Ökumene-Gottesdienst mit Metropolit Arsenios in Stift Klosterneuburg
16.01.202611:25
Österreich/Kirche/Ökumene/Glaube
Feier im Rahmen der "Gebetswoche für die Einheit der Christen" mit Vertretern verschiedener christlicher Konfessionen
Wien, 16.01.2026 (KAP) Das Stift Klosterneuburg lädt am Dienstag, 20. Jänner, zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Pius-Parsch-Kirche St. Gertrud. Der Gottesdienst um 18 Uhr im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen wird von Metropolit Arsenios von der griechisch-orthodoxen Kirche geleitet, der auch die Predigt hält, wie es in einer Aussendung heißt. Neben Gastgeber Propst Anton Höslinger wirken auch Landesuperintendent Ralf Stoffers von der evangelisch-reformierten Kirche, Pfarrerin Kerstin Fritz von der evangelisch-lutherischen Kirche sowie ein Vertreter der koptisch-orthodoxen Kirche mit.
Der Gottesdienst würdigt zugleich das ökumenische Engagement des Liturgiepioniers Pius Parsch, der in St. Gertrud bestattet ist. Parsch habe bereits in den 1920er bis 1940er-Jahren gezielt die Ökumene gefördert, wie die wissenschaftliche Aufarbeitung seines Lebenswerks und die frühen Jahrgänge der von ihm 1926 gegründeten Zeitschrift "Bibel und Liturgie" zeigen. 1934 war er Hauptreferent der "Hermsdorfer Konferenz", der ersten Zusammenkunft evangelischer und katholischer Theologen unter der Leitung von Romano Guardini in Berlin, bei der er über "Gnadentheologie und Liturgie" sprach und dabei die Verbindung zur lutherischen Rechtfertigungslehre aufzeigte.
Ein zentrales Anliegen Parsch' war die "aktive Teilnahme aller" am Gottesdienst, inspiriert durch ostkirchliche Erfahrungen, die er als Feldkurat in der Ukraine gesammelt hatte. Der Gottesdienst in Klosterneuburg steht unter dem Motto der diesjährigen Weltgebetswoche: "Licht vom Licht als Licht - Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung" (Eph 4,4). Im Anschluss lädt die Gemeinde zu einer Agape ein, die Gelegenheit zum Austausch über die aktuelle Situation der Ökumene bietet.
Die Pius-Parsch-Kirche gilt international als "Wiege der Volkstliturgischen Bewegung" und wird von Beobachtern als zentraler Ort für die Entwicklung des liturgischen Bewusstseins in der Weltkirche gewertet, auch mit Blick auf ökumenische Fragestellungen.