Bischof am Ende von "Mehr"-Festival: Glaube auch bei Widrigkeiten teilen
06.01.202613:51
Deutschland/Religion/Konferenzen/Kirche/Glaube
Mit nach Veranstalterangaben über 11.000 Besuchern zählt das Glaubensfest in Augsburg zu den größten christlichen Events im deutschen Sprachraum
Augsburg, 06.01.2026 (KAP/KNA) Augsburgs katholischer Bischof Bertram Meier ruft Christen dazu auf, trotz Widrigkeiten anderen Menschen den Glauben zu zeigen. "So ermutige ich Sie, Ihren Glauben mit den Menschen an dem Ort zu teilen, wo Sie momentan leben. Gott hat Fleisch angenommen! Da sollten wir nicht auf die leibhafte Begegnung von Mensch zu Mensch verzichten", sagte Meier laut Manuskript am Dreikönigstag in Augsburg. "Zweifelsohne hält das geistliche und soziale Miteinander in unseren Pfarreien und Seelsorgeeinheiten einiges an Herausforderungen bereit", etwa Menschen unterschiedlichster Prägung, so Meier. Aber: "Wo wir dem Nächsten Gutes tun, da wird Gott geehrt."
Der Bischof äußerte sich am Abschlusstag der 14. Ausgabe des Glaubensfestivals "Mehr", das seit Samstag in den Augsburger Messehallen stattfand. Mit nach Veranstalterangaben über 11.000 Besuchern zählt das Fest zu den größten christlichen Events im deutschen Sprachraum. Organisiert wird es alle zwei Jahre vom Augsburger Gebetshaus um den katholischen Theologen Johannes Hartl, einer überkonfessionellen Einrichtung, in der rund um die Uhr gebetet wird.
Unter dem Motto "The sound of joy" (Der Klang der Freude) bot das Festival etwa Vorträge, Diskussionen, Konzerte und Speeddating. Unter den Gästen waren die Band O'Bros, der Astronom Heino Falcke und die Autorin und Ordensschwester Teresa Zukic. Sachsens evangelischer Landesbischof Tobias Bilz, Augsburgs Bischof Meier und dessen Weihbischof Florian Wörner feierten Gottesdienste.
Appell an Festivalbesucher
Bischof Meier ergänzte: "Knüpfen wir am Hoffnungsnetz der Christinnen und Christen! Lassen wir uns nicht die Luft abschnüren vom Korsett der kulturellen und konfessionellen Grenzen!" Gott könne man nicht aufs innere Erleben begrenzen; "er wird darin nicht deckungsgleich abgebildet". Die "Mehr"-Besucher sollten in ihren Alltag zurückkehren, um ihre angestammte Konfession zu inspirieren.
Mit dem Gebetshaus hat sich jüngst eine TV-Doku kritisch befasst. In der vom Bayerischen Rundfunk erarbeiteten ARD-Story "Die hippen Missionare - mit Jesus gegen die Freiheit?" wird ihm unter anderem vorgeworfen, Gehorsam von Anhängern einzufordern und kriegerische Rhetorik zu verwenden. Das Gebetshaus weist das zurück.
Der Beitrag hat sich laut Veranstalter Hartl durchaus aufs "Mehr"-Festival ausgewirkt: Die Anmeldungen seien nach der Doku nach oben gegangen, sagte Hartl der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Konkrete Zahlen nannte er nicht. Allein: "Von besorgten Eltern oder Abmeldungen haben wir nichts mitbekommen." Kritik am Gebetshaus oder an seiner Arbeit sei absolut kein Problem, betonte Hartl. "Wirklich substanzvolle Kritik, mit der man arbeiten könnte, hat die Dokumentation aber kaum geliefert." Themen wie spirituelle Selbstbestimmung oder Schutz vor Missbrauch stünden in dem ausführlichen Präventionskonzept, nach dem das Gebetshaus arbeite.
Bis zu 12.000 Menschen erwarten die Veranstalter des christlichen Festivals "Mehr", das Anfang Jänner zum wiederholten Male im deutschen Augsburg stattfindet