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Zwei tote Passanten nach versuchtem Angriff auf Synagoge in Halle

Gemeinde-Vorsitzender Privorotzki: "Schwer bewaffneter Täter versuchte mit Stahlhelm und Gewehr, unsere Türen aufzuschießen"
09.10.2019, 16:54 Uhr Deutschland/Kriminalität/Judentum
Berlin, 09.10.2019 (KAP/KNA) Mehrere Täter haben am Mittwoch offenbar die Synagoge im deutschen Halle an der Saale angegriffen. Sie hätten vergeblich versucht, in das jüdische Gotteshaus einzudringen, in dem sich bis zu 80 Menschen aufgehalten hätten, schrieben Medien unter Berufung auf den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Halle, Max Privorotzki. Nach Angaben der Polizei töteten die Angreifer mindestens zwei Passanten; ein Tatverdächtiger wurde demnach bislang festgenommen. Die deutsche Bundesanwaltschaft erklärte gegenüber Medien, es gebe Anhaltspunkte für einen rechtsextremistischen Hintergrund. Die genauen Hintergründe sind bislang allerdings unklar.

"Wir haben über die Kamera unserer Synagoge gesehen, dass ein schwer bewaffneter Täter mit Stahlhelm und Gewehr versucht hat, unsere Türen aufzuschießen", sagte Privorozki als Augenzeuge der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten". "Der Mann sah aus wie von einer Spezialeinheit", berichtete er. "Aber unsere Türen haben gehalten."

Der oder die Täter hätten außerdem versucht, das Tor des danebenliegenden jüdischen Friedhofs aufzuschießen, sagte der Vorsitzende weiter. In der Synagoge, in der die Gemeinde zu diesem Zeitpunkt den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur gefeiert habe, seien die Menschen sehr geschockt gewesen. "Wir haben die Türen von innen verbarrikadiert und auf die Polizei gewartet", so der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde.

Der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert sprach von "schrecklichen Nachrichten". Es sei "entsetzlich", dass es Tote gegeben habe. Die Gedanken der Bundesregierung gingen an Freunde und Familie. Auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) äußerte sich "entsetzt über diese verabscheuenswürdige Tat". Dabei seien nicht nur Menschen getötet worden, es sei auch "ein feiger Anschlag auf das friedliche Zusammenleben in unserem Land".

Unterdessen erklärte der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch auf Twitter: "Wir werden nicht zulassen, dass Hass gleich welcher Art, insbesondere aber der Hass auf das Judentum, sein Ziel erreicht, unsere Gesellschaft zu spalten!"
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