Schweiz gedachte der Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana - Interreligiöse Trauerfeier u.a. in Züricher Fraunmünster
Zürich, 10.01.2026 (KAP) Neben der offiziellen nationalen Gedenkfeier für die Opfer der Brandkatastrophe von Crans-Montana im Schweizer Ort Martigny fand am Freitag, 9. Jänner, auch ein interreligiöses Gedenken im Züricher Fraunmünster statt. An der Feier nahmen laut Schweizer katholischem Nachrichtenportal "kath.ch" rund 400 Menschen teil. Unter den fünf Vertretern der verschiedenen Religionsgemeinschaften sprach für die katholische Kirche der Generalvikar der Diözese Chur, Luis Verandas, bei der Feier. "Dieses Drama erschüttert unseren Glauben und lässt ein Gefühl der Sinnlosigkeit aufsteigen", sagte Verandas. Weitere Worte des Gedenkens sprachen u.a. Rabbiner Noam Hertig, der reformierte Fraunmünster Pfarrer Johannes Block sowie der reformierte Grossmünsterpfarrer Christian Walti.
Auch in anderen Kirchen des Landes fanden Trauer- und Gedenkfeiern statt. In St. Gallen etwa luden die Landeskirchen unmittelbar nach dem Glockenschlag um 14.00 Uhr zum stillen Gebet auf dem Klosterplatz ein. Parallel dazu öffnete die ökumenische Cityseelsorge die Schutzengelkapelle, wo Seelsorgende für Gespräche und zum gemeinsamen Entzünden von Kerzen bereitstanden. In Basel bildete die "Offene Kirche Elisabethen" das Zentrum des Gedenkens: Am Abend gedachte dort Bischof Felix Gmür gemeinsam mit Regierungsrätin Tanja Soland der Opfer. In Bern bot die Heiliggeistkirche Raum für Trostworte und Gebete, während im hinduistischen Tempel der Stadt nach dem Geläut der Tempelglocken eine besondere Trauerzeremonie stattfand.
Begleitet vom Glockengeläut der Kirchen hielt das Land am Freitag um 14.00 Uhr eine Schweigeminute ab. Kurz zuvor hatte im Kongresszentrum in Martigny westlich von Crans-Montana eine Trauerfeier begonnen, zu der neben Bundespräsident Guy Parmelin auch Gäste aus dem Ausland wie der französische Präsident Emmanuel Macron angereist waren. Bei der Brandkatastrophe in der Silvesternacht waren 40 Menschen ums Leben gekommen. Die Hälfte der Todesopfer war minderjährig; das jüngste war erst 14 Jahre alt, das älteste 39. Außerdem wurden 116 Menschen verletzt, viele von ihnen sehr schwer.
Bundespräsident Guy Parmelin nannte den Brand "eine der schlimmsten Tragödien, die unser Land erlebt hat". Der Walliser Staatsratspräsident Mathias Reynard versprach bei der Gedenkveranstaltung für die Opfer von Crans-Montana am Freitag in Martigny volle Aufklärung der Ursachen und Verantwortlichkeiten der Brandkatastrophe. "Heute sind wir hier, um Euch zu ehren, um Euch zu sagen: Wir werden Euch nie vergessen. Aber Worte und Schweigen werden nicht reichen. Heute müssen wir auch reden - darüber, wer die Verantwortung für das Unglück trägt", sagte der Politiker mit bewegter und teils gebrochener Stimme.
Ersten Ermittlungserkenntnissen zufolge wurde der Brand im Keller der Bar offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Sektflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden. Die Ermittlungen konzentrieren sich unter anderem auf die Frage, ob die Schaumstoffdämmung an der Kellerdecke den Brandschutzvorschriften entsprach.