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Stift Klosterneuburg: Henckel-Donnersmarck wird Administrator

Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck
© kathbild.at / Rupprecht
Heiligenkreuzer Altabt soll Tätigkeit mit 2. Mai aufnehmen und direkt mit dem Päpstlichen Delegaten, Kurienbischof Clemens, zusammenarbeiten - Missbrauchsvorwürfe rund um Chorherren-Stift hatten zur Visitation geführt
Orden
22.04.2021, 15:12 Uhr Österreich/Kirche/Personal/Stift.Klosterneuburg/Henckel-Donnersmarck/Orden
Wien, 22.04.2021 (KAP) Der Heiligenkreuzer Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck ist vom Vatikan zum Administrator des Stiftes Klosterneuburg bestellt worden. Die Kongregation für die Institute geweihten Lebens und die Gesellschaften apostolischen Lebens habe dies auf Antrag des Päpstlichen Delegaten Bischof Josef Clemens mit Dekret vom 19. April verfügt, teilte das Stift Klosterneuburg am Donnerstag mit. Der 78-jährige Henckel-Donnersmarck soll seine Tätigkeit im Chorherren-Stift mit 2. Mai 2021 aufnehmen und direkt mit dem deutschen Kurienbischof Clemens zusammenarbeiten. Als Administrator besitze er alle Vollmachten, die dem Stiftsdechant gemäß den Konstitutionen der Österreichischen Augustiner-Chorherren Kongregation zukommen, hieß es.

Clemens selbst wurde im November als Delegat zum interimistischen Leiter des niederösterreichischen Stiftes ernannt, nachdem Propst Bernhard Backovsky im Mai 2020 wegen Krankheit zurückgetreten war. Die Beauftragung des früheren engen Mitarbeiters von Kardinal Josef Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., erfolgte nach einer apostolische Visitation im Sommer im Augustiner Chorherrenstift, bei der es u.a. um Missbrauchsvorwürfe ging. Im entsprechenden Dekret der zuständigen Kongregation wurde die Einsetzung des Delegaten mit der Feststellung begründet, dass Backovsky die Situation rund um den von Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Stiftes begangenen Missbrauch nicht angemessen gehandhabt habe.

Gregor Henckel-Donnersmarck wurde neben seiner Leitungsfunktion bei den Heiligenkreuzer Zisterziensern auch durch seine Wirtschaftsexpertise bekannt. In den 1960er-Jahren studierte er an der Hochschule für Welthandel in Wien und war später Manager in der Privatwirtschaft in Deutschland und Spanien. 1977 trat er ins Stift Heiligenkreuz ein, war nach seiner Priesterweihe bis 1991 Prior des Zisterzienserstiftes Rein bei Graz, anschließend Assistent des Generalabtes in Rom. Nach fünf Jahren als Nationaldirektor von Missio Austria (Päpstliche Missionswerke Österreich) wurde Henckel-Donnersmarck 1999 zum 67. Abt des Stiftes Heiligenkreuz gewählt und stand diesem bis 2011 vor.
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