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Papst auf Mauritius gelandet - dritte Station der Afrika-Reise

Kardinal-Bischof von Port Louis: Zwölfstündiger Besuch "Moment der Brüderlichkeit und Gemeinschaft für unsere Nation"
09.09.2019, 09:21 Uhr Mauritius/Papst/Kirche/Regierung/Papstbesuch
Port Louis, 09.09.2019 (KAP) Papst Franziskus ist auf Mauritius, der dritten Station seiner Südostafrika-Reise, eingetroffen. Um 10.20 Uhr Ortszeit (08.20 Uhr MESZ) landete seine Maschine von Madagaskar kommend in Port Louis. Dem Inselstaat im Indischen Ozean stattet der Papst einen eintägigen Besuch ab; am Flughafen wurde er von Premierminister Pravind Kumar Jugnauth empfangen.

Auf dem Programm des Papstes stehen am Mittag eine Messe an einem Wallfahrtsort in Port Louis, eine Begegnung mit den Bischöfen des Indischen Ozeans sowie Treffen mit der politischen Führung des Landes. Am Abend fliegt Franziskus zurück in die madagassische Hauptstadt Antananarivo; von dort aus tritt er am Dienstagfrüh die Heimreise nach Rom an.

Kardinal Maurice Piat von Port Louis sieht in dem knapp zwölfstündigen Besuch einen "Moment der Brüderlichkeit und Gemeinschaft für unsere Nation". Der mauritische Jesuit Georges Cheung zeigte sich zuversichtlich, dass die Anwesenheit des Papstes den Politikern eine Gelegenheit biete, "ihre Parteipolitik zu überwinden". Tausende Inselbewohner und Pilger aus dem südlichen Afrika trafen bereits in den vergangenen Tagen in der Hauptstadt Port Louis ein. Erwartet werden auch Einwohner des französischen Überseedepartements der Seychellen.

Die Inselrepublik Mauritius vor der Ostküste Afrikas im Indischen Ozean hat rund 1,3 Millionen Einwohner auf 2.000 Quadratkilometern; das ist etwas weniger Fläche als das Saarland. Rund 68 Prozent der Mauritier sind indischer Abstammung (vorwiegend Hindus und Muslime), 27 Prozent Kreolen (afrikanische Herkunft, vor allem Christen). Das Zusammenleben zwischen den diversen Religionen und Ethnien gilt als harmonisch.

Die frühere britische Kolonie ist seit 1968 unabhängig, seit 1992 Republik. Die parlamentarische Demokratie gilt als beispielhaft für Afrika. Mit einem Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt von 10.000 bis 11.000 US-Dollar pro Jahr zählt der Inselstaat zu den Ländern mit mittlerem Einkommen und zur Spitzengruppe in Afrika.

Bei der Papstmesse am Vormittag soll eine vertriebene Familie von den Chagos-Inseln Papst Franziskus am Altar assistieren. Sie waren in den 1970er Jahren von der Inselgruppe im Indischen Ozean vertrieben worden, als Großbritannien sein Überseegebiet an die USA verpachtete. Seitdem befindet sich eine US-Militärbasis in dem früheren Tropenparadies. Beobachter werten die Einbeziehung der Familie vor diesem Hintergrund als symbolische Aktion.

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