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Kirchenstatistik 2018: Weniger Messbesucher, mehr Trauungen

Vaterunser-Gebet bei Familiengottesdienst
Offizielle Statistik 2018 der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlicht - Weiterhin dichtes Netz an Pfarren und Seelsorgestellen mit vielen engagierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern - Zahlen bei Priestern, Taufen und Erstkommunion rückläufig, bei Firmungen leicht steigend
Kirche
15.01.2020, 08:59 Uhr Österreich/Kirche/Seelsorge/Statistik
Wien, 15.01.2020 (KAP) Die katholische Kirche in Österreich verzeichnet nach wie vor ein intensives Leben in den Pfarren und anderen kirchlichen Einrichtungen. Zugleich führen der gesellschaftliche Wandel und die demografische Entwicklung dazu, dass seelsorgliche Kennzahlen wie die Zahl der sonntäglichen Messbesucher oder die Zahl der Taufen zurückgehen. Auch die Gesamtzahl der Erstkommunionen ging gegenüber 2017 etwas zurück, bei Trauungen und Firmungen verzeichnet die amtliche Statistik für 2018 allerdings eine Zunahme gegenüber dem Jahr davor.

Die Zahl der in Österreich wirkenden Priester ist laut Statistik 2018 ebenfalls leicht zurückgegangen, jene der Ständigen Diakone hingegen steigt. Das - und noch viel mehr - geht aus der offiziellen Kirchenstatistik für das Jahr 2018 hervor, die am Mittwoch von der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Erstmals liegen "Kathpress" zusätzlich auch Meldungen über die hauptamtlichen Laienseelsorger in den heimischen Diözesen vor.

Die amtliche Kirchenstatistik enthält neben den Katholikenzahlen u.a. auch Angaben über den Klerus, die Ordensleute und die Pfarren sowie Daten zum seelsorglichen Leben der Kirche. Demnach ist die Zahl der in Österreich wirkenden Priester laut der aktuellen Kirchenstatistik 2018 leicht gesunken: von 3.857 (im Jahr 2017) auf 3.783. Insgesamt zeigt sich in den vergangenen Jahren eine relativ stabile Situation. (2016: 3.920, 2015: 3.944, 2014: 3.898, 2013: 3.933, 2012: 3.998, 2011: 4.035).

Die aktuelle Gesamtzahl für 2018 setzt sich aus 1.897 Diözesanpriestern, 475 ausländischen Priestern und 1.411 Ordenspriestern zusammen. Die Zahl der Diözesanpriester ist damit etwas zurückgegangen (2017: 1.926), ebenso die Zahl der Ordenspriester (2017: 1.485). Die Zahl der ausländischen Priester blieb so gut wie unverändert (2017: 473)

Nicht enthalten in den aktuellen Zahlen für 2018 sind zudem weitere 151 Diözesanpriester aus Österreich, die in anderen Ländern der Welt ihren priesterlichen Dienst versehen. 2017 waren es noch 170, 2016 waren es 150.

Deutlich erhöht hat sich die Zahl der Ständigen Diakone. Die Statistik für 2018 weist 750 aus (2017: 712). Der längerfristige Trend scheint hier eindeutig nach oben zu gehen: 2016 waren es 719, 2015: 688, 2014: 691, 2013: 656, 2012: 634 und 2011: 628.

Die Zahl der Ordensbrüder ist mit 403 gegenüber 2017 (462) deutlich gesunken. Zuvor war diese Kennzahl relativ stabil. (2016: 455, 2015: 470, 2014: 455.)

Aus den vorliegenden Daten für 2018 ergibt sich daher, dass die Zahl der Ordensmänner in Österreich (Ordensbrüder und Ordenspriester) abnimmt (2018: 1.814, 2017: 1.920, 2016: 1.970). Der Rückgang fällt über einen längeren Zeitraum betrachtet allerdings relativ moderat aus. ( 2015: 2.010, 2014: 1.962, 2013: 2.029, 2012: 2.071.)

Für die Ordensfrauen in Österreich weist die amtliche Statistik 2018 exakt 3.453 Schwestern aus. Die Zahl der Ordensfrauen in Österreich nimmt seit Jahren leicht aber stetig ab (2017: 3.600, 2016 3.715, 2015: 3.882, 2014: 4.073, 2013: 4.241, 2012: 4.359).

Freilich sind gerade die statistischen Daten zu den Ordensangehörigen mit Vorbehalt zu betrachten, da sich Ordensprovinzen oft über mehrere Länder erstrecken, und die Zuordnung einzelner Ordensmitglieder zu bestimmten Ländern nicht einfach ist.

Hauptamtliche Laien im pastoralen Dienst

Erstmals liegen "Kathpress" auch Meldungen über die hauptamtlichen Laienseelsorger in den Diözesen vor. Darunter fallen etwa Pastoralassistentinnen und -assistenten, Gemeindeleiter oder auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in speziellen Berufsfeldern wie der Krankenhausseelsorge. Österreichweit sind demnach 1.436 Frauen und Männer im pastoralen Dienst der Kirche tätig, wobei es mit 883 pastoralen Mitarbeiterinnen einen deutliche Mehrheit der Frauen gegenüber den 553 Männern im selben Berufsfeld gibt.

