Monday 16. September 2019
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Deutscher lutherischer Landesbischof July trifft Papst Franziskus

Erster Vatikan-Besuch des neuen Vorsitzenden des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes
11.09.2019, 14:54 Uhr Vatikan/Papst/Ökumene/Kirche/Evangelische
Vatikanstadt, 11.09.2019 (KAP) Bei seinem ersten Besuch im Vatikan ist der neue Vorsitzende des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, Landesbischof Frank-Otto July, am Mittwoch auch mit Papst Franziskus zusammengetroffen. Am Rande der Generalaudienz auf dem Petersplatz habe man über die Ökumene der Märtyrer gesprochen, sagte July gegenüber "Kathpress" in Rom. Franziskus setze weiter große Zuversicht in die Freundschaft und den Dialog mit den lutherischen Christen.

Die lutherische Delegation, der auch Landesbischof Karl-Hinrich Manzke, zuständig für den Dialog mit der katholischen Kirche, angehört, hält sich seit Montag in Rom auf. Bei den Gesprächen im Vatikan ging es um den aktuellen Stand der Ökumene. "Atmosphärisch waren die Gespräche vorzüglich", so July, "sachlich aber braucht es alles noch seine Zeit".

Mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Luis Ladaria, habe man auch über die Handreichung der katholischen Bischöfe Deutschlands zur Kommunion für konfessionsverschiedene Paare gesprochen. Bei allem Verständnis für die Verantwortung des Vatikan für die katholische Weltkirche wies Landesbischof July nach eigener Aussage noch einmal auf die "pastoralethische Herausforderung" der Kirchen vor Ort hin. Im Gebiet seiner Kirche, in Württemberg etwa, gebe es große Erwartungen von evangelischen wie katholischen Gläubigen.

Kardinal Kurt Koch vom Päpstlichen Einheitsrat, so Manzke, habe den fortgeschrittenen Stand des Dialogs mit den Lutheranern gewürdigt. Der für November geplante Beginn für dessen nächste internationale Dialogstufe zu den Themen Kirche, Amt und Eucharistie wird sich nach Julys Aussage jedoch verzögern. Zuvor müssten als Voraussetzung noch die Ergebnisse der 5. Gesprächsphase ("Baptism and broken Community") zu Taufe und Kirchengemeinschaft jeweils abschließend rezipiert werden.

Am Montagabend hatte die lutherische Delegation aus Deutschland an einem ökumenischen Gottesdienst in der Kirche San Bartolomeo teilgenommen. Angehörige des 1942 von den Nazis getöteten polnischen lutherischen Bischofs Juliusz Bursche (1862-1942) übergaben dort der Gemeinschaft Sant'Egidio einen Brief, den Bursche 1941 aus dem KZ Sachsenhausen an seine Familie geschrieben hatte.

In San Bartolomeo auf der Tiberinsel wird der Märtyrer des 19. bis 21. Jahrhunderts gedacht, darunter den Opfern des Nazismus und Kommunismus. Zur Erinnerung an diese ökumenischen Märtyrer sind in der Kirche persönliche Gegenstände ausgestellt. In seiner Predigt betonte Landesbischof July, Luther habe zwar zu Recht den Missbrauch von Reliquien kritisiert. Die Erinnerung an besondere Zeugen des Glaubens gehöre aber sehr wohl zur christlich-lutherischen Tradition.
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