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Caritas fordert Evakuierung der Lager auf griechischen Inseln

Im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos
© Caritas/Alea Horst
Einig mit Rotem Kreuz und "Ärzte ohne Grenzen": Coronavirus unterstreicht Notwendigkeit, alarmierende Überbelegung und katastrophale Bedingungen für Flüchtlinge zu beenden
Flüchtlinge
25.03.2020, 12:41 Uhr Österreich/Griechenland/Kirche/Flüchtlinge/Epidemie/Hilfsorganisation/Caritas
Wien, 25.03.2020 (KAP) Die Caritas Österreich unterstützt gemeinsam mit dem Roten Kreuz und "Ärzte ohne Grenzen" den Appell des Flüchtlingshilfswerkes der Vereinten Nationen (UNHCR), die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln zu evakuieren. Griechenland und die EU-Staaten forderten die drei Hilfsorganisationen in ihrer Aussendung am Mittwoch "dringend auf, die alarmierende Überbelegung und die katastrophalen Bedingungen für Flüchtlinge zu beenden und die Menschen in größerer Zahl schnell in geeigneten Unterkünften unterzubringen".

36.000 Frauen, Männer und Kinder lebten derzeit auf den Ägäis-Inseln Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros in Aufnahmezentren, die ursprünglich für 5.400 Menschen konzipiert waren. Unter prekären Bedingungen müssten sie in Zelten oder provisorischen Behelfsunterkünften aus Plastikplanen hausen und hätten kaum oder gar keinen Zugang zur Basisversorgung des täglichen Lebens - wie jüngst auch Caritas-Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner von einem Lokalaugenschein berichtete.

Alleine das inzwischen berüchtigte Camp Moria auf Lesbos beherbergt mehr als 22.000 Menschen in einer ursprünglich für 2.840 Personen ausgelegten Anlage. "Aktuell steht für 1.300 Menschen nur eine einzige Wasserstelle zur Verfügung - unter derart katastrophalen Bedingungen ist ein Übergreifen des Coronavirus nur eine Frage der Zeit", warnte Michael Opriesnig vom österreichischen Roten Kreuz.

Die aktuelle Corona-Krise erfordere einen Plan der Gesundheitsbehörden für Infektionsprävention und -kontrolle, Gesundheitsaufklärung, für die schnelle Identifikation von Fällen, Isolation und Behandlung, betonte Laura Leyser von "Ärzte ohne Grenzen Österreich".

Knapp: Griechenland braucht Unterstützung

Für die erforderliche Evakuierung brauche Griechenland dringend die Unterstützung der Europäischen Union und auch Österreichs, hielt Andreas Knapp, Generalsekretär für Internationale Programme bei der Caritas Österreich, fest. Die griechische Regierung und die vor Ort tätigen Hilfskräfte benötigten in der akut bedrohlichen Situation finanzielle Mitteln, medizinisches Personal und Hilfe bei der Logistik. Die Unterbringung der Flüchtlinge an besser geeigneten Orten sei "drängend, auch im Hinblick auf die BewohnerInnen der betreffenden Inseln".

Gleichzeitig gelte es das medizinische System in Griechenland nicht noch zusätzlich unter Druck zu bringen, so Knapp: "Griechenland braucht jetzt umfassende Unterstützung und Solidarität der Europäischen Union."

Die Caritas hatte gemeinsam mit mehr als 150 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Österreich und aus ganz Europa bereits am Montag einen dringenden Appell an die politisch Verantwortlichen der EU und an die griechische Regierung gerichtet, die Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln zu evakuieren.

Und auch die Caritas International prangerte zuletzt die Situation in Flüchtlingslagern auf Lesbos als einen "Nährboden für eine solche Virus-Situation" wie die derzeitige Coronas-Pandemie an. Greife das Virus auf die Lager über, hätte das fatale Folgen, betonte die katholische Hilfsorganisation.
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