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"Initiative Christlicher Orient" startet Corona-Hilfsprojekt in Gaza

© Caritas Jerusalem
20.500 Covid-Patienten und besonders gefährdete Personen sollen in den nächsten Monaten medizinisch betreut werden
27.07.2021, 10:55 Uhr Palästina/Österreich/Kirche/Soziales/Pandemie/ICO
Jerusalem/Linz, 27.07.2021 (KAP) Die Initiative Christlicher Orient (ICO) startet mit Anfang September ein neues medizinisches Corona-Nothilfeprojekt in Gaza. Mehr als 20.500 Covid-Patienten und besonders gefährdete Personen sollen in den nächsten sieben Monaten medizinisch betreut werden, wie das in Linz ansässige Hilfswerk am Dienstag in einer Aussendung mitteilte. Durchgeführt wird das Projekt von der Caritas Jerusalem, einem langjährigen Projektpartner der ICO.

Medizinisches Fachpersonal der Caritas betreut die Erkrankten in ihren Häusern und Wohnungen, sollte eine weitergehende Behandlung notwendig sein, werden die Betroffenen in die mobilen Kliniken der Caritas in Gaza überstellt. Ist in den beengten Wohnverhältnissen eine Isolation nicht möglich, dann hat die Caritas auch dafür vorgesorgt und eigene Isolationszentren eingerichtet.

Die offizielle Zahl der Covid-Infektionen bzw. der Erkrankten ist relativ niedrig, die Dunkelziffer freilich laut ICO wesentlich höher. In Gaza leben rund zwei Millionen Menschen auf engstem Raum, mehr als 50 Prozent davon unterhalb der Armutsgrenze. Für diese Menschen seien weder Medikamente geschweige denn eine medizinische Behandlung in Krankenhäusern erschwinglich. Abgesehen davon seien die Kapazitäten der Krankenhäuser weitgehend erschöpft. Das Gesundheitssystem Gazas stehe kurz vor dem völligen Zusammenbruch, hieß es in der Aussendung.

Chronische Erkrankungen, die die Anfälligkeit für Corona bzw. schwere Verläufe wahrscheinlicher machen, sein Gaza weit verbreitet. Rund 75 Prozent der älteren Bevölkerung leide etwa an Diabetes und/oder Bluthochdruck. Das Hilfsprojekt zielt deshalb auch darauf ab, das Immunsystem von chronisch kranken Risikopatienten nachhaltig zu stärken. Weiters sollen auch 3.600 Familien mit Hygiene-Kits ausgestattet werden. Auch eine Informationskampagne über Corona und wie man sich vor dem Virus schützt, steht demnach auf dem Programm.

Für das Hilfsprojekt kann die ICO 158.000 Euro zur Verfügung stellen, die zu 95 Prozent aus einem Hilfsfonds des Bundesminsteriums für Soziales und Gesundheit stammen.

Die Caritas Jerusalem ist in Gaza seit vielen Jahren vor allem im Bereich der Gesundheitsversorgung tätig. Das Hauptgesundheitszentrum der Caritas mit Kliniken, fachärztlichen Stellen und einer Apotheke befindet sich im Flüchtlingslager Al-Shati in Gaza-Stadt. Mobile Kliniken bzw. Teams sind im gesamten Gaza-Streifen unterwegs. Für Kinder, die vom Krieg traumatisiert sind, gibt es psychologische Hilfe.

Die "Initiative Christlicher Orient" unterstützt seit mehr als 30 Jahren die Christen im Orient. Zahlreiche Hilfsprojekte werden jedes Jahr in Syrien, im Irak, im Libanon, in Palästina und in Jordanien umgesetzt. Zudem informiert die ICO über die Kirchen bzw. Christen im Nahen Osten und die gesellschaftlichen und politischen Vorgänge vor Ort. (Infos: www.christlicher-orient.at)
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