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Kardinal Luis Antonio Tagle, Erzbischof von Manila, am 27.3.2019 bei einem Caritas-Pressegespräch in Wien
Bild Copyright: © Kathpress/Gutenbrunner

Persönlichkeiten des Konklaves: Kardinal Luis Tagle

03.05.2025 15:02
Vatikan/Religion/Papst/Wahl/Tagle
Der "heilige Sohn" ist Asiens prominentester Kirchenmann und gilt als Kandidat auf der Linie von Franziskus
Vatikanstadt, 03.05.2025 (KAP) Er lacht und scherzt und singt gerne. Mit seinem Charme ist der noch immer jung wirkende Luis Antonio Tagle (67) Asiens bekanntester Kardinal - und für viele das freundliche Gesicht der katholischen Kirche. Drei Päpste förderten den Philippiner. Vor allem Franziskus betraute ihn mit wichtigen Aufgaben in der Kurie - und entzog sie ihm teilweise wieder.

Geboren am 21. Juni 1957 in Manila, wuchs Tagle in Imus auf der philippinischen Hauptinsel Luzon auf. Nach der Priesterweihe 1982 war er bald Rektor des theologischen Seminars des Hauptstadtbistums. Seine Weltgewandtheit erwarb der Stipendiat des katholischen Hilfswerks missio beim Promotionsstudium an der Catholic University of America in Washington. Thema: die bischöfliche Kollegialität in der Lehre und Praxis von Paul VI. 1997 wurde Tagle Mitglied der internationalen Theologenkommission des Vatikans, der er bis 2003 angehörte.

Johannes Paul II. machte ihn schon mit 44 Jahren zum Bischof von Imus; zehn Jahre später ernannte ihn Benedikt XVI. zum Erzbischof von Manila und kurz darauf zum Kardinal. Bei der Papstwahl 2013 war der Philippiner mit 55 Jahren der zweitjüngste Teilnehmer - und hatte doch bereits Chancen auf die Nachfolge des zurückgetretenen Benedikt. Typisch für Tagle ist die Begebenheit, die aus dieser Zeit überliefert ist: Der Kardinal im "Schlabberpulli" trifft im Aufzug des vatikanischen Gästehauses Santa Marta ganz unverhofft den Papst. Sagt Tagle: "Heiliger Vater!" - antwortet Franziskus: "Na, heiliger Sohn?"

Der Papst aus Argentinien betraute den Asiaten 2015 mit der Leitung von Caritas Internationalis, dem Dachverband von 165 katholischen Wohlfahrtsorganisationen. Im Jahr zuvor durfte Tagle den umjubelten Besuch des neuen Papstes auf den Philippinen begleiten, einem der wichtigsten Länder Asiens für die katholische Kirche.

2019 folgte dann seine Berufung an die Spitze der wichtigen Vatikan-Abteilung zur Verbreitung des Glaubens. Ebenso holte ihn Franziskus in die Bischofssynode zu Ehe und Familie sowie in die mehrjährigen Beratungen zur Synodalität, bei denen ein neues Profil der Kirche gesucht wird.

Mit seinem Charme bezauberte Tagle im August 2022 mehr als 600 anglikanische Bischöfe und Bischöfinnen. Seine programmatische Rede vor der anglikanischen Weltbischofsversammlung in Canterbury hatte es in sich. Emphatisch ermutigte der Kurienkardinal die Christen, gemeinsam ein Haus für die Menschheitsfamilie zu bauen. Dazu müssten die jeweiligen kulturellen Unterschiede und Eigenheiten gewürdigt werden. "Ich sehne mich nach einem spirituellen Haus; ich träume von diesem Haus für die Kirche, die Menschheitsfamilie und die Schöpfung. Lasst uns gemeinsam träumen", so Tagle, der gern in poetischen Bildern spricht.

Die Kirchen müssten gemeinsam für Vertriebene, Geflüchtete, Opfer von Sklaverei, Menschenhandel, Kriegen und dem Klimawandel eintreten, appellierte er. Während Populisten versuchten, die Menschheitsfamilie zu unterminieren, solle die Führung der Kirche "kulturelle Intelligenz" einsetzen; ohne Überheblichkeit und Vorurteile, sondern mit Demut und Feingefühl. Auch Christus habe eine Kirche gewollt, die Heimat für Fremde, Einsame und Ausgestoßene ist, so der fromme Kardinal. Die über 1.000 anglikanischen Christen quittierten seine Rede mit Standing Ovations.

Im Vatikan wurde der Franziskus-Vertraute lange als dessen natürlicher Erbe gehandelt - bis der Papst ihm 2022 wegen nicht genau benannter Probleme die Leitung der Caritas Internationalis entzog. Dennoch scheint der Mann mit dem asiatischen Charme seine Heiterkeit nicht eingebüßt zu haben. Auf YouTube ist er als Sänger selbstkomponierter christlicher Lieder zu sehen. Kürzlich sorgte seine Version von John Lennons "Imagine" für Aufsehen. Nicht zuletzt, weil sein Großvater aus China stammt, hegt er eine besondere Verbundenheit zum chinesischen Volk; kein schlechter Zug für einen möglichen Papst.
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