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Christen weltweit folgen Papstaufruf zum gemeinsamen Vaterunser

Papst Franziskus bei der Generalaudienz am 11. März 2020 in der Bibliothek des Apostolischen Palastes
© Vatican Media
Franziskus: "In diesem Augenblick wollen wir um Erbarmen für die von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffene Menschheit flehen" - Gläubige aller Konfessionen vereint im bekanntesten Gebet des Christentums
Corona
25.03.2020, 13:14 Uhr Vatikan/Glaube/Christentum/Epidemie/Papst
Vatikanstadt/Wien, 25.03.2020 (KAP) Christen in aller Welt haben sich am Mittwoch an einem gemeinsamen Vaterunser-Gebet inmitten der Corona-Pandemie beteiligt. Nach einem von zahlreichen Kirchenführern unterstützten Aufruf von Papst Franziskus beteten Gläubigen aller Konfessionen weltweit um 12 Uhr in der jeweiligen Zeitzone das Vaterunser. Das Gebet von Franziskus wurde aus der Bibliothek des Apostolischen Palastes im Vatikan als Videostream übertragen. In Österreich rief unter anderen Kardinal Christoph Schönborn via Twitter zum Gebet auf. In zahlreichen Ländern wurde die Aktion vom Geläut der Kirchenglocken begleitet.

"In diesem Augenblick wollen wir um Erbarmen für die von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffene Menschheit flehen", sagte der Papst in einer kurzen Einleitung. "Wir tun dies zusammen, als Christen aller Kirchen und Gemeinschaften, jeden Alters, aus allen Sprachen und Nationen." In das Gebet schloss er die Kranken und ihre Familien ein, medizinische Betreuer und Helfer, aber auch staatliche Behörden, Ordnungskräfte und Ehrenamtliche sowie Geistliche der unterschiedlichen Kirchen. Anschließend sprach Franziskus das Vaterunser auf Latein.

Auch der ökumenische Weltkirchenrat in Genf unterstützte die Initiative. Das geeinte Gebet in schwerer Zeit erinnere daran, "dass wir eine menschliche Familie sind", erklärte Weltkirchenrat-Generalsekretär Olav Fykse Tveit. Das Vaterunser von Christen in aller Welt sei eine "Chance, unsere Stimmen im Gebet zu Gott zu vereinen mit den Worten, die uns unser Herr Jesus Christus gelehrt hat".

Viele ranghohe Kirchenvertreter der verschiedenen Konfessionen appellierten persönlich über digitale Medien, sich an der Aktion zu beteiligen, etwa das Ehrenoberhaupt der anglikanischen Kirche, Erzbischof Justin Welby, oder der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. In Rumänien rief der Heilige Synod des orthodoxen Patriarchats die Gläubigen zum mittäglichen Gebet auf. In den Kirchen wurden zudem die Glocken um 12 Uhr zwei Minuten lang geläutet.

Bekanntestes Gebet des Christentums

Das Vaterunser ist das bekannteste Gebet des Christentums und auch das einzige Gebet, das von Christen aller Konfessionen gebetet wird. In ökumenischen Gottesdiensten ist es das wichtigste verbindende Element.

Allein die katholische Kirche zählt nach Vatikanangaben 1,3 Milliarden Gläubige. Den 348 Mitgliedskirchen des Ökumenischen Rates der Kirchen gehören weitere 500 Millionen Christen an.

"Urbi et orbi" und "Lichter der Hoffnung"

Papst Franziskus hatte schon in seiner wegen des Versammlungsverbots erneut nur als Livestream übertragenen Generalaudienz am Mittwochmorgen an die Vaterunser-Initiative erinnert. "Vereinen wir unsere Stimmen in der Bitte zum Herrn in diesen Tagen des Leidens, da die Welt von der Pandemie hart geprüft wird", sagte Franziskus. Gott als der "gute und barmherzige Vater" solle das gemeinsame Gebet seiner Kinder erhören.

Die Hilfe Gottes in der aktuellen Notlage will der Papst auch am Freitagabend mit einer besonderen Zeremonie auf dem leeren Petersplatz erbitten. Dabei wird das katholische Kirchenoberhaupt den Segen "Urbi et orbi" ("für die Stadt und den Erdkreis") erteilen, der üblicherweise nur zu Ostern und Weihnachten sowie unmittelbar nach der Papstwahl gespendet wird.

In Österreich laden die katholische, die evangelische und die orthodoxe Kirche angesichts der Coronakrise seit einigen Tagen täglich zu einer gemeinsamen Gebetsaktion unter dem Motto "Lichter der Hoffnung". Gläubigen aller Konfessionen sind dazu aufgerufen, jeweils am Abend um 20 Uhr eine Kerze anzuzünden und ins Fenster zu stellen sowie das Vaterunser zu beten. Die Priester bzw. Geistlichen sind eingeladen, einen Segen zu sprechen. Darüber hinaus wollen die Kirchen dazu animieren, die Aktion auch via Social Media mit dem Hashtag #lichterderhoffnung auf möglichst vielen Plattformen bekanntzumachen und Fotos und Beiträge von der Aktion zu posten.
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