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Immer mehr Caritas-Freiwillige helfen "verzweifelten Anrufern"

© Caritas/Marlene Fröhlich
Caritas-Wien-Generalsekretär Schwertner bittet im "Kathpress"-Interview um weitere Spenden von Geld oder aber Zeit, um Notlagen rasch und unbürokratisch begegnen zu können
23.03.2020, 14:59 Uhr Österreich/Soziales/Epidemie/Caritas/Schwertner
Wien, 23.03.2020 (KAP) Seit einigen Tagen häufen sich Anrufe verzweifelter Menschen bei der Caritas, die wegen Mangels an Geld oder an Personen, die für sie einkaufen gehen, in Notlagen kommen und auf Hilfe angewiesen sind. Darauf hat Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner in einem "Kathpress"-Interview am Montag hingewiesen und um Spenden von Geld oder aber Zeit gebeten. Zuletzt hätten sich alleine in Wien 2.700 meist junge Leute als Freiwillige gemeldet, die der Caritas dabei helfen, rasch und unbürokratisch dort präsent zu sein, wo infolge der Corona-Krise akute Notlagen herrschen, wie Schwertner sagte. Die Nothilfe in Form von Suppenbussen, Essensausgaben oder warmen Anlaufstellen für Obdachlose sei voll am Laufen und werde sogar noch ausgebaut.

Für die Lebensmittelausgaben sind aufgrund der Sachspenden von Supermärkten bzw. entsprechenden Unternehmen noch genügend Ressourcen vorhanden, sagte der Caritas-Vertreter: 60 Tonnen seien derzeit im zentralen Lager der Caritas-Einrichtung "Le+O - Lebensmittel und Orientierung" in Wien-Floridsdorf vorhanden. "Das gibt uns zumindest Luft für die nächsten Tage und Wochen", so Schwertner. Er bat den Lebensmittelhandel um weitere Spenden vor allem von Trockenware wie Nudeln, Dosen, Kaffee - alles, was nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden muss. Hier gebe es nach wie vor großen Bedarf, so der Caritas-Generalsekretär.

Nachhaltige Unterstützung für armutsbetroffene Haushalte leisten Le+O-Ausgabestellen. In der laufenden Woche sind das am Mittwochvormittag das "carla mittersteig", (Mittersteig 10", am Donnerstag die Pfarre Gartenstadt in 1210 Wien (Galvanigasse 3) und am Freitag die Pfarre Neufünfhaus am Vogelweidplatz 7 in 1150 Wien. Die dort von den Mitarbeitern fertig vorbereiteten Lebensmittelpakete können unter den von den Behörden vorgegebenen Hygienevorschriften um einen reduzierten Solidaritätsbeitrag von 3 Euro abgeholt werden. Weitere Le+O-Ausgabestellen sollen in den nächsten Wochen zusätzlich aufgesperrt werden. Wer sozialarbeiterischen Rat braucht, erreicht die Caritas wochentags von 9 bis 13.30 Uhr telefonisch oder per Mail (Info: www.caritas-leo.at).

Solidarität weiter dringend benötigt

Aber nicht nur von Unternehmen, auch von Privatpersonen braucht die Caritas weitere Spenden, um die von der Krise besonders Betroffenen bestmöglich unterstützen zu können: für 40 Euro kann man laut Schwertner den leeren Kühlschrank eines Armutshaushalts füllen, 50 Euro reichen für die Versorgung in einem Mutter-Kind-Haus eine Woche lang. Und 400 Euro kostet die Ausgabe eines Mittagessens in einer Obdachloseneinrichtung wie der Gruft, für die durch die Schließung der Gastronomiebetriebe verstärkt Zutaten besorgt werden müsse. Schwertner: "Die Caritas hat in ihren 36 Sozialberatungsstellen in ganz Österreich im Vorjahr 65.000 Menschen finanziell unterstützt. Wenn wir wissen, dass sich allein in den vergangenen Tagen mehr als 100.000 Menschen arbeitslos gemeldet haben, wird deutlich, wie dringend jetzt Hilfe gebraucht wird."

Verschärft wird die aktuelle Lage durch die momentan wieder winterlichen Temperaturen, berichtete der Caritas-Generalsekretär. "Wir müssen die Notversorgung speziell auch für obdachlose Menschen jetzt ausbauen", für diese besonders gefährdete Gruppe werden Notschlafstellen derzeit länger offen gehalten, auch das Nachtstreetwork bleibt aufrecht und die Suppenbusse der Caritas fahren weiter täglich aus.

Der Caritas-Generalsekretär bat auch um Beachtung der gemeinsam mit der "Kronen Zeitung" durchgeführten "Corona Nothilfe" Spendenaktion (Stand Montagmittag: 65.000 Euro online und Facebook). Schwertner: "Jede Spende hilft und ist unkompliziert auf www.caritas.at und www.krone.at/krone-hilft möglich."

(Info: www.caritas-wien.at)
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