KAÖ-Vizepräsidentin Renner: "Christinnen und Christen können biblische Texte, Traditionen, die eigene Geschichte nicht kennen, wenn sie die Weise, wie Jüdinnen und Juden mit Texten umgehen, nicht erfahren haben"
Wien, 16.01.2026 (KAP) Das Christentum ist in seinem Ur-Sinn und in seiner Erscheinungsform nicht vom Judentum zu trennen: Darauf hat die Katholische Aktion anlässlich des "Tags des Judentums", den die christlichen Kirchen in Österreich am 17. Jänner begehen, hingewiesen. "Es gibt kein Christentum ohne das Judentum". hielt Katharina Renner, Vizepräsidentin der Katholischen Aktion Österreich und Mitglied im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit, in einer Aussendung am Freitag fest. Und auch der Islam habe eine gemeinsame Geschichte mit dem Judentum.
"Christinnen und Christen können biblische Texte, Traditionen, die eigene Geschichte nicht kennen, wenn sie die Weise, wie Jüdinnen und Juden mit Texten umgehen, nicht erfahren haben", zeigte sich die Theologin überzeugt. Das Judentum lehre den kritischen und offenen Blick auf Texte, das Christentum habe hingegen die Warum-Frage verlernt, so Renners Analyse: "Wir nehmen biblische Texte als gegeben hin und vermeiden das Nach-Spüren und kritische Nachbohren." Hier in einen intensiven Dialog mit dem jüdischen Umgang mit Texten zu kommen, führe zu einem tieferen Erleben des eigenen Glaubens.
"Die Abgrenzung vom Judentum war in den Anfangszeiten des Christentums stark und durchzieht die gesamte Kirchengeschichte. Heute hindert diese Abwehr aber daran, die Bibel in ihrer Fülle zu erleben", meinte Renner und erinnerte an jüngste Ansätze, für das Auftreten und die Wirkung von Antijudaismus und Antisemitismus zu sensibilisieren. Dieses Bemühen dürfe nicht nachlassen, "gerade jetzt, wo zunehmender Antisemitismus das Leben von Jüdinnen und Juden weltweit bedroht".
Umso wichtiger sei es, dass sich alle Religionsgemeinschaften gemeinsam für den Frieden in der Welt einsetzen, so das Präsidial-Team der Katholischen Aktion Österreich, Ferdinand Kaineder, Katharina Renner und Thomas Immervoll.
Bischof Scheuer und Superintendent Lehner im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Projekte "Likrat" und "Dialog:Abraham" - Salzburg: Theologische Fakultät lud zu Studiennachmittag über "Jüdische Identitäten im 21. Jahrhundert"
Präsident der progressiven jüdischen Gemeinde "Or Chadasch", Frey, im Interview mit "Der Sonntag" und "Radio Klassik Stephansdom" über Beziehungen zwischen Christen und Juden, Einsatz gegen Antisemitismus, innerjüdische Konflikte und Kritik an Israels Politik
Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde für Salzburg, Steiermark und Kärnten im Interview mit dem Kärntner "Sonntag": "Es gibt mehr Leute, die ihren antisemitischen Einstellungen vollkommen und mit aller Deutlichkeit freien Lauf lassen, Hassmails schreiben, oder eben Leute, die wirklich zugetan und loyal sind"
Grazer Theologin Bär in Podcast "Diesseits von Eden" zum "Tag des Judentums": Theologie und Kirchen sollten sich gemeinsam mit den staatlichen Stellen für eine Umsetzung der Nationalen Strategie einsetzen - Rabbiner Ahrens: Bildung und Begegnung kann Vorurteile und antisemitische Narrative abbauen helfen
"Gebetswoche für die Einheit der Christen" von 18. bis 25. Jänner - Zentraler Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich am 20. Jänner in der Wiener altkatholischen Kirche St. Salvator - Gläubige der armenischen Kirchen erstellten Unterlagen
Neue Präsidentin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Kirchenzeitungs-Interview: Interreligiöser Dialog verpflichtend für Gläubige - Antisemitismus "wie ein Chamäleon" mit ständig änderndem Erscheinungsbild
Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich bei Veranstaltung in Wiener Misrachi Synagoge: Gegenseitiges Verständnis vertiefen, Vertrauen stärken und gemeinsame Verantwortung für Frieden, Menschenwürde und Zusammenhalt bewusst machen
Linzer Bischof im Vorfeld des "Tages des Judentums": Reflexion der jüdischen Wurzeln des Christentums unabdingbar, "um unseren eigenen Glauben verstehen, ja leben zu können"
Zweite Amtszeit des armenisch-apostolischen Bischofs an der Spitze des Kirchengremiums - Bischof Scheuer und evangelische Oberkirchenrätin Bachler stellvertretende Vorsitzende
"Gebetswoche für die Einheit der Christen" von 18. bis 25. Jänner - Zentraler Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich am 20. Jänner in der Wiener altkatholischen Kirche St. Salvator - Unterlagen für die Gebetswoche von Gläubigen der armenischen Kirchen erstellt
Gottesdienste und Veranstaltungen in ganz Österreich zeigen Verwurzelung des Christentums im Judentum - Zentraler Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Wiener armenisch-apostolischen Kirche St. Hripsime
Vertreter der Religionsgemeinschaften bei ziviler Gedenkfeier für die Opfer am Freitag, an der auch die Präsidenten Macron, Mattarella und Parmelin teilnehmen