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Kathpress-Jahresrückblick 2020 Juli bis September

Höhepunkte des kirchlichen Jahres 2020 - Eine Chronologie in vier Teilen
16.12.2020, 12:18 Uhr Österreich/Kirche/Religion/Jahresrückblick
Wien, 16.12.2020 (KAP) Was hat das Jahr 2020 für die Kirche in Österreich und für die Weltkirche gebracht? Schlaglichter aus den Kathpress-Meldungen der vergangenen zwölf Monate bietet der folgende Jahresrückblick. Die gesamte Jahreschronik 2020 inklusive eines Kommentars von Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe ist unter www.kathpress.at/jahreschronik2020 abrufbar.

JULI

1. Juli - Die "Nummer zwei" des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, schaltet sich aktiv in den Nahost-Konflikt ein. Wie der Vatikan überraschend mitteilt, traf sich Parolin am 30. Juni mit den beim Heiligen Stuhl akkreditierten Botschaftern Israels und der USA. Er habe die Besorgnis des Heiligen Stuhls angesichts der "schwierigen Lage" im Nahen Osten zum Ausdruck gebracht.

2. Juli - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner trifft in seiner neuen Funktion als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz erstmals mit Bundeskanzler Sebastian Kurz zusammen. Lackner spricht im Anschluss an die Begegnung von einem "anregenden und wertschätzenden Gespräch".

6. Juli - In einem gemeinsam formulierten Appell fordern die 110 im Weltdachverband katholischer Entwicklungsorganisation (CIDSE) zusammengeschlossenen katholischen Bischöfe aus 30 Staaten von der Politik, Unternehmen und internationale Konzerne zur Einhaltung von Menschenrechten und zum Umweltschutz zu verpflichten.

8. Juli - Die Bischofskonferenz weist Kritik am aktuell laufenden Reform- und Umstrukturierungsprozess in der Katholischen Sozialakademie Österreichs (ksoe) zurück und bekräftigt die nötige Neuaufstellung.

10. Juli - Die Pariser Kathedrale Notre-Dame soll originalgetreu wieder aufgebaut werden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stimmt den Vorschlägen von Chefarchitekt Philippe Villeneuve zu, das eingestürzte Dach im historischen Stil zu rekonstruieren.

11. Juli - Papst Franziskus nimmt das altersbedingte Rücktrittsgesuch des Bischofs von Mostar in Bosnien-Herzegowina, Ratko Peric (76), an. Nachfolger wird der bisherige Bischof von Hvar in Kroatien, Petar Palic, ein erklärter Zweifler an den Marienerscheinungen von Medjugorje.

12. Juli - Papst Franziskus äußerst sich zur geplanten Umwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee. Er empfinde dabei einen "großen Schmerz".

15. Juli - Das Christentum ist laut dem Geschäftsführenden Präsidenten des internationalen päpstlichen Hilfswerks "Kirche in Not", Thomas Heine-Geldern, die am meisten verfolgte Religion der Welt. Über 250 Millionen Christen leben demnach in Ländern, wo es Verfolgung und Diskriminierung gibt, "wo sie Bürger zweiter Klasse sind".

15. Juli - Die österreichischen katholischen Diözesen rechnen laut dem Vorsitzenden der diözesanen Finanzkammerdirektoren, Cornelius Inama, heuer mit finanziellen Einbußen von insgesamt rund 90 Millionen Euro.

16. Juli - Der Vatikan veröffentlicht einen Leitfaden zum juristischen Umgang mit Missbrauchsfällen. Das rund 20-seitige "Vademecum" der Glaubenskongregation ist als Hilfestellung für Mitarbeiter der kirchlichen Rechtspflege gedacht und legt erstmals Schritt für Schritt die Verfahrenswege bei sexuellen Vergehen von Klerikern an Minderjährigen in strukturierter Form dar.

21. Juli - Für gut die Hälfte der Weltbevölkerung spielen Gott und der Glaube laut einer vom Pew Research Center für das Jahr 2019 vorgelegten Umfrage eine wichtige Rolle. Für rund 53 Prozent der Befragten gehört das Gebet zu ihrem täglichen Leben dazu.

