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Beirut: Menschen harren in zerstörten Wohnungen aus

Libanon-Experte Maier im Kathpress-Interview: Menschen haben Angst vor Plünderern - ICO-Hilfsprojekte für Obdachlose und Kinder
17.08.2020, 13:57 Uhr Österreich/Libanon/Hilfsorganisation/Katastrophe/Soziales
Linz/Beirut, 17.08.2020 (KAP) Bis zu 300.000 Menschen wurden bei der verheerenden Explosionskatastrophe in der libanesischen Hauptstadt Beirut obdachlos. Viele Menschen würden es derzeit aber vor allem aus Angst vor Plünderern vorziehen, in ihren zerstörten Wohnungen auszuharren, statt anderwärtig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Das hat der Libanon-Experte Stefan Maier von der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) am Montag im Interview mit der Nachrichtenagentur Kathpress berichtet. Die Situation könne sich freilich im Herbst und Winter dramatisch ändern, warnte Maier.

Die ICO versucht derzeit über ihre Projektpartner vor Ort Hilfsmaßnahmen zu setzen. So leistet der Orden der Barmherzigen Schwestern vor allem Nahrungsmittelhilfe für die Obdachlosen. Zwar wurden auch fünf Einrichtungen des Ordens in Beirut schwer in Mitleidenschaft gezogen, in den Einrichtungen in anderen Teilen des Libanon, so etwa im Haus St. Josef in Ajeltoun, wird nun aber - mit Unterstützung durch die ICO - für Beirut gekocht bzw. Hilfspakete geschnürt.

Schwer zerstört wurde in Beirut etwa das Haus St. Charles der Barmherzigen Schwestern im Stadtteil Achrafieh. 40 Mädchen lebten im Internat. "Die Bausubstanz ist allerdings noch weitgehend vorhanden und mit 80.000 Dollar könnte das Haus wieder bewohnbar gemacht werden", so Maier. Die ICO bittet u.a. dafür um Spenden, "damit die Kinder wieder ein Dach über dem Kopf haben".

Noch schlimmer zerstört wurde eine an das Internat angeschlossene Schule für rund 900 Kinder. "Die Grundschule wird vor allem von Schülerinnen und Schülern aus den ärmsten Bevölkerungsschichten besucht, darunter sind auch zahlreiche Flüchtlingskinder", berichtete Maier. Auch hier wolle sich die ICO nach Möglichkeiten einbringen. Er hoffe auf einen solidarischen Schulterschluss kirchlicher und weiterer Einrichtungen sowie von Einzelpersonen in Oberösterreich, um die größte Not zu lindern, sagte Maier.

Ein weiterer Projektpartner der ICO im Libanon ist der Orden der Lazaristen. Deren Provinzhaus in der libanesischen Hauptstadt wie auch ein angeschlossenes Studentenheim wurden schwer beschädigt. Maier: "Die Studenten mussten alle ausziehen, einige Ordensmänner campieren seither mit Schlafsäcken in den Ruinen, um die beiden Häuser nicht unbewacht zu lassen." Auch den Lazaristen will die ICO in dieser schwierigen Situation helfen.

"Die Explosionskatastrophe hat dem ohnehin schon am Boden liegenden Land fürchterliches Leid, Not und Zerstörung beschert", betonte Maier. Ohne massive Hilfe von außen könne der Libanon nicht mehr auf die Beine kommen, appellierte der ICO-Projektreferent an die Solidarität der Österreicherinnen und Österreich.

(Infos und Spenden: www.christlicher-orient.at bzw. www.facebook.com/initiativechristlicherorient/)
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