Erneut Flüchtlingsbewegungen in Grenzregion zur Demokratischen Republik Kongo infolge der Zusammenstöße bewaffneter Gruppen
Bangui, 13.01.2026 (KAP) Die anhaltende Gewalt bewaffneter Gruppen im Südosten der Zentralafrikanischen Republik hat eine schwere humanitäre Krise ausgelöst. In der Grenzregion um Zemio sind nach kirchlichen Angaben inzwischen mehr als 30.000 Menschen auf der Flucht, viele von ihnen ohne Zugang zu Nahrung, medizinischer Versorgung oder Bildung, berichtete am Dienstag die römische Nachrichtenagentur Fides. Ein Teil der Betroffenen habe Zuflucht in der benachbarten Demokratischen Republik Kongo gesucht.
Laut Angaben des Weihbischofs von Bangassou, Aurelio Gazzera, leben über 2.000 Vertriebene unter extrem prekären Bedingungen, unter anderem in kirchlichen Einrichtungen und provisorischen Unterkünften. Besonders Kinder seien von den Folgen der Vertreibung betroffen, da es kaum funktionierende Schulen und Versorgungsstrukturen gebe.
Die Region gilt als abgelegen und infrastrukturell kaum erschlossen. Die einzige Straßenverbindung zwischen Bangassou und Zemio ist rund 300 Kilometer lang, die Fahrt dauert jedoch mehr als 16 Stunden. Schlechte Straßenverhältnisse und die unsichere Lage erschwerten sowohl den Alltag der Bevölkerung als auch den Zugang für Hilfsorganisationen.
Seit mehr als 15 Jahren ist das Gebiet von der Präsenz verschiedener bewaffneter Gruppen geprägt. Dazu zählen die aus Uganda stammende Lord's Resistance Army (LRA), Milizen aus dem Umfeld der Séléka, die Unité pour la Paix en Centrafrique (UPC) sowie zuletzt die Azandé Ani Kpi Gbé (AAKG). Nach Angaben des Weihbischofs haben diese Gruppierungen zur anhaltenden Instabilität beigetragen.
Humanitäre Hilfe stößt zunehmend an ihre Grenzen. In Zusammenarbeit mit Partnern wie der Caritas würden zwar Hilfslieferungen vorbereitet, doch deren Transport sei wegen der Sicherheitslage äußerst schwierig. Immer wieder komme es zu Angriffen auf Helfer und Einrichtungen, auch Gesundheitseinrichtungen seien betroffen. Eine nachhaltige Lösung des Konflikts erfordere, so Gazzera, mehr als militärische Maßnahmen und müsse die Ursachen der Not der Bevölkerung in den Blick nehmen.