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Benedikt XVI.: Ich bin nicht Co-Autor des Buches von Sarah

Benedikt XVI.
Privatsekretär Gänswein: Emeritierter Papst war nicht über tatsächliche Form und Aufmachung von Buch über Priestertum und Zölibat informiert - Name und Bild Benedikts XVI. soll von Buchcover entfernt werden - Beitrag des emeritierten Papstes im Hauptteil des Buches allerdings "100 Prozent Benedikt" - Sarah: "Verwerfliche" Polemiken rund um Buch
Vatikan
14.01.2020, 12:28 Uhr Vatikan/Kirche/Medien/Benedikt.XVI/Buch/Zölibat
Vatikanstadt, 14.01.2020 (KAP) Benedikt XVI. hat sich von der Autorschaft des Buches über Priestertum und Zölibat distanziert, das Kardinal Robert Sarah herausgegeben hat. Erzbischof Georg Gänswein, Privatsekretär von Benedikt XVI., sagte der katholischen Nachrichtenagentur Kathpress am Dienstag in Rom, er habe auf Bitten des emeritierten Papstes Sarah Dienstagfrüh angerufen, dieser möge beim Verlag die Entfernung von Namen und Bild Benedikts XVI. vom Bucheinband veranlassen.

Auch solle die Unterschrift Benedikts XVI. unter Einführung und Schlussfolgerungen in dem Buch "Des profondeurs de nos coeurs" (Aus den Tiefen unserer Herzen) gestrichen werden, weil er diese nicht mitverfasst habe. Der Beitrag mit dem Namen des Emeritus im Hauptteil sei allerdings "100 Prozent Benedikt", so Gänswein. Das Buch soll am Mittwoch in Frankreich sowie im Februar auch in USA und Deutschland erscheinen.

Den Text über das Priestertum habe der emeritierte Papst im Sommer 2019 geschrieben, so Erzbischof Gänswein. Diesen habe Benedikt XVI. Sarah auf dessen Bitten zur freien Verfügung gegeben. Er habe auch gewusst, dass der Text in einem Buch erscheinen solle. Benedikt XVI. sei aber nicht über die tatsächliche Form und Aufmachung des geplanten Buches informiert gewesen, so Gänswein.

Zudem sei die Frage der Rechte an dem Text, der von Benedikt XVI. stammt, nicht geklärt. So hätte der Emeritus als Co-Autor einen Vertrag mit dem Verlag Fayard schließen müssen, den es aber nicht gebe. "Es handelte sich um ein Missverständnis, ohne dabei die guten Absichten von Kardinal Sarah in Zweifel zu ziehen", ergänzte Gänswein.

Sarah: "Verwerfliche" Polemiken rund um Buch

Die Autorenschaft des Buches werde künftig "Kardinal Sarah, unter Beteiligung von Benedikt XVI." lauten, insgesamt blieben die Texte im Buch jedoch unverändert, hielt Kurienkardinal Sarah Dienstagnachmittag in einer Nachricht auf Twitter fest. Die Änderung geschehe angesichts der durch die Buchveröffentlichung ausgelösten "Polemik", so der Leiter der vatikanischen Gottesdienstkongregation.

Eine bereits zuvor von ihm veröffentliche längere offizielle Erklärung zog Sarah freilich nicht zurück. Darin schrieb der afrikanische Kurienkardinal, er habe Benedikt XVI. am 19. November ein komplettes Manuskript inklusive Deckblatt zugeschickt, dem dieser mit seinem Schreiben vom 25. November die Freigabe erteilt habe. Anfang Dezember habe er den emeritierten Papst noch einmal besucht und die Publikation für 15. Jänner avisiert. Anfang Jänner habe er Benedikt XVI. nach seiner Rückkehr aus seiner Heimat Guinea ein Exemplar übergeben wollen.

"Ich verzeihe all jenen, die mich verleumden und die behaupten, ich sei in Konflikt mit Papst Franziskus", schrieb Sarah in seiner eine Seite umfassenden Erklärung, seine Treue zu Franziskus sei "absolut". Die Polemik rund um die Entstehung des Buches bezeichnete er als "verwerflich".

Die Vorabveröffentlichung von Auszügen in der Zeitung "Le Figaro" am Montag sorgt für eine Debatte, der frühere Papst falle damit dem Amtsinhaber Franziskus in den Rücken. Begründet wird dieser Gegensatz mit dem von Franziskus angekündigten nachsynodalen Schreiben zur Amazonien-Synode.

Deren Teilnehmer hatten sich zum Abschluss mehrheitlich für eine begrenzte ausnahmsweise Lockerung des Zölibats ausgesprochen, um gegebenenfalls ständige Diakone zu Priestern weihen zu können. Papst Franziskus selbst hat aber mehrfach betont, dass er für keinen freiwilligen Zölibat sei. Ausnahmen könne es allenfalls in sehr entlegenen Gebieten bei pastoraler Notwendigkeit geben.
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