myKathpress LOGIN

Papst in slowakischer Roma-Siedlung: Ihr seid immer willkommen!

Franziskus in Plattenbausiedlung Lunik IX in Kosice. Roma "zu oft schon Gegenstand von vorgefassten Meinungen und erbarmungslosen Urteilen, von diskriminierenden Stereotypen, von diffamierenden Worten und Gesten geworden"
14.09.2021, 17:01 Uhr Slowakei/Papst/Minderheiten/Soziales/Kirche/Roma
Bratislava/Kosice, 14.09.2021 (KAP) Mit seinem Besuch in einer der größten Roma-Siedlungen Europas am Stadtrand des ostslowakischen Kosice hat Papst Franziskus am Dienstag einen eigenen Akzent gesetzt. Auf einem Platz zwischen den Plattenbauten rief der Papst den Menschen der Siedlung zu: "Niemand halte euch oder jemand anderen von der Kirche fern."

Roma seien "zu oft schon Gegenstand von vorgefassten Meinungen und erbarmungslosen Urteilen, von diskriminierenden Stereotypen, von diffamierenden Worten und Gesten geworden". Franziskus warnte davor, Menschen zu schematisieren. Beim Besuch einer Roma-Siedlung 2019 in Rumänien hatte der Papst bereits um Vergebung gebeten. An "Diskriminierungen, Segregation und Misshandlungen" gegen Roma seien auch "Christen, Katholiken nicht unbeteiligt".

Der Übergang von Vorurteilen zum Dialog sei nicht einfach, räumte der Papst am Dienstag ein. Integration sei ein organischer, langsamer Prozess, der mit "gegenseitigem Kennenlernen beginnt, mit Geduld fortschreitet und die Zukunft im Auge behält".

Zu Beginn des Treffens hatten drei Roma, ein älterer Mann und ein junges Ehepaar, von ihren Erfahrungen berichtet. Sie bedankten sich für den Besuch des Papstes und die Arbeit der Ordensmänner und -frauen der Salesianer in ihrem Viertel. Dem Paar ist es nach eigenen Angaben gelungen, aus dem vernachlässigten Viertel fortzuziehen. Das sei nicht einfach gewesen, räumte die Frau ein.

In der 1978 erstmals bezogenen Siedlung Lunik IX leben derzeit rund 4.300 Roma. Seit 1989 versucht ein Team von Ordensleuten unter anderem, Kinder und Jugendliche zum Schulbesuch zu motivieren und ihren Eltern bei der Arbeitssuche zu helfen. Dazu wurden ein kleines Sozialzentrum und 2010 eine Kirche errichtet.

Der verantwortliche Leiter dankte ausdrücklich all jenen, die den Menschen der Siedlung angemessene Arbeit und Entlohnung gäben. Das Gleiche gelte den Adoptiveltern, die ein Roma-Kind angenommen hätten, sowie allen, die - anders als der Staat - die Arbeit der Kirche vor Ort unterstützten und würdigten, so der Salesianer Peter Besenyei.

Alle Kathpress-Meldungen zum Papstbesuch in der Slowakei abrufbar im Themenpaket unter www.kathpress.at/papstreise
Logo des Presserates
  • Foto
  • Audio
  • Video
  • VP-Parlamentsklub erstmals auf Wallfahrt nach Mariazell

    20.09.2021, 11:52 Uhr
    ÖVP-Klubobmann August Wöginger im Kathpress-Interview bei Wallfahrt nach Mariazell am...

    Wöginger: Mariazell-Dankwallfahrt in herausfordernder Zeit

    20.09.2021, 11:50 Uhr
    ÖVP-Klubobmann August Wöginger im Kathpress-Interview bei Wallfahrt nach Mariazell am...

    Bischof Dodaj: Albaniens Kirche wächst dank Migranten

    16.09.2021, 11:43 Uhr
    Weihbischof von Tirana, Arjan Dodaj, im Kathpress-Interview über Folgen der Migration...

    Bischof Dodaj: Einwanderer nicht nur materiell unterstützen

    16.09.2021, 11:41 Uhr
    Weihbischof von Tirana, Arjan Dodaj, im Kathpress-Interview über Dienste der Kirche für...
Kathpress-APP

Jetzt kostenlos herunterladen!  » mehr Infos

Letzte Tweets

© 1947-2021 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
Darstellung: