myKathpress LOGIN

Kathpress: Eine Redaktion im "Corona-Modus"

'Kathpress': Eine Redaktion im 'Corona-Arbeitsmodus'
© Kathpress
Pandemie, Homeoffice und Ausgangsbeschränkungen verändern auch in einer kirchlichen Nachrichtenagentur die Arbeitsweise radikal
Homeoffice
03.04.2020, 10:53 Uhr Österreich/Medien/Online/Epidemie/Kathpress
Wien, 03.04.2020 (KAP) Verwaiste Redaktionsräume, gespenstische Stille in den Büros am Wiener Stephansplatz, nicht zu vergessen: eine untätige Kaffeemaschine: Die Corona-Pandemie lässt auch im Blick auf die sonst gewohnten, eingespielten Arbeitsabläufe der Kathpress keinen Stein auf dem anderen. Die acht Redakteurinnen und Redakteure arbeiten von zu Hause aus - teils am Esstisch, neben Kindern und Katze oder erst wenn die Kleinen schlafen. Auch die morgendliche Redaktionssitzung wird per Videokonferenz abgehalten, die Absprachen tagsüber mit dem Chef vom Dienst erfolgen per Chat. Die redaktionellen Abläufe haben sich seit den behördlichen Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus also drastisch geändert. "Die Arbeit unserer Redaktion bleibt trotzdem in vollem Umfang aufrecht", so die Order von Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe. "Rasche und verlässliche Kommunikation" bleibe gerade in der Krise wichtig.

Sieben Tage die Woche berichten wir also weiterhin in unseren verschiedenen Diensten laufend aktuell über das kirchliche Geschehen in Österreich, die Weltkirche und den Papst - und das derzeit vermehrt auch in den Randstunden des Tages, wie man in der Meldungsübersicht auf www.kathpress.at gut erkennen kann. Nur kleine Einschränkungen gibt es: So erscheint etwa der sonst wöchentliche "Info-Dienst" bis auf Weiteres alle 14 Tage. Auch der tägliche Termindienst mit Hinweisen auf Veranstaltungen und Pressetermine fällt notgedrungen dieser Tage deutlich dünner aus. Und während das journalistische Herz der Kathpress derweil im Homeoffice schlägt, ist die Redaktion am Stephansplatz an Wochentagen zumindest in der Zeit von 9 bis 15 Uhr auch physisch besetzt.

"Kirche in Hongkong erlässt Schutzmaßnahmen gegen Virus": Mit dieser Schlagzeile hielt Corona am 29. Jänner auch in der Kathpress-Berichterstattung Einzug. Seither ging es Schlag auf Schlag. Wann gab es eigentlich die letzte Spitzenmeldung ohne Covid-19-Bezug auf dem Titelblatt des Kathpress-Tagesdienstes? Das Archiv gibt Auskunft: Es war am 9. März und es ging um Solidarität angesichts der immer noch überfüllten Flüchtlingslager auf griechischen Inseln.

Vom Umfang her merken die Bezieher der Kathpress-Dienste derzeit jedenfalls keinen Unterschied zu "Vor-Corona-Zeiten": Die anfängliche Vermutung, dass mit dem "Social Distancing" auch die Meldungslage dünner werde, trifft bisher nicht zu. Im Gegenteil: Die Informationsflut über das sich weltweit ausbreitende Virus hält an; und in der Redaktion wächst das Bedürfnis, "nicht immer nur über Corona zu schreiben...". Auch positive Geschichten müssen her, sind wir uns einig. Denn trotz Infektionskurven, permanent steigender Arbeitslosenzahlen und mahnenden Politikern sollen unsere Kunden nicht nur Todeszahlen oder andere tragische Folgen der Pandemie zu lesen bekommen.

Homeoffice in vielen Varianten

Im Homeoffice geht es uns wie vielen anderen: Von zu Hause aus arbeiten zu müssen, ist kein Urlaub. Erst recht nicht, wenn der Chef/die Chefin vom Dienst neben Kindern und Partner oder mit schlechter Internetverbindung werkt. So ein Homeoffice kann der Esstisch sein, ein Kollege sitzt neben seinen Kindern, eine Redakteurin auf der Couch und eine andere im Dunkeln, damit das Kind nicht aufwacht. Plötzlich erscheint der Alltag in der Redaktion fast glamourös und das eigene Heim ein bisschen eng.