21. Juli - Vor dem Hintergrund von Reformbestrebungen in vielen Diözesen bekräftigt der Vatikan die traditionelle Ordnung von Pfarren und die Position von Pfarrern. Laut einer von der Kleruskongregation veröffentlichten Instruktion können Laien jedoch "an der Ausübung der Hirtensorge" in einer Pfarre "beteiligt" werden; auch der notwendigen Zusammenarbeit des Pfarrers mit geschultem Personal beispielsweise in Bereichen wie Vermögensverwaltung, Gemeindekatechese oder Caritas stehe nichts im Wege.

24. Juli - Erzbischof Franz Lackner erinnert anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Salzburger Festspiele an deren kirchliche Wurzeln. Möglich gemacht wurde die erste Aufführung in Österreich durch das Engagement des "kunstsinnigen und aufgeschlossenen Erzbischofs Ignaz Rieder".

24. Juli - Die Hagia Sophia in Istanbul ist offiziell wieder eine Moschee. Gemeinsam mit Hunderten Gläubigen vollzog der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in dem historischen Bauwerk über dem Bosporus das erste Freitagsgebet seit 86 Jahren.

26. Juli - Am Christophorus-Sonntag finden wieder in ganz Österreich Fahrzeugsegnungen in vielen Pfarren statt. Den Rahmen bietet die Christophorus-Aktion der MIVA im Juli, die unter dem Motto "Ein Zehntel Cent pro unfallfreiem Kilometer" um Spenden bittet. Das in Oberösterreich ansässige Hilfswerk finanziert damit jedes Jahr Fahrzeuge für Priester, Ordensleute und Katecheten in mehr als 60 Ländern der Welt.

27. Juli - Eine Gruppe aus 152 Bischöfen, Erzbischöfen und emeritierten Bischöfen aus Brasilien wirft Medienberichten zufolge Präsident Jair Messias Bolsonaro und seiner Regierung Unfähigkeit bei der Bewältigung der aktuellen Krisenlage vor. Brasilien erlebe wegen der Pandemie und der schweren Wirtschaftskrise mit ihren sozialen Folgen einen der schwierigsten Momente seiner Geschichte.

29. Juli - Die neue Vatikan-Instruktion zur Pfarrreform hat in Österreich zu gemischten Reaktionen zwischen "Ermutigung" und teils offener Kritik geführt. Das zeigen Stellungnahmen der vergangenen Woche aus den Diözesen Graz-Seckau, Gurk-Klagenfurt, Wien und Linz.

29. Juli - Ab dem Schuljahr 2021/22 sollen Oberstufenschüler, die keinen Religionsunterricht besuchen, ab der neunten Schulstufe am Pflichtfach Ethik teilnehmen müssen. Eine entsprechende Regierungsvorlage passierte den Ministerrat.

29. Juli - Nach der harschen Kritik mehrerer deutscher Bischöfe an dem neuen Vatikan-Dokument über Gemeindereformen bietet Rom ein klärendes Gespräch an. Die Kleruskongregation werde die Bischöfe gern empfangen, um deren Zweifel und Verwunderung zu beseitigen.

31. Juli - P. Bernhard Bürgler (60) wird vom Generaloberen der Jesuiten, P. Arturo Sosa, zum ersten Provinzial der neuen Zentraleuropäischen Provinz ernannt. Bürgler tritt sein neues Amt am 27. April 2021 mit der Gründung der neuen Provinz der Gesellschaft Jesu an. Diese wird die bisherigen Provinzen Österreich, Deutschland, Litauen-Lettland und der Schweiz ersetzen und nach derzeitigem Stand 442 Jesuiten an 36 Standorten in diesen Ländern umfassen.

31. Juli - Die Vereinten Nationen warnen vor einer politischen Instrumentalisierung der Hagia Sophia in Istanbul. Die türkische Regierung müsse dafür Sorge tragen, dass das zur Moschee umgewandelte Gebäude auch weiter ein Ort interkulturellen Dialogs bleibe.

AUGUST

2. August - Der neue Vorsitzende der österreichischen Bischofskonferenz, Erzbischof Franz Lackner, erhält in Salzburg Besuch von Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Inhaltlich ging es bei dem Austausch u.a. um die Auswirkungen der Corona-Pandemie, die Flüchtlingssituation in Österreich und weltweit, die Klimakrise sowie die aktuelle Rolle von Religion und Kirche in Staat und Gesellschaft.

