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Hünermann: Wenn der "Synodale Weg" scheitert, scheitert Kirche

Deutscher Theologe im "Kathpress"-Interview: Kritiker des deutschen Reformprojekts "verkennen die Tiefe der Erschütterung durch die Missbrauchskrise"
10.10.2019, 13:18 Uhr Österreich/Kirche/Missbrauch/Synodaler.Weg/Hünermann
Wien, 10.10.2019 (KAP) Das von den katholischen Bischöfen in Deutschland gemeinsam mit kirchlichen Laienvertretern angestoßene Reformprojekt "Synodaler Weg" wird zur Bewährungsprobe einer um gesellschaftliche Relevanz ringenden Kirche insgesamt: Das hat der deutsche Theologe Peter Hünermann im Gespräch mit "Kathpress" betont. Er sei insgesamt jedoch zuversichtlich, dass dieses Reformprojekt auch gegen Widerstände und innerkirchliche Kritiker durchgetragen und ein Erfolg werde, so der Tübinger Theologe: "Der Weg darf nicht so enden wie der letzte 'Dialogprozess': Ansonsten ist die Kirche bei uns total abgemeldet", sagte Hünermann am Rande einer Veranstaltung der "Theologischen Kurse" am Donnerstag in Wien.

Kritik übte Hünermann in dem Kontext an den Gegnern des zuletzt von den deutschen Bischöfen konkretisierten Reformvorhabens: Die Gegner würden nicht sehen, dass alle nun diskutierten konkreten Reformprojekte - Stichwort "viri probati", mehr Verantwortung für Frauen, Überdenken der kirchlichen Sexualmoral, Kontrollinstanzen für Bischöfe - nur vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals zu verstehen seien: "Die Kritiker verkennen die Tiefe der damit einhergehenden Erschütterung", so Hünermann.

Im Blick auf die beiden römischen Schreiben, die als Kritik bzw. Warnung an die deutsche Kirche interpretiert wurden, gelte es deutlich zu unterscheiden: Das Schreiben von Kardinal Marc Ouellet, Präfekt der Bischofskongregation, könne als klassisches Beispiel eines überkommenen Denkens innerhalb mancher Kurien-Beamten betrachtet werden, die sich in alarmistischer Manier streng am Kirchenrecht abarbeiteten.

Der Brief, den Papst Franziskus hingegen an das "pilgernde Volk Gottes in Deutschland" geschrieben habe, sei aus seiner Sicht allzu kritisch und somit falsch interpretiert worden: Franziskus habe nur darauf hinweisen wollen, dass Reformen "keine Anpassung an den Zeitgeist" sein dürften und ein "synodaler Weg" daher stets geistlich eingebettet sein müsse. "Der Papst warnte also nur vor Kurzschluss-Handlungen und nicht vor Reformen allgemein", so Hünermann.
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