Und: Manche Redakteure sind jetzt auch Ersatzlehrkräfte. Homeschooling - neben Homeoffice das zweite Modewort dieser Tage - birgt neue Herausforderungen: Aufgaben müssen erklärt oder ausgedruckt werden, die Kinder haben Hunger oder müssen ins Bett. Dazwischen treffen Mails an die Redaktion ein, Arbeitsaufträge vom jeweiligen Koordinator, Rückrufe von angefragten Interviewpartnern. Konzentrierter ist die Arbeit eindeutig am Schreibtisch in der Redaktion. Dafür werden die Arbeitstage länger, die Neigung zur "Selbstausbeutung" steigt. Immerhin: Es ist ein ungewohnter Luxus, mit der Familie zu Mittag essen zu können...

Geschichte mitschreiben

Trotz erschwerender Umstände ist spürbar: Die Motivation ist bei allen hoch, verbunden mit dem Bewusstsein, gerade Geschichte zu erleben und daran sogar "mitzuschreiben": Über die Corona-Maßnahmen und -Hilfen vonseiten der Kirche etwa, über viele wunderbare Angebote, um mit dem Aussetzen der Gottesdienste, Isolation und Einsamkeit zurechtzukommen. Aber auch über unvorstellbares Leid, das man bisher erst aus Italien kennt und das sich nun absehbar wie eine gewaltige losbrechende Lawine besonders auf die ärmeren Weltgegenden ergießt. Jeder Bericht darüber geht an die Substanz.

Doch uns allen ist auch bewusst: Es ist ein Privileg, weiterhin arbeiten zu können und zu dürfen. Das macht uns u.a. auch unser Vatikan-Korrespondent Roland Juchem bewusst: "Als Journalist kann ich noch raus, kann arbeiten, bekomme Gehalt. Für viele Italiener gilt das nicht mehr", teilte er uns vor einigen Tagen mit. Sein geplanter Resturlaub wurde zum "Arresturlaub", merkte er mit Galgenhumor an, "denn jetzt ist Ausgangssperre". Für unseren römischen Kollegen bedeutet das alle drei Tage ein neues Formular, mit dem er bei einer Kontrolle nachweisen muss, berechtigterweise draußen unterwegs zu sein.

Auch in Wien wird immer häufiger kontrolliert: Jene Kathpress-Mitarbeiter, die jetzt zu Fuß, per Fahrrad oder mit dem Auto in den Redaktionsräumen die Stellung halten, tragen eine Bestätigung des Dienstgebers über die Notwendigkeit ihrer journalistischen Arbeit bei sich.

Die Kathpress-Redakteure werden wohl noch über Wochen überwiegend an ihren Tischen zu Hause sitzen und Meldungen schreiben, Interviews führen oder recherchieren. Für Medien-Konsumenten ändert sich damit (fast) nichts - für sie gibt es weiterhin genug zu lesen. Und das tun sie auch, wie die Zugriffszahlen auf die Meldungen sowie die gestiegene Präsenz der Kathpress in APA, Tageszeitungen oder Online-Medien zeigen.

Sonder-Testabo-Aktion

Zum Schluss noch ein Hinweis für all jene, die Kathpress bislang nur vermittelt über andere Medien kannten: Um dem gestiegenen Informations- und Kommunikationsbedürfnis in der aktuellen Situation zu entsprechen, bieten wir ab sofort all unsere Produkte bis Ende Mai als kostenlose Testabos an. Informationen zu unseren Produkten und Bestellmöglichkeiten finden Sie unter www.kathpress.at/produkte. Nutzen Sie dieses Angebot und testen Sie Kathpress - uns als "Redaktion im Corona-Modus" würde es freuen!

Übrigens: Die Berichterstattung zur Coronavirus-Pandemie wird täglich erweitert und ist gebündelt abrufbar unter www.kathpress.at/coronavirus. Ein Themenschwerpunkt, der mittlerweile bei Zugriffszahlen im fünfstelligen Bereich hält.
Logo des Presserates
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • Kardinal Schönborn: "Österreich braucht geistvoll erneuerte Normalität"

    27.05.2020, 09:53 Uhr
    Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erläutert das Hirtenwort der...

    Kardinal Schönborn: Plädoyer für freien Sonntag

    27.05.2020, 09:52 Uhr
    Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erläutert das Hirtenwort der...

    Schönborn: Absage an aktive Sterbehilfe

    27.05.2020, 09:52 Uhr
    Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erläutert das Hirtenwort der...

    Kardinal Schönborn: "Konstruktive Konflikt-Kultur statt Hasspostings, Vernadern und systematischem Schlechtmachen"

    27.05.2020, 09:51 Uhr
    Der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz erläutert das Hirtenwort der...
Die neue Kathpress-APP ist da!

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2020 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung: