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Nuntius fordert von Politik mehr Engagement im Klimaschutz

Nuntius Lopez bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen
Appell von Erzbischof Lopez Quintana bei Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für das Diplomatische Corps: "Lassen Sie uns etwas tun, bevor es zu spät ist" - Diplomaten "von Berufs wegen angehalten", sich für gegenseitiges Vertrauen einzusetzen und Brücken zu bauen
Diplomatie
14.01.2020, 12:32 Uhr Österreich/Kirche/Diplomatie/Regierung/Nuntius/Van.der.Bellen
Wien, 14.01.2020 (KAP) Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Pedro Lopez Quintana, hat die Politik dazu aufgerufen, ihren Einsatz gegen den Klimawandel zu verstärken und dem "Schutz des gemeinsamen Hauses" eine größere Priorität beizumessen. "Lassen sie uns etwas tun, bevor es zu spät ist", appellierte der Erzbischof am Dienstag beim Neujahrsempfang von Bundespräsident Alexander Van der Bellen in der Wiener Hofburg. Für Lopez Quintana, dessen Amtszeit im Vorjahr begonnen hat, war dies die erste Rede in seiner Funktion als Doyen des Diplomatische Corps.

Das dritte Jahrzehnt des 21. Jahrhundert werde von "einer besonderen Sorge um den Umweltschutz und die Klimakrise geprägt sein", sagte der offizielle Vertreter von Papst Franziskus in Österreich. Aber schon das Jahr 2020 werde mehr Einsatz und konkretere Schritte in Punkto Klimaschutz bringen, zeigte sich Lopez überzeugt. Das Denken an die "jüngere Generationen" müsse im Zentrum der Umweltschutz-Bemühungen stehen. Die politischen Umweltbestrebungen im Rahmen der UNO-Klimakonferenz im Dezember kritisierte er hingegen als "lediglich Minimalbeschlüsse".

Lopez Quintana mahnte, nicht die Augen vor Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Armut, Hunger weltweit zu verschließen sowie vor der Realität jener, "die aufgrund von Konflikten und Gewalt, religiösem Hass, Elend und den Folgen des Klimawandels ihre Länder verlassen und einem oft traurigen Schicksal entgegengehen". Nötig sei der politische Willen im "Dienst des Friedens", der die konkrete Realität nicht außer Acht lasse, verwies der spanische Vatikandiplomat auf Forderungen des "unermüdlichen Friedenswerbers" Papst Franziskus in dessen Botschaft zum Weltfriedenstag (1. Jänner).

Das Vertrauen in den Dialog sei letztlich unverzichtbar "für den Aufbau einer friedlichen Welt". Die Diplomaten sah der Nuntius darum "von Berufs wegen angehalten", sich für gegenseitiges Vertrauen einzusetzen und Brücken zu bauen, "damit der Friede sowie die solidarischen Beziehungen zwischen den einzelnen Ländern und Völkern gefestigt werden können". Schließlich sei es "notwendig, dass wir uns alle als eine einzige Menschheitsfamilie erkennen und unser Land, das von Generation zu Generation von Gott in Obhut gegeben wurde, pflegen damit wir es bebauen und unseren Kindern vererben können".

Rückblickend auf das Jahr 2019 sprach Lopez von einigen "politischen Überraschungen" für Österreich, die zu vorgezogenen Nationalratswahlen führten. Der vor einer Woche angelobten neuen Bundesregierung, die u.a. durch Außenminister Alexander Schallenberg vertreten war, wünschte der Doyen des Diplomatischen Corps "Glück und Erfolg".

Seit 1984 im diplomatischen Dienst

Erzbischof Lopez Quintana wurde im März 2019 zum neuen Leiter der Apostolischen Nuntiatur in Österreich ernannt. Der Spanier folgte auf Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, der von April 2009 bis November 2018 Nuntius in Wien war. Danach fungierte Nuntiaturrat George George Panamthundil als interimistischer Geschäftsträger bis zur Ankunft von Erzbischof Lopez im Mai 2019.

Pedro Lopez Quintana stammt aus dem nordspanischen Barbastro, wo er am 27. Juli 1953 geboren wurde. Nach der Priesterweihe am 15. Juni 1980 promovierte er im Fach Kirchenrecht und trat 1984 in den Diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Lopez war zunächst als Mitarbeiter an den päpstlichen Vertretungen in Madagaskar, Philippinen und Indien sowie in der römischen Kurie tätig. Ab 1998 war er Assessor der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten des vatikanischen Staatssekretariats. In dieser Funktion wirkte er knapp fünf Jahre lang als Stellvertreter der damaligen Substituten (vatikanischen "Innenminister") Kardinal Giovanni Battista Re bzw. Kardinal Leonardo Sandri.

Ende 2002 wurde Lopez von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zum Titularerzbischof von Agropoli ernannt und wenige Wochen später zum Apostolischen Nuntius in Indien und Nepal. Die Bischofsweihe spendete Johannes Paul II. persönlich am 6. Jänner 2003 im Petersdom. Papst Benedikt XVI. (2005-2013) ernannte Lopez 2009 zum Nuntius in Kanada. Nach einer kurzen Rückkehr in das vatikanische Staatssekretariat im Jahr 2013 wirkte Lopez seit dem Frühjahr 2014 als Nuntius in Litauen, Estland und Lettland.

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