauen zu Priestern zu weihen. Das Forum rief Frauen auf, aus dem Katholischen Deutschen Frauenbund auszutreten und eine neue glaubenstreue Organisation für Frauen zu gründen.

Nach den Worten des Freiburger Erzbischof Stephan Burger stellt sich die Frage nach der Letztverbindlichkeit dieser Aussage des früheren Papstes. Dies werde "kontrovers diskutiert". Er setze sich derweil sehr dafür ein, dass Frauen in der Kirche Zugang zu mehr Führungspositionen erhielten.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • "Rollstuhlfahrer brauchen mehr Rampen an Arbeitsplätzen"

    14.05.2019, 13:24 Uhr
    Marcel Opitz, Interessensvertreterin der Region Weinviertel, bei einem...

    "Es braucht mehr inklusive Schulen für Behinderte und nicht-Behinderte"

    14.05.2019, 13:21 Uhr
    Robert Kapolnai, Interessensvertreter in der Region Niederösterreich Süd, bei einem...

    "Im Spital soll mit dem Patienten gesprochen werden, nicht nur mit dem Betreuer"

    14.05.2019, 13:09 Uhr
    Iris Grasel, Interessensvertreterin der Region Niederösterreich Süd, bei einem...

    "Noch manches zu tun, um Barrieren abzubauen"

    14.05.2019, 13:07 Uhr
    Caritas-Präsident Michael Landau fordert bei einer Wiener Pressekonferenz am 14. Mai...
Die neue Kathpress-APP ist da!

Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen Hier kostenlos die neue Kathpress-APP herunterladen

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2019 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung:
https://www.kathpress.at/