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Kardinal Czerny: Papstschreiben zu Synode ist kein Schlusspunkt

Sondersekretär der Bischofstreffens zum Amazonasgebiet bei Präsentation von "Querida Amazonia" im Vatikan: Es wird weiter debattiert werden - Klimaforscher Nobre lobt soziale und ökologische Schlussfolgerungen im Papstschreiben
12.02.2020, 16:05 Uhr Vatikan/Papst/Kirche/Theologie/Umwelt/Papstschreiben
Vatikanstadt, 12.02.2020 (KAP) Das Papstschreiben zur Amazonien-Synode ist nach den Worten von Kurienkardinal Michael Czerny nicht als Schlusspunkt zu verstehen. Mit Blick etwa auf eine Lockerung des priesterlichen Zölibats in besonders entlegenen Gebieten seien Fragen offen geblieben, sagte Czerny am Mittwoch bei der Vorstellung des Dokuments im Vatikan. "Darüber wird weiter debattiert werden", so der Sondersekretär der Bischofstreffens zum Amazonasgebiet, das im vergangenen Oktober im Vatikan stattfand.

Im Schlussdokument sprachen sich die Synodenväter damals dafür aus, die Bischöfe im Amazonasgebiet sollten die Voraussetzungen dafür schaffen, dass in Gemeinden ohne ausreichende pastorale Versorgung auch entsprechend ausgebildete Familienväter zu Priestern geweiht werden können, nachdem sie zuvor Diakone waren. Der Papst geht auf diesen und weitere Vorschläge in seiner nunmehrigen Exhortation "Querida Amazonia" (Geliebtes Amazonien) nicht explizit ein.

Kardinal Czerny betonte, dass dies die theologische Bedeutung des Schreibens von Franziskus nicht schmälere. Es sei trotz seiner ungewöhnlichen Form - der Papst skizziert in dem Text verschiedene "Träume" zur Zukunft der Amazonasregion - Teil des päpstlichen Lehramts.

Sprache im Einklang mit biblischer Tradition

Der brasilianische Jesuit Adelson Araujo Dos Santos erläuterte, dass Franziskus nicht zum ersten Mal eine solche Sprache wähle, um den Gläubigen eine wichtige Botschaft zu übermitteln. Dies stehe im Einklang mit biblischer Tradition, so der Experte, der an der päpstlichen Universität Gregoriana Theologie der Spiritualität lehrt. Auch in der Heiligen Schrift spielten Träume eine wichtige Rolle.

Synoden-Generalsekretär Kardinal Lorenzo Baldisseri wies darauf hin, dass die Amazonien-Synode ein langer Prozess sei: "Vieles ist noch im Gange. Es muss weiter diskutiert werden." Der Papst habe die Vorschläge der Synode weder verworfen noch ihnen ausdrücklich zugestimmt. Er habe das Schlussdokument "nur vorgestellt". Das sei ein "ganz wichtiger" Aspekt. Dennoch komme den Beschlüssen der Synodenväter eine beachtliche "moralische Autorität" zu.

Der brasilianische Klimaforscher, Carlos Nobre, der ebenfalls bei der Vorstellung des Papstschreibens im Vatikan dabei war, lobte die Ausführungen in "Querida Amazonia". Die sozialen und ökologischen Schlussfolgerungen seien aus wissenschaftlicher Sicht gedeckt, sagte Nobre. Das Amazonasgebiet sei von immenser Bedeutung für das Weltklima. Dass der Papst dies erkannt habe, mache ihn zu einem Verbündeten der Wissenschaft.

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