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Jürgen Manemann
Bild Copyright: © Forschungsinstitut für Philosophie Hannover (fiph)

Metz-Schüler Manemann: "Neue Politische Theologie bleibt aktuell"

04.12.2019 09:04
Österreich/Deutschland/Kirche/Leute/Theologie/Metz/Tod/Manemann
Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover: "Metz' Theologie ist und bleibt ein Stachel im Fleisch der universitären Theologie. An die Adresse dieser Theologie richtet sie immer wieder neu die Frage: Worauf wartet die Theologie noch?"
Wien-Hannover, 04.12.2019 (KAP) Die Neue Politische Theologie des am Montag verstorbenen deutschen Theologen Johann Baptist Metz ist von bleibender Aktualität und hoher Relevanz: Das hat der Metz-Schüler und Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie Hannover (fiph), Jürgen Manemann, im Interview mit "Kathpress" betont. Die von Metz begründete politische Theologie "ist und bleibt ein Stachel im Fleisch der universitären Theologie. An die Adresse dieser Theologie richtet sie immer wieder neu die Frage: Worauf wartet die Theologie noch?". Insofern sei die Metzsche Theologie stets eine "Theologie des Protests und der Bewegung" geblieben, so Manemann.

Konkret dränge ein politisch-theologisches Denken etwa dazu, die Stimme angesichts der Klimakatastrophe zu erheben, zeigte Manemann auf. "Wir müssen wieder neu von Metz lernen, dass nur eine apokalyptisch angeschärfte Theologie auf die Katastrophe reagieren kann." Ein apokalyptischer Blick auf die Welt angesichts der Klimakatastrophe bedeute laut Manemann etwa, diese Entwicklung "mit Tränen in den Augen, trauernd die Welt wahrzunehmen" und nicht abzustumpfen oder gleichgültig zu werden. Es brauche einen neuen "Mut zur Trauer", aus der dann auch ein wirkliches Handeln erwachsen könne.

Metz habe die Theologie auf Kontexte verpflichtet, d.h. auf einen nicht-abstrakten Begriff von Praxis: "Metz wusste im Blick auf unsere Gegenwart, dass es heute darauf ankommt, die erstarrte Gesellschaft durch den Einbruch der Existenz in Bewegung zu setzen". Das Ziel müsse darin bestehen, eine Theologie zu entfalten, die dazu motiviere, "dass wir 'anders leben', damit andere überhaupt leben können", so Manemann im Anschluss an Metz.

Johann Baptist Metz war am Montag mit 91 Jahren in Münster gestorben. Er galt als einer der prägendsten Theologen des 20. Jahrhunderts und als einer der prominentesten Schüler Karl Rahners. Sein Tod hat ein internationales Echo ausgelöst. Nach seiner Emeritierung hatte Metz u.a. eine Gastprofessur an der Universität Wien inne; außerdem wurde er 2007 mit dem "Theologischen Preis" der "Salzburger Hochschulwochen" für sein Lebenswerk ausgezeichnet.

O-Töne des Interviews können unter www.kathpress.at/audio abgerufen werden.
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