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Papst: "Arbeit verleiht Würde"

Franziskus in Videobotschaft an Kongress in Argentinien: Arbeit zu haben, fördert das Knüpfen von Beziehungen und vermittelt das Gefühl, für die Gesellschaft nützlich zu sein
14.10.2021, 15:25 Uhr Vatikan/Argentinien/Papst/Arbeit/Wirtschaft/Soziales
Vatikanstadt/Buenos Aires, 14.10.2021 (KAP) Papst Franziskus hat den gesellschaftlichen Wert der Arbeit hervorgehoben. "Arbeit verleiht Würde", sagte er am Donnerstag in einer Videobotschaft an die Teilnehmer einer Konferenz zu nachhaltiger Unternehmensentwicklung in Argentinien. Darum hätten Arbeitslose stets das Gefühl, dass ihnen etwas fehle, so Franziskus.

Ihm würden bisweilen Dinge in den Mund gelegt, die überhaupt nichts mit ihm zu tun hätten: dass er ein Leben ohne Anstrengung befürworte oder die "Kultur der Arbeit" verachte. So etwas sei für ihn als Sohn piemontesischer Einwanderer völlig undenkbar, betonte der aus Argentinien stammende Papst.

Seine Familie sei nicht mit dem Wunsch nach staatlicher Unterstützung ins Land gekommen, "sondern mit dem enormen Wunsch, die Ärmel hochzukrempeln". Sie hätten ihr Geld nicht zur Bank gebracht, sondern in "Ziegelsteine und Land" investiert, so Franziskus weiter. Dies sei eine "Investition in die Familie" gewesen.

Arbeit ermögliche dem Menschen, seine von Gott gegebenen Fähigkeiten zu entwickeln. Sie fördere das Knüpfen von Beziehungen und vermittle das Gefühl, für die Gesellschaft nützlich zu sein. Im besten Fall könne sie "Träume beflügeln".

Angesichts der schweren argentinischen Wirtschaftskrise wies der 84-Jährige darauf hin, dass staatliche Hilfen immer nur vorübergehend sein könnten. Es sei nicht möglich, dauerhaft von Subventionen zu leben. Stattdessen gelte es, mit "Mühe und Einfallsreichtum" eine bessere Zukunft zu gestalten. Dabei müssten Arbeitgeber und -nehmer zusammenarbeiten, um zu tragfähigen gemeinsamen Lösungen zu gelangen.

Argentinien verzeichnet derzeit mit 50 Prozent eine der weltweit höchsten Inflationsraten. In dem einst wohlhabenden südamerikanischen Land leben mittlerweile 42 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben die Krise in den vergangenen Monaten weiter verschärft.
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