3. August - Als "höchst fragwürdig" und als "Rückschritt für das Kindeswohl" bezeichnet die Wiener Ethikerin Susanne Kummer das neue französische Bioethikgesetz, das die Nationalversammlung in Paris verabschiedet hat. Schattenseiten der Reproduktionsmedizin sowie gesundheitliche Risiken für Frauen und Kinder würden mit der neuen Regelung "völlig unter den Tisch gekehrt".

4. August - Zum 75. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima rufen Bischöfe in Japan und den USA zum gemeinsamen Gebet auf.

6. August - Der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius J. Zsifkovics richtet sich in einem Hirtenbrief an die Katholiken des Burgenlandes: Diese sollten die Umstände der Errichtung der Diözese, die vor 60 Jahren vom Konzilspapst Johannes XXIII. zur Diözese erhoben wurde, als Auftrag zu einem steten Neuaufbrechen nach der Krise verstehen.

7. August - Nach den verheerenden Explosionen im Hafen der libanesischen Hauptstadt Beirut starten Hilfsorganisationen wie Caritas, Diakonie und "Kirche in Not" mit Soforthilfemaßnahmen.

7. August - Kardinal Christoph Schönborn ruft zum 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki eindringlich zu einer nuklearwaffenfreien Welt auf. "Warum müssen immer noch Atombomben gebaut werden? Wann wird die Menschheitsfamilie vom Wahnsinn der atomaren Rüstung befreit werden? Genügt nicht die viele Not in aller Welt?"

9. August - Der Linzer Bischof Manfred Scheuer betont beim diesjährigen Jägerstätter-Gedenken in St. Radegund: Der NS-Gegner und Märtyrer Franz Jägerstätter habe sich "auch in äußerer Gefangenschaft seine innere Freiheit bewahrt und seinen Glauben bis zuletzt klar bezeugt".

9. August - Etliche britische wie internationale Religionsvertreter werfen China in einer gemeinsamen Erklärung Genozid an der muslimischen Volksgruppe der Uiguren vor und fordern das Ende "einer der ungeheuerlichsten menschlichen Tragödien seit dem Holocaust: der potenzielle Völkermord an den Uiguren und anderen Muslimen in China".

9. August - Der maronitische Patriarch Kardinal Bechara Rai will einen internationalen Ausschuss zur Untersuchung der Explosion im Hafen von Beirut und fordert die gesamte libanesische Regierung zum Rücktritt auf.

9. August - Die Salzburger Hochschulwochen werden 2020 coronabedingt auf ein viertägiges intensives Digital-Format umgestellt - bestehend aus Podcasts und Video-Angeboten.

9. August - Papst Franziskus gedenkt der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 75 Jahren am 6. und 9. August 1945 und bekräftigt seine Forderung nach einer atomwaffenfreien Welt.

14. August - US-Außenminister Mike Pompeo legt im Rahmen seines Wien-Besuchs am Mahnmal am Wiener Judenplatz mit dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, und Kardinal Christoph Schönborn einen Kranz im Gedenken an die im Holocaust umgekommenen Wiener Juden nieder.

16. August - Die traditionelle Marienschiffsprozession auf dem Wörthersee zu Mariä Himmelfahrt findet trotz Corona statt. Der Kärntner Bischof Josef Marketz betont dabei den missionarischen Auftrag der Kirche.

16. August - Papst Franziskus und andere prominente Kirchenvertreter stellen sich hinter die Forderungen von Demonstranten nach Rechtsstaatlichkeit in Belarus, wo eine als manipuliert geltende Wahl stattfand. Franziskus ruft zu Dialog und Gewaltverzicht auf.

17. August - Die von "Jugend für das Leben" aus Österreich, Deutschland und der Schweiz organisierte "Pro Life Tour" jugendlicher Lebensschützer geht mit der Forderung "Hilfe statt Abtreibung" an Politik und Gesellschaft zu Ende.

18. August - Caritas-Auslandshilfechef Andreas Knapp appelliert im Vorfeld des Welttages der Humanitären Hilfe (19. August) an die Bundesregierung, den Auslandskatastrophenfonds deutlich auf 60 Millionen Euro zu erhöhen.

18. August - Die Corona-Krise hinterlässt auch in Österreichs bedeutendstem Wallfahrtsort Mariazell merkliche Spuren. Von den zahlreichen Wallfahrtsgruppen, die sonst zur Gnadenstatue pilgern, sind laut Superior P. Michael Staberl heuer nur rund ein Fünftel gekommen. Im Vorjahr gab es an Wochenenden oft bis zu 20 Gottesdienste für Wallfahrtsgruppen, das habe sich heuer auf fast null reduziert.

