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Kinderbetreuung: Familienverband warnt vor parteipolitischen Spielen

Expertin Fruhwürth: Unter derzeitigen Rahmenbedingungen wäre Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung nicht mehr als leeres Versprechen - In erstem Schritt bessere Rahmenbedingungen für Kinderbetreuungseinrichtungen notwendig
14.10.2021, 14:31 Uhr Österreich/Politik/Familie/Kinderbetreuung/Kath.Familienverband
Wien, 14.10.2021 (KAP) Der Katholische Familienverband Österreich warnt im Blick auf die aktuelle politische Diskussion um einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung vor parteipolitischen Spielen. "Ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung hört sich gut an. Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen ist das aber nicht mehr als ein leeres Versprechen", so Barbara Fruhwürth, Sprecherin für Beruf, Familie und Vereinbarkeit im Katholischen Familienverband, in einer Aussendung am Donnerstag. Fruhwürth befürchtete einen Qualitätsverlust und fordert bessere Rahmenbedingungen für Kinderbetreuungseinrichtungen.

Sie erinnerte daran, dass erst diese Woche die Kindergartenpädagoginnen und -pädagogen in Wien für bessere Arbeitsbedingungen und kleinere Gruppengrößen demonstrierten und allerorts über massiven Personalmangel geklagt werde. Fruhwürth appellierte an die Politik: "Bitte machen Sie aus der Kinderbetreuung jetzt kein parteipolitisches Thema, sondern überlegen wir gemeinsam, wie wir eine Lösung für die Familien finden."

Bevor ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung überhaupt spruchreif sei, seien noch eine Menge Hausaufgaben zu erledigen. "Vorrangig geht es darum, den Beruf attraktiver zu machen. Das wird sich nicht ausschließlich mit mehr Geld lösen lassen; die Gemeinden müssen hier kreativer werden", so die Forderung der Familienexpertin. Wichtig wäre für Fruhwürth auch eine Erweiterung des Blickwinkels auf flexible Formen der Betreuung für die ganz kleinen Kinder, wie etwa Tageseltern.

Geht es um den Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz fürchtet die Expertin eine Lösung, die zwar am Papier gut klinge, für Eltern und Kinder aber unbefriedigend sei: "Wenn die Kindergartenpädagoginnen fehlen, müssen die Gruppen größer werden. Und das geht massiv zu Lasten der Kinder" so Fruhwürth: "Was habe ich als Elternteil vom Rechtsanspruch auf ein Kindergartenplatz, wenn er vielleicht 20oder 30 Kilometer entfernt ist? Das erleichtert die Vereinbarkeit sicher nicht."

Ein Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung macht für die Expertin des Katholischen Familienverbandes nur dann Sinn, wenn die Rahmenbedingungen in Bezug auf Gruppengröße, Betreuungsschlüssel und zumutbare Entfernung verbindlich geregelt seien. Eine gute Richtschnur dafür liefere der Katholische Familienverband mit der von Experten erstellten "Kinderbetreuungsampel", die Faktoren wie Betreuungsschlüssel, Gruppengröße oder Eingewöhnungszeit mit dem Fokus auf das Kindeswohl thematisiert. "Es geht nicht nur um frauen- und arbeitsmarktpolitische Interessen. Wir müssen in der Diskussion die Kinder in den Mittelpunkt stellen!", so Fruhwürth.
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