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Wien: Theologische Fakultät organisiert internationale Habermas-Tagung

Eingang zum Hauptgebäude der Universität Wien
© Alexander Brüggemann
Vom 22. bis 24. September diskutieren internationale Philosophen und Theologen das jüngste Werk "Auch eine Geschichte der Philosophie" des großen deutschen Sozialphilosophen
Wissenschaft
20.09.2021, 11:29 Uhr Österreich/Philosophie/Religion/Habermas/Tagung
Wien, 20.09.2021 (KAP) Ein philosophisch-theologisches Highlight hält die Universität Wien in diesen Tagen vor Beginn des neuen Semesters bereit: So findet auf Initiative der Katholisch-Theologischen Fakultät vom 22. bis 24. September eine internationale Tagung über das jüngste Werk des deutschen Philosophen Jürgen Habermas, "Auch eine Geschichte der Philosophie", statt. Internationale Expertinnen und Experten aus Philosophie und Theologie diskutieren dabei Detailfragen wie das Gesamtkonzept des Habermaschen Projekts, das "nachmetaphysische Denken" aus dem Diskurs von Glauben und Wissen heraus zu entwickeln.

Die Tagung wird im Wiener Otto-Mauer-Zentrum (Währinger Straße 2-4) stattfinden und als Hybridveranstaltung durchgeführt (Infos: https://habermas.univie.ac.at). Veranstaltet wird sie gemeinsam vom Institut für Interkulturelle Religionsphilosophie und dem Forschungszentrum "Religion and Transformation in Contemporary Society" (RaT).

Eröffnet wird die Tagung am Mittwoch, 22. September (14.30 Uhr) vom Wiener Religionsphilosophen und Habermas-Experten em.Prof. Rudolf Langthaler. Erste inhaltliche Akzente setzen in Folge der evangelische Münchner Theologe em.Prof. Friedrich Wilhelm Graf, der deutsche Sinologe Prof. Heiner Roetz sowie der Wiener Religionsphilosoph Prof. Hans Schelkshorn.

Mit großen Namen kann die Tagung auch an ihrem zweiten Tag aufwarten: So werden zunächst die deutschen Philosophen em.Prof. Theo Kobusch und em.Prof. Maximilian Forschner über Detailfragen des Großwerkes "Auch eine Geschichte der Philosophie" referieren. Am Nachmittag und Abend folgen dann u.a. Betrachtungen des Bonner Philosophen em.Prof. Ludger Honnefelder, des an der Universität von Pennsylvania lehrenden Philosophen Prof. Eduardo Mendieta, des Freiburger Theologen Prof. Magnus Striet und des italienischen Philosophen em.Prof. Gerardo Cunico.

Am Freitag, 24. September, eröffnet ein Beitrag des evangelischen Theologen Prof. Christoph Markschies über das antike Christentum im Werk Habermas' den Tag. Es folgen Betrachtungen des Berliner evangelischen Theologen Prof. Notger Slenczka, des evangelischen Theologen und Ordensmanns em.Prof. Joachim Ringleben, der irischen Philosophin Prof. Maureen Junker-Kenny und des Frankfurter Religionsphilosophen und Habermas-Experten Prof. Thomas Schmidt. Den Abschluss bilden jeweils Vorträge des Wiener Philosophen em.Prof. Ludwig Nagl und der spanischen Philosophin Prof. Adela Cortina.

Das 1.750 Seiten umfassende zweibändige Werk "Auch eine Geschichte der Philosophie" von Jürgen Habermas war 2019 erschienen und hat sogleich zu einer heftigen Debatte in Philosophie, aber auch in Teilen der Theologie geführt. Darin zeigt Habermas in einem philosophiegeschichtlichen Durchgang auf, dass der Diskurs von Glauben und Wissen eine Art durchgängiges Motiv darstellt, welches nicht nur einen Seitenstrang des philosophischen Denkens ausmacht, sondern als Motor des heutigen säkularen, von Habermas als "nachmetaphysisch" bezeichneten Denkens schlechthin gelten kann.

Zahlreiche Motive der Darstellung hat Habermas bereits in früheren Aufsätzen und Publikationen seit den 1980er Jahren entwickelt - etwa den Gedanken, dass eine postmetaphysische Moral kaum in der Lage ist, unbedingte Bindungskräfte zu erzeugen, ohne dabei auf existenzielle Quellen ethischer Orientierung zurückzugreifen, wie sie eben die Religion bietet. Mit dem Schlagwort "postsäkular" und der Perspektive auf mögliche Übersetzungsprozesse zwischen Philosophie und Religion näherte sich Habermas bereits in seiner Friedenspreisrede 2001 diesem an sich "verminten Gelände". Die Publikation von 2019 bündelt diese Motive und Überlegungen und fügt sie in eine darüber hinausgehende Gesamtgeschichte, eine "Genealogie", ein.

Erste - theologische - Reaktionen auf das Habermas-Werk sind zuletzt in dem Sammelband "Wissen und Glauben. Theologische Reaktionen auf das Werk von Jürgen Habermas 'Auch eine Geschichte der Philosophie'. Mit einer Replik von Jürgen Habermas" erschienen.

(Jürgen Habermas: "Auch eine Geschichte der Philosophie. Band 1: Die okzidentale Konstellation von Glauben und Wissen; Band 2: Vernünftige Freiheit. Spuren des Diskurses über Glauben und Wissen", Suhrkamp Verlag, 1.752 Seiten)
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