22. August - Mit großer Bestürzung reagieren Religionsvertreter in Österreich auf den Angriff auf den Präsidenten der Jüdischen Gemeinde, Elie Rosen, und die Vandalenakte gegen die Synagoge in Graz. Kardinal Christoph Schönborn dazu: "Antisemitismus darf nie mehr Platz finden in Österreich!"

22. August - Kardinal Christoph Schönborn erklärt zum internationalen "Welterschöpfungstag": "Ab morgen leben wir auf Kosten der Schöpfung. Wir beuten unsere Erde aus. Wie lange wird sie das noch aushalten?"

22. August - Mit einem Tweet äußert sich der Papst zum UN-Gedenktag für Opfer religiöser Verfolgung: "Ich bitte alle aufzuhören, die Religionen zu instrumentalisieren, um Hass, Gewalt, Extremismus, blinden Fanatismus zu entfachen."

22. August - Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko kritisiert die kirchliche Unterstützung für die Demokratiebewegung und droht Sanktionen an. "Mich erstaunt der Standpunkt unserer Konfessionen." Geistliche sollten nicht für Oppositionelle das Wort ergreifen.

23. August - Das "Forum Alpbach" findet bis 3. September statt. Corona-bedingt geht der Kongress heuer neue Wege und findet vorwiegend online statt. Kardinal Jean-Claude Hollerich mahnt im Rahmen des Forums Solidarität unter den Staaten Europas ein.

24. August - Kardinal Timothy Dolan spricht das Eröffnungsgebet beim Parteitag der US-Republikaner zur Nominierung von Amtsinhaber Donald Trump für die anstehende Präsidentschaftswahl. Er bittet in einer Videobotschaft um Segen für "die Kandidaten beider Parteien".

28. August - Rechtzeitig zum Schulbeginn startet die katholische Kirche in Österreich eine bundesweite Kampagne für den katholischen Religionsunterricht. Damit soll das Bild des Religionsunterrichts in der Öffentlichkeit neu justiert und seine Bedeutung hervorgehoben werden.

28. August - Zustimmung von Caritas-Präsident Michael Landau gibt es für den von Bundeskanzler Sebastian Kurz angekündigten "Pakt gegen Einsamkeit". Dass sich die Regierung dieses Themas annimmt, sei "wichtig und erfreulich", sei doch die Einsamkeit eine "stille, oft verborgene Not" nicht nur von älteren Menschen, die nun mehr Aufmerksamkeit bekommen werde.

31. August - Gleichberechtigung der Geschlechter in der Kirche und die gleichen Rechte in allen Diensten und Ämtern für Frauen fordern Verantwortliche der katholischen Jugendarbeit aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und Südtirol in einer gemeinsamen Stellungnahme an die Bischöfe ihrer Länder.

31. August - Die weißrussischen Behörden verweigern dem katholischen Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz am Grenzübergang Kuznica/Bruzgi ohne Angabe von Gründen die Rückkehr von Polen nach Belarus.

31. August - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzig, zeigt sich erschüttert über die "ausufernden Proteste" gegen die Pandemie-Politik der Regierung Merkel und das Vordringen von Demonstranten auf die Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin.

SEPTEMBER

1. September - Der Papst ruft anlässlich des "Weltgebetstags für die Bewahrung der Schöpfung" zu einem Leben in "ursprünglicher Harmonie" mit der Schöpfung auf. Der heute verbreitete Lebensstil bringe die Erde an ihre Grenzen.

2. September - Mit kritischen Worten zur Lage der Europäischen Union meldet sich der tschechische Kardinal Dominik Duka zu Wort. Ausgerechnet die EU-Institutionen seien mit ihrer derzeitigen Politik "der größte Feind der europäischen Integration".

2. September - Erstmals nach einem halben Jahr Pandemie hält Papst Franziskus seine wöchentliche Generalaudienz wieder in Anwesenheit von Gläubigen. "Nach etlichen Monaten nehmen wir unsere Treffen wieder auf, von Angesicht zu Angesicht, nicht von Bildschirm zu Bildschirm. Das Treffen fand nicht wie sonst auf dem Petersplatz statt, sondern im Innenhof des Apostolischen Palastes.

