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Zahl der Corona-Infizierten in Afrika steigt weiter an

Laut Weltgesundheitsorganisation 1.397 bestätigte Fälle - höchste Zahl in Burkina Faso
24.03.2020, 08:03 Uhr Benin/Kirche/Medizin & Gesundheit/Epidemie
Cotonou, 24.03.2020 (KAP/KNA) In Afrika steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, weiter an. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gab es am Montagnachmittag auf dem Kontinent 1.397 bestätigte Fälle. In Westafrika verzeichnet Burkina Faso die höchste Fallzahl. Nach Angaben der Regierung sind es mittlerweile 99. In Mali, Guinea Bissau und Sierra Leone sind weiterhin offiziell keine Fälle bestätigt.

In Nigeria hat es laut dem Zentrum für Seuchenbekämpfung (NCDC) mittlerweile den ersten Todesfall gegeben. Insgesamt kommt Afrikas bevölkerungsreichster Staat auf 36 Corona-Patienten. In Burkina Faso sind mehrere Politiker positiv getestet worden. Das Land hat bereits eine Ausgangssperre verhängt, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Dafür sorgen soll in zahlreichen Ländern auch die Schließung von Kirchen und Moscheen. In Nigeria erklärte allerdings der Pastor der Winner's Chapel, einer großen Pfingstkirche, weiterhin Gottesdienste feiern zu wollen, wie die Onlinezeitung "Premium Times" berichtete. Nach Informationen der Nachrichtenagentur "Sahara Reporters" war es in der Hauptstadt Abuja am Sonntag zu einem Polizeieinsatz vor der COZA-Kirche, einer jungen Freikirche, gekommen. Auch dort hatten sich Gottesdienstbesucher getroffen und gegen das Versammlungsverbot von mehr als 50 Menschen verstoßen.

Tränengas gegen Kirchengemeinde in Kenia

In Kenia kam es lokalen Medien zufolge bereits am vergangenen Wochenende zu Zusammenstößen zwischen Gläubigen und der Polizei. Auslöser der Gewalt waren demnach etliche Gottesdienstbesucher, die ein Versammlungsverbot wegen der Corona-Pandemie missachtet haben sollen. In der Hafenstadt Mombasa stürmten die Sicherheitskräfte den Sonntagsgottesdienst einer Freikirche, um die Gläubigen auseinanderzutreiben.

Auch nahe der Hauptstadt Nairobi sei es kurzzeitig zu chaotischen Szenen gekommen, berichtet die Zeitung "Standard". Dort soll die Polizei die Gemeinde einer katholischen Kirche kurz vor Beginn des Gottesdiensts mit Tränengas vertrieben haben. Ein katholischer Gottesdienst in Mombasa sei ebenfalls von den Behörden vorzeitig beendet worden. Ein Polizeisprecher warb angesichts der weltweiten Gesundheitskrise für "Verständnis". Die Maßnahmen dienten dem Wohl aller Kenianer.

Kritik an Tansanias Präsident

Der tansanische Präsident John Magufuli steht derweil wegen seines Aufrufs in der Kritik, wonach Bürger des ostafrikanischen Landes trotz der Pandemie die Gottesdienste besuchen sollten. In einer vollen Kirche habe der bekennende Katholik die Schließung von religiösen Einrichtungen ausgeschlossen, berichtete die kenianische Zeitung "The Standard" (Montag). Den Gläubigen habe das Staatsoberhaupt versichert: "Im Leib Christi wird Corona nicht überleben, es wird verbrennen." Er selbst habe "ohne Panik" die heilige Kommunion entgegengenommen.

Während der Staatspräsident in der Kirche Applaus erhielt, sind die Kritiker entsetzt. "Präsident Magufuli enttäuscht schon wieder", schrieb ein Kommentator; ein weiterer rief die Tansanier auf, "nicht auf die Regierung zu warten" und eigenständig Schutzmaßnahmen gegen Covid-19 zu ergreifen. Ein Vertreter der Opposition forderte zu Wochenbeginn die Schließung von Kirchen und Moscheen, und appellierte an Magufuli, "nicht mit der Wissenschaft zu streiten".
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