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Küberl: "Keine Fehler macht nur der, der nie geholfen hat"

Ehemaliger Caritaspräsident referierte beim heurigen Diakonieseminar im Salzburger Bildungszentrum St. Virgil
09.11.2019, 14:27 Uhr Österreich/Kirche/Soziales/Ehrenamt/Küberl
Salzburg, 09.11.2019 (KAP) Ein Plädoyer für mehr Mitmenschlichkeit hielt der frühere Caritaspräsident Franz Küberl vor ehrenamtlichen kirchlichen Mitarbeitern der Erzdiözese Salzburg. Küberl referierte am Freitag beim diesjährigen Diakonieseminar im Bildungszentrum St. Virgil über die "Sprache des Helfens". Das jährliche Diakonieseminar ist ein gemeinsames Projekt von Caritas, dem Seelsorgeamt der Erzdiözese Salzburg und dem Katholischen Bildungswerk. Unmissverständlich stellte Küberl in seinem Vortrag klar: "Keine Fehler macht nur der, der nie geholfen hat." Und über den Wert des Ehrenamts meinte er: "Ehrenamt setzt etwas in Gang, es hilft den Menschen und bringt die Leute zusammen."

"Man muss die Menschen mögen." Das ist laut Küberl die unumgängliche Voraussetzung zum Helfen. Motive des Helfens definierte er mehrere - von religiösen Gründen bis zur "Selbststärkung". Wobei er letzteres nicht mit Egoismus gleichsetzen wolle. "Der Helfende gewinnt für sich an Kommunikationsfähigkeit, an sozialen Verbindungen oder Netzwerken. Das ist doch gut."

Küberl berichtete aus seinem großen Erfahrungsschatz als Direktor der Caritas Graz-Seckau und Präsident der Caritas Österreich. Er wisse nur zu gut, dass Hilfe Grenzen hat. Nicht nur einmal sei er mit Situationen konfrontiert gewesen, wo Menschen in furchtbarer Not waren und die Hilfsmittel nicht ausreichten. "Aber aus Grenzerfahrungen kann unter Umständen etwas Neues entstehen. Wichtig ist es, darüber zu reden", so die Empfehlung des Referenten, der den Anwesenden noch etwas Zentrales mitgab: "Wer anderen hilft, muss Enttäuschungen aushalten. Auch jene, denen geholfen wird, sind nicht vollkommen."

Neben Küberl referierte beim Diakonieseminar auch Lucia Greiner, Seelsorgeamtsleiterin der Erzdiözese Salzburg, wie die Diözese in einer Aussendung mitteilte. Freiwilliges Engagement sei "sinnvoll wie sinnstiftend und in unserer Gesellschaft nicht wegzudenken", so Greiner. Ohne die vielen Freiwilligen würden pfarrliche, soziale, kulturelle und viele andere Bereiche um vieles ärmer sein oder gar nicht funktionieren. Dieses Engagement brauche aber auch immer wieder einen positiven Antrieb und genau hier setzte das Diakonieseminar an und lieferte Impulse und Anregungen.

Das Diakonieseminar richtet sich vor allem an Engagierte in den Pfarren und Gemeinden, Caritas Haussammlerinnen und -sammler, ehrenamtliche Mitarbeitende im Katholischen Bildungswerk, Menschen, die Hausbesuche machen, Jugendbegleiter, Seelsorger und alle Freiwilligen, die sich sozial engagieren. In Workshops befassten sich die Teilnehmer mit folgenden Fragen: "Was stärkt mich im Ehrenamt? Welches Signal sende ich für die Gesellschaft aus? Woher kommt meine Motivation? Welchen Sinn finde ich in meiner freiwilligen Tätigkeit?"
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