3. September - Bei einer zweitägigen Libanon-Reise sagt der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin den Menschen des Landes ideelle wie auch materielle Hilfen zu. Der Kardinal mahnt gleichzeitig zu tiefgreifenden politischen und sozialen Reformen.

4. September - Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) versichert dem bei der Heimreise nach Minsk von weißrussischen Grenzorganen zurückgewiesenen Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz von Belarus, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz, die Solidarität der europäischen Bischöfe.

6. September - Kardinal Mario Zenari, päpstlicher Nuntius in Syrien, warnt vor einem Auseinanderbrechen des Bürgerkriegslandes. "Das wäre eine Katastrophe für die ganze Region."

7. September - Erste Akzente zur Neuaufstellung der Katholischen Sozialakademie Österreich (ksoe) benennt der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler. Der prinzipielle Fortbestand der ksoe sei "unbestritten" - man arbeite aktuell mit einer Expertengruppe an einer Neuaufstellung, die die ksoe "stärker im Verbund mit der Caritas im Sinne einer Grundlagenarbeit" verortet.

8. September - Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände lädt zu einem hochkarätigen Symposium über den Begriff "christlich-sozial" nach Wien. Zu Wort kommen dabei Finanzminister Gernot Blümel, der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, Sozial- und Familienexperte Prof. Wolfgang Mazal und die katholische Sozialethikerin Prof. Ingeborg Gabriel.

9. September - Katholische Jugend und "youngCaritas" werben für eine vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie geschaffene Plattform für soziales Engagement von Jugendlichen. Die "Challenge9aus72" sei als Alternative zur Jugendsozialaktion "72 Stunden ohne Kompromiss" gedacht, hieß es. Im Rahmen der Initiative wählen Jugendliche aus 72 Aufgaben verschiedener Themenbereiche wie Nachhaltigkeit, Gemeinschaft, Handwerk oder Spiritualität.

10. September - Die Bischofskonferenz spricht sich dafür aus, dass Österreich Flüchtlinge aus dem niedergebrannten griechischen Lager Moria aufnimmt und sagt dabei Unterstützung der Kirche zu.

11. September - Rufe nach mehr Beteiligung von Frauen in der Kirche und eine Bestandsaufnahme von Seelsorge und sozialer Arbeit in Zeiten von Corona prägen die Regionenkonferenzen des Synodalen Wegs der katholischen Kirche in Deutschland.

11. September - Die katholischen Bischöfe im Heiligen Land fordern von Israel dieselben Rechte für Christen und ihre Institutionen wie für alle anderen im Land. Sie kritisieren insbesondere eine ungleiche Behandlung bei der Vergabe von Visa für Freiwillige aus dem Ausland.

12. September - Papst Franziskus ruft bei einem Treffen mit Vertretern von Nachhaltigkeits-Gruppen, Regierungen und Wirtschaftsführer zu mehr Einsatz für Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit auf. "Es gibt keine Ökologie ohne Gerechtigkeit, und es gibt keine Gerechtigkeit ohne Ökologie."

13. September - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner beklagt bei der Maria-Namen-Feier im Wiener Stephansdom eine weithin vorherrschende "Ich-AG", bei der Religion "ausschließlich Privatsache" sei.

14. September - Vor 25 Jahren, am 14. September 1995, übernahm der damals 50-jährige Christoph Schönborn das Amt des Erzbischofs von Wien. Bei der Chrisammesse im Stephansdom sagt Schönborn nun vielfachen Dank für diese Zeit an der Spitze der größten Diözese Österreichs.

14. September - Die von der Bundesregierung angekündigten zusätzlichen Mittel für den Klimafonds der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen erhalten Lob der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO).

14. September - Der Vatikan fordert von der Regierung in Belarus, Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz wieder einreisen zu lassen. Der Vatikanische Außenminister Pietro Parolin: "Wir bestehen darauf, dass der Erzbischof von Minsk in seine Diözese zurückkehren kann, um seiner Herde ein Hirte zu sein."

15. September - Kirchliche Organisationen in Österreich starten ein neues Umweltschutzprojekt. Im Rahmen der sogenannten "Klima-Kollekte" kann jeder Interessent seinen nicht vermeidbaren Energieverbrauch über die Website www.klima-kollekte.at eruieren und im Anschluss dafür eine freiwillige Kompensationsspende leisten.

