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Nuntius in Thailand: Papst kann Katholiken im Land Mut machen

Franziskus trifft Mittwochmittag in Bangkok ein - Örtlicher Papstbotschafter: Katholiken in Thailand zwar nur "kleine Minderheit in großem Ozean buddhistischer Mitbürger", Kirche leiste aber entscheidenden Beitrag in der Gesellschaft
19.11.2019, 15:10 Uhr Thailand/Vatikan/Kirche/Papst/Katholiken/Gesellschaft/Religionsdialog/Papstreise
Bangkok-Vatikanstadt, 19.11.2019 (KAP) Der Papst kann mit seinem bevorstehenden Besuch in Thailand der örtlichen katholischen Minderheit Mut machen, ihren Glauben selbstbewusster zu verkünden. Das sagte der Vatikan-Botschafter in Bangkok, Nuntius Erzbischof Paul Tschang In-Nam, im "Radio Vatikan"-Interview (Dienstag) unmittelbar vor der am Mittwoch bevorstehenden Ankunft von Papst Franziskus in der thailändischen Hauptstadt.

Die Katholiken bildeten in Thailand "eine kleine Minderheit in einem großen Ozean buddhistischer Mitbürger", beschrieb der Nuntius die Situation der ungefähr 400.000 katholischen Gläubigen in dem 69-Millionen-Einwohner-Staat. Trotzdem leiste die Kirche einen entscheidenden Beitrag in der Gesellschaft: "Die katholische Kirche hat mehr als 370 katholische Schulen, von der Volksschule bis zur Universität. Auch wenn die Zahl der Katholiken so klein ist, ist die Zahl derjenigen, die an diesen Schulen ausgebildet werden, sehr viel höher. Auch sind viele Gesundheitseinrichtungen in katholischer Hand: Krankenhäuser und Kliniken."

Die größte Herausforderung für die Christen heute betreffe ihre eigene Glaubensidentität. Als kleine Gemeinschaft in einer buddhistischen Mehrheit falle es ihr nicht leicht, ihren Glauben zu bezeugen. Auch gebe es gegenüber dem Christentum Vorurteile, berichtete der Nuntius: "Der Buddhismus wird als offizielle Religion gesehen, und die Leuten fühlen sich dieser Religion zugehörig. Das Christentum wird, auch heute noch, von einigen Menschen in Thailand als ausländische Religion wahrgenommen. Christ zu werden wird als eine Art ,Nein' zur eigenen Identität aufgefasst."

Diese Wahrnehmung habe historische Ursachen, führte der Vatikandiplomat im Interview mit "Radio Vatikan" aus: "Während des Zweiten Weltkrieges war Thailand ein Alliierter der japanischen Armee. Die europäischen Länder wurden als Feinde gesehen und auch die katholische Kirche wurde als Religion der Feindesländer betrachtet." Derartige Wahrnehmungen herrschten auch heute noch in einigen Köpfen vor, so der Nuntius: "Einige Menschen glauben, Christ zu werden bedeute, ein Verräter der eigenen Nation zu werden und sich gegen eigenen Werte und Religion, den Buddhismus, auszusprechen. Solche Dinge lösen bei Christen ein Minderwertigkeitsgefühl aus. Es ermutigt sie nicht gerade dazu, aktive Jünger der Mission zu sein. Das ist die größte Herausforderung der Kirche in Thailand."

In einem solchen Kontext sei interreligiöser Dialog ein "Muss", fügte der Nuntius hinzu. So gebe es in Thailand regelmäßige Besuche und Dialogtreffen zwischen Katholiken und Buddhisten. Ausgeschöpft sind die interreligiösen Kontakte aus Sicht des Erzbischofs aber noch längst nicht: "Wir hoffen, dass der Papstbesuch uns ermutigt, diese geschwisterlichen Beziehungen weiter zu entwickeln."

Papst Franziskus bricht am Dienstagabend von Rom aus Richtung Bangkok auf. Ab Donnerstag stehen in der thailändischen Hauptstadt Treffen mit dem Oberhaupt der buddhistischen Mönche Ariyavongsagatanana IX., mit König Maha Vajiralongkorn und mit hohen Vertretern anderer Kirchen und Religionen auf dem Programm. Ferner feiert der Papst Messen im Nationalstadion und mit jungen Katholiken in der Kathedrale von Bangkok. Am Samstag reist Franziskus nach Japan weiter.

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