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Benedikt XVI. in neuem Buch gegen Abschaffung des Zölibats

Gemeinsam mit vatikanischem Kardinalpräfekt Sarah verfasstes Buch, das am Mittwoch in Frankreich veröffentlicht, sorgt für Aufsehen
13.01.2020, 11:57 Uhr Vatikan/Frankreich/Kirche/Theologie/Zölibat/Benedikt.XVI
Parias-Vatikanstadt, 13.01.2020 (KAP) Der emeritierte Papst Benedikt XVI. spricht sich gegen eine Aufhebung der verpflichtenden Ehelosigkeit für Priester aus. Die Ehe betreffe den Menschen in seiner Gesamtheit - genauso erfordere der Dienst im Namen des Herrn die totale Hingabe des Menschen, zitiert die französische Tageszeitung "Le Figaro" (Montag) aus einem Buch, das Benedikt XVI. dem Bericht zufolge gemeinsam mit dem Kardinalpräfekt der vatikanischen Gottesdienst-Kongregation, Robert Sarah, verfasst hat. Es wird am Mittwoch im Verlag Fayard veröffentlicht.

Es erscheine nicht möglich, beiden Berufungen gleichzeitig gerecht zu werden, so Benedikt XVI. weiter. "Ich glaube dass der Zölibat eine große Bedeutung hat, da er auf einen möglichen irdischen Besitz und ein Leben im Kreis der Familie verzichtet."

Die Einlassungen von Benedikt XVI. sind auch deswegen bedeutsam, weil er 2013 bei seinem Rücktritt angekündigt hatte, künftig "für die Welt verborgen" zu bleiben. Seither hat er sich dennoch mitunter öffentlich zu theologischen Fragen zu Wort gemeldet.

Die Veröffentlichung des Buches fällt zudem in eine Debatte über eine Lockerung der Zölibatsvorschrift in der katholischen Kirche. Entsprechende Forderungen hatten mehrere Bischöfe bei der Amazonien-Synode im Vatikan im vergangenen Oktober geäußert.

In ihrer gemeinsamen Einleitung zu dem Buch mit dem Titel "De profondeur de nos coeurs" (Aus der Tiefe unserer Herzen) betonen Benedikt XVI. und Kardinal Sarah, sie hätten ihr Werk "im Geiste des kindlichen Gehorsams gegenüber Papst Franziskus" verfasst, berichtete die Nachrichtenagentur AP (Montag) unter Berufung auf die englischsprachige Ausgabe, die bei "Ignatius Press" erscheinen soll. Gleichzeitig halten sie fest, dass die aktuelle "Krise" in der Kirche von ihnen verlange, nicht zu schweigen.

Das Priestertum Jesu Christi veranlasse dazu Berufene, "in ein Leben einzutreten, das darin besteht, mit Ihm eins zu werden und auf alles zu verzichten, was nur uns gehört", schreibt Benedikt in seinem Teil des Buches über die Bedeutung des Zölibats für den priesterlichen Dienst. Die Ehe verlange vom Mann, sich ganz seiner Familie zu widmen. "Da der Dienst am Herrn ebenfalls die völlige Hingabe eines Mannes erfordert, scheint es nicht möglich, diese beiden Berufungen gleichzeitig auszuüben."

Bischöfe, Priester und Laien dürften sich von "verqueren Einwänden", "teuflischen Lügen" und "modernen Fehlern", die das Niedermachen des priesterlichen Zolibats zum Ziel hätten, nicht einschüchtern lassen, heißt es laut AP im gemeinsamen Schlussteil des Buchs. Es sei dringend und notwendig, dass sie "mit den Augen des Glaubens einen neuen Blick auf die Kirche und den priesterlichen Zölibat werfen, der ihr Mysterium schützt".

Rückkehr zur Radikalität des Evangeliums"

Kardinal Sarah hat in einem ebenfalls am Montag im "Figaro" erschienenen Interview die Debatte über eine Lockerung des Eheverbots für Priester kritisiert. "Man wollte uns weismachen, dass der kirchliche Zölibat nichts weiter als eine junge Übung ist", sagte er mit Blick auf entsprechende Diskussionen bei der Amazonien-Synode. "Man hat historische Lügen und theologische Annäherungen angehäuft. Man hat uns weismachen wollen, dass die Weihe von verheirateten Männern oder die Einrichtung von Weiheämtern für Frauen die Lösung für alle Übel sei." Doch dies halte er für falsch, betonte Sarah. "Die einzig mögliche Reform für die Kirche ist eine Rückkehr zur Radikalität des Evangeliums."

Auch Ausnahmeregelungen für den Zölibat erteilte der Kardinal eine Absage. Eine Lockerung, selbst wenn sie sich auf eine bestimmte Region beschränke, bedeute "eine Verletzung, eine Wunde in der inneren Kohärenz des Priestertums".

Auf die Frage, ob die Verfasser damit in Opposition zu Papst Franziskus gingen, antwortete Sarah: "Wir haben in einem Geist der Liebe zum Evangelium und zum Papst gehandelt." Und weiter: "Die Ideologie trennt, die Wahrheit eint die Herzen."
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