18. September - Für eine Beibehaltung der aktuellen Rechtslage in Sachen Sterbehilfe spricht sich der Salzburger Erzbischof Franz Lackner aus. Geburt und Tod verlangten "höchste moralische Standards" und dürften "nicht dem Kalkül allein menschlicher Interessen und Bedürfnisse ausgeliefert werden."

20. September - Der Vatikan erteilt gegenseitigen Abendmahls-Einladungen von Katholiken und Protestanten eine theologisch begründete Absage. Die Unterschiede im Eucharistie- und Amtsverständnis seien "noch so gewichtig", dass dies nicht möglich sei.

20. September - Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, hält die Debatte über die Weihe von Frauen in der katholischen Kirche nicht für abgeschlossen. "Das Diakonat der Frauen halte ich für sehr legitim."

21. September - Papst Franziskus segnet eine Gruppe autistischer Kinder aus Österreich, die in Begleitung von Bischof Alois Schwarz und Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner im Vatikan empfangen werden. Bischof Schwarz informiert im Vatikan den zuständigen Kurienkardinal Peter Turkson über die kirchliche Umweltarbeit in Österreich.

21. September - Eine Delegation der Österreichischen Bischofskonferenz trifft mit dem Präsidenten des Nationalrats, Wolfgang Sobotka, zu einem Austausch zusammen. Im Zentrum der Begegnung stand die Diskussion aktueller gesellschaftspolitischer Fragestellungen sowie Kooperationsmöglichkeiten auf verschiedenen Themenfeldern.

21. September - Die Corona-Pandemie bringt die Caritas in Palästina an ihre Grenzen. Sr. Bridget Tighe, Direktorin der Caritas Jerusalem: "Alle Beteiligten sind nun am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen. Die Notfallmaßnahmen können nicht mehr fortgesetzt werden."

22. September - Aus Sicht des Vatikans bleiben aktive Sterbehilfe und assistierter Suizid weiter ethisch verboten. In einem Papier bekräftigt die Glaubenskongregation die katholische Lehre, nach der solche Schritte die ethischen und rechtlichen Grenzen der Selbstbestimmung überschreiten.

23. September - Die katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten äußern sich alarmiert über die Wiederaufnahme der Todesstrafe in den USA. Seit 13. Juli werden nach einem 17 Jahre dauernden Moratorium wieder Todesstrafen vollstreckt, mit fünf Exekutionen binnen zwei Monaten.

24. September - Unmittelbar vor der öffentlichen Verhandlung über Suizidbeihilfe beim Verfassungsgerichtshof warnen Österreichs Bischöfe sowie weitere kirchliche Vertreter eindringlich vor einer Lockerung des geltenden Verbots.

24. September - Papst Franziskus entbindet ohne Angabe von Gründen den italienischen Kurienkardinal Giovanni Angelo Becciu vom Amt als Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation. Zugleich nimmt er den Verzicht Beccius auf die mit der Kardinalswürde verbundenen Rechte an.

25. September - Papst Franziskus ruft die UNO anlässlich ihres 75-jährigen Bestehens in der Corona-Epidemie zu einer neuen Weichenstellung auf. In einer Videoansprache an Vollversammlung in New York regt er einen "grundlegenden Wandel" der Lebensweise sowie der Wirtschafts- und Sozialsysteme an.

26. September - Der Grundstein für das erste orthodoxe Kloster in Österreich ist gelegt, nun können in St. Andrä/Zicksee im Burgenland die Bauarbeiten beginnen. Metropolit Arsenios, Bischof Ägidius Zsifkovics, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil u.a. nehmen die feierliche Grundsteinlegung vor.

28. September - In der armenisch-apostolischen Kirche herrscht größte Besorgnis wegen der Zuspitzung des Konflikts zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Artsach (Berg-Karabach). Katholikos-Patriarch Karekin II. berichtet in einer Botschaft an die armenische Nation, dass die aserbaidschanischen Streitkräfte den Waffenstillstand gebrochen und eine Offensive begonnen hätten.

30. September - Die Coronakrise hat auch die katholische Kirche in Europa stark in Mitleidenschaft gezogen: 400 großteils hochbetagte Priester und ältere Ordensleute sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus oder dessen Folgen gestorben.
Ein Kathpress-Dossier zum Tod von Erich Leitenberger
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