Im Detail ergibt sich dazu folgendes Bild: Diözese Eisenstadt: 23 Frauen und 12 Männer; Feldkirch: 34 Frauen und 17 Männer; Graz-Seckau: 121 Frauen und 73 Männer; Diözese Gurk: 61 Frauen und 31 Männer; Diözese Innsbruck: 84 Frauen und 58 Männer; Diözese Linz: 239 Frauen und 130 Männer; Erzdiözese Salzburg: 106 Frauen und 80 Männer; Diözese St. Pölten: 72 Frauen und 49 Männer; Erzdiözese Wien: 143 Frauen und 103 Männer.

Stabile Seelsorgestrukturen

Von Stabilität geprägt ist das österreichweit nach wie vor sehr dichte Netz von Pfarrgemeinden: Die Statistik für 2018 weist insgesamt 4.298 Pfarren und sonstige kirchliche Seelsorgestellen aus (2017: 4.299, 2016: 4.314, 2015: 4.317, 2014: 4.326, 2013: 4.327, 2012: 4.324), davon 3.049 Pfarren und 1.249 sonstige Seelsorgestellen.

Die Zahl der Taufen ist 2018 mit 47.312 gegenüber dem Jahr davor (48.990) etwas gesunken. Im Jahr 2017 gab es bei den Erwachsenentaufen (ab 14 Jahren) einen Höchststand mit 890. 2018 waren es demgegenüber nur 650, was aber immer noch deutlich über den Zahlen von 2016 (433) liegt. Über mehrere Jahre betrachtet ergibt sich jedenfalls eine sehr stabile Situation bei den Gesamtzahl an Taufen: 2016: 49.018, 2015: 48.587, 2014: 48.582, 2013: 48.098, 2012: 48.645, 2011: 49.275, 2010: 48.781.

Die Zahl der Trauungen ist 2018 gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 11.155 Paare schlossen 2018 den kirchlichen Bund der Ehe (2017: 10.808) diese Kenn zahl ist damit auch relativ stabil. (2016: 11.313, 2015: 11.494, 2014: 11.322, 2013: 11.155, 2012: 12.364, 2011: 11.951.)

Die Zahl der kirchlichen Begräbnisse betrug 2018 52.484. Das ist ein Rückgang gegenüber 2017 (53.846), ein deutlicher Trend in die eine oder andere Richtung lässt sich hier über die Jahre betrachtet aber nicht feststellen. (2016: 52.358, 2015: 54.929, 2014: 51.005, 2013: 53.164.)

Rückläufig sind die Zahlen bei den Erstkommunionen, was vor allem demografische Gründe hat. Die amtliche Kirchenstatistik für 2018 weist 48.072 Erstkommunionen aus. (2017: 48.734, 2016: 49.423, 2015: 50.183, 2014: 51.138.)

Bei den Firmungen weist die amtliche Kirchenstatistik für 2018 45.946 aus. Das ist ein Anstieg gegenüber 2017 (44.839). Über einen längeren Zeitraum betrachtet gegen die Zahlen allerdings zurück (2016: 47.675, 2015: 47.146, 2014: 48.876, 2013: 49.921).

In der Statistik ausgewiesen ist zugleich aber auch das starke ehrenamtliche Engagement in der Vorbereitung auf die Sakramente. Die Zahl der Personen, die in der Erstkommunionvorbereitung und Firmvorbereitung tätig sind, ist relativ hoch, geht aber über die Jahre auch parallel zu den abnehmenden Zahlen der Erstkommunionkinder und Firmkandidaten leicht zurück.

In der Erstkommunionvorbereitung waren 2018 14.415 Personen tätig, 2017: 14.427, 2016: 14.665, 2015: 14.754, 2014: 14.792, 2013: 15.032). 8.730 Personen standen 2018 als Firmhelfer zur Verfügung. Das ist ein leichter Rückgang gegenüber 2017 (8.762), aber immer noch mehr als 2016 (8.683). Der langfristige Trend ist allerdings relativ eindeutig. (2015: 8.982, 2014: 9.100, 2013: 9.269.)

Deutlich rückläufig ist laut Statistik die Zahl der sonntäglichen Gottesdienstbesucher. Wurden an den sogenannten "Zählsonntagen" 2018 zwischen rund 502.000 und 554.000 Messbesucher gezählt, so waren es 2017 noch zwischen rund 545.000 und 571.000. (2016: 545.000 bis 595.000, 2015: 568.000 bis 606.000, 2014: 577.000 bis 623.000.)

Die amtliche Kirchenstatistik 2018 ist veröffentlicht unter: www.katholisch.at/statistik
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