myKathpress LOGIN

Corona: Wiener Telefonseelsorge hat 50 Prozent mehr Anrufe

Leiterin Keßelring in "Studo Omega"-Interview: "Covid-19 in beinahe jedem Telefonat Thema" - "Die Infektionen kommen näher"
26.03.2020, 11:52 Uhr Österreich/Epidemie/Kirche/Telefonseelsorge
Wien, 26.03.2020 (KAP) Die Coronakrise hat bei der Wiener Telefonseelsorge zu einem massiven Anstieg der Anrufe geführt; nämlich um gut 50 Prozent, wie Antonia Keßelring, Leiterin der Seelsorge-Einrichtung berichtet: "Normal sind es etwa 100 Anrufe am Tag, jetzt 150 bis 170." Das Virus Covid-19 werde in beinahe jedem der Telefonate thematisiert, so Keßelring in einem auf www.katholisch.at veröffentlichten Podcast. "Die Menschen fühlen sich eingeschränkt, das betrifft vor allem Alleinstehende. Die waren jetzt über eine Woche lang allein."

Manche seien mit den sozialen Medien nicht so firm und auf das Telefon angewiesen. Das drücke aufs Gemüt, verdeutlichte Keßelring. "Es rufen auch Menschen aus der Quarantäne an, die sagen, es müsste jemand kommen und sie testen. Andere machen sich Sorgen um die Ansteckungsgefahr für Ältere. Die Infektionen kommen näher." Andererseits gebe es auch Beschwerden, wenn jemand bei der Hotline 1450 nicht durchkommt, oder Probleme mit dem eingeschränkten Ausgang hat.

Die MitarbeiterInnen der Telefonseelsorge geben in solchen Gesprächen "allem Raum, was gesagt werden möchte. Dann schauen wir, was geht", so Keßelring. Die Telefonseelsorge habe auch eine Chat- und Mailberatung, deren Betreuerinnen und Betreuer derzeit im Home Office tätig sind. "Am Telefon sind wir aber immer noch vor Ort", so Keßelring. "Wir haben das so gelöst, dass alles desinfiziert wird, jeder allein im Büro sitzt, wir lüften und es gibt ein Hygienemanagement."

Mitarbeiter, die zur Hochrisikogruppe gehören, mit Menschen dieser Gruppe zusammenleben oder sich um sie kümmern, seien freigestellt. Außerdem gebe es jeden Morgen eine Telefonkonferenz, in der sich die Mitarbeiter untereinander austauschen und gegenseitig stützen.

Derzeit habe die Wiener Telefonseelsorge wesentlich weniger ehrenamtliche Mitarbeiter als sonst. "Dafür gibt es andere, die jetzt beruflich freigestellt sind und mehr Dienste übernehmen. Wir bekommen auch Mitarbeiter zur Verfügung gestellt, die ihren Beruf derzeit nicht ausüben können, zum Beispiel Krankenhausseelsorger. Einige evangelische Pfarrer, die derzeit keinen so vollen Terminkalender haben, helfen uns auch."

Die Nummer der Telefonseelsorge: 142. Chat- und Mailberatung gibt es unter www.telefonseelsorge.at

Der von der ökumenischen Radio-Agentur "Studio Omega" produzierte Podcast kann auch unter www.studio-omega.at, unter "https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com"; sowie u.a. auf iTunes, allen Smartphone-Apps für Podcasts und auf Spotify nachgehört werden.
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • Klemens für Jugend ein Vorbild bei "Suchen, Entwickeln und gesellschaftlicher Verantwortung"

    09.03.2020, 15:30 Uhr
    Wiener Schulamtsleiterin Andrea Pinz über den Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer...

    Hl. Klemens sah seine Schwächen als "Geschenk", um nicht überheblich zu werden

    09.03.2020, 15:28 Uhr
    Redemptoristenpater Martin Leitgöb über den Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer...

    Hl. Klemens war "ein authentischer Mensch, der immer weitergegangen ist"

    09.03.2020, 15:26 Uhr
    Redemptoristenpater Martin Leitgöb über den Wiener Stadtpatron Klemens Maria Hofbauer...

    Freistetter: "Ethik und Religion: Von der Sache her alles andere als ein Konkurrenzverhältnis"

    05.03.2020, 13:48 Uhr
    Militärbischof Werner Freistetter bei der Eröffnung der Tagung "Ethik statt Religion?"...
Die neue Kathpress-APP ist da!

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